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Borna Jubiläum beim Bornaer Bibliotheksverein – weitere Mitstreiter gesucht
Region Borna Jubiläum beim Bornaer Bibliotheksverein – weitere Mitstreiter gesucht
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00:22 20.10.2017
Mitglieder des Bornaer Bibliotheksvereins lesen Flüchtlingskindern vor (die Erwachsenen von vorn nach hinten): Elvira Pertermann, Bettina Meewes, Erika Urban, Bärbel Liebau und ganz hinten Heidemarie Hoffmann. Quelle: Jens Paul Taubert
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Borna

Ohne Erika Urban und ihre Mitstreiter gäbe es Bibolino, die Bornaer Lesemaus nicht. Und das Leseangebot für Kinder wie für ältere Menschen wäre in Borna kleiner. Und, ganz praktisch: Ohne die tätige Mithilfe der Mitglieder des Bornaer Bibliotheksvereins wäre die Mediothek am Martin-Luther-Platz nicht jeden Sonnabendvormittag geöffnet. Mittlerweile existiert der Bibliotheksverein seit einem Jahrzehnt.

Es war die langjährige Bibliotheksleiterin Elvira Pertermann, die vor mehr als einem Jahrzehnt fand, dass der Freundeskreis der Bibliothek eine Art Mauserung vertragen könnte. „Es sollte ein Verein werden“, erinnert sich Erika Urban – aus dem durchaus handfesten Grund, dass damit auch die Arbeit der Ehrenamtlichen finanziell besser ausgestattet werden konnte. Erika Urban schien der Bibliothekschefin prädestiniert dafür. Kein Wunder, immerhin hatte die heute 74-Jährige mehr als nur ein paar Berührungspunkte mit Literatur. Immerhin war die studierte Kulturwissenschaftlerin in den 90er Jahren Kultusamtsleiterin im Bornaer Landratsamt.

Seither bemühen sich Erika Urban und ihre Mitstreiterinnen, mittlerweile nur noch Frauen und in der Regel ehemalige Lehrerinnen, darum, vor allem junge Leute an Bücher heranzuführen. Mit Veranstaltungen in Schulen und Kindertagesstätten etwa. So wie am bundesweiten Vorlesetag, an dem die Vereinsmitglieder in Kindergärten ausschwärmen, um den Mädchen und Jungen vorzulesen. Kinder zu Leseratten zu machen, ist eine ebenso wichtige wie schwierige Aufgabe, wie Erika Urban immer wieder klar wird, wenn etwa Klassen in die Mediothek zu Besuch kommen. Da haben die Kinder zwar auch Bücher in der Hand; weil aber zu einer Bücherei in der heutigen Zeit auch andere Medien wie Videos etc. gehören, „gehen die Kinder dann oftmals nicht mit einem Buch nach Hause“.

Deren Wert jemand wie die Vereinschefin gar nicht hoch genug einschätzen kann. Schließlich war Erika Urban schon als kleines Kind eine begeisterte Leserin – mit der Taschenlampe nachts unter der Bettdecke. Und sie las, altersuntypisch, durchaus keine ganz leichte Kost, etwa „Ditte Menschenkind“ von Martin Andersen Nexö. Auch heute genießt sie eher anspruchsvolle Kost, „vor allem Klassiker“, und damit sind tatsächlich Goethe und Schiller gemeint.

Mit denen kommen die Mitglieder des Bibliotheksvereins allerdings nicht allzu weit, wenn sie etwa zu den Leserunden bitten, zu denen dann das Bibliotheksmaskottchen Bibolino einlädt. Die Figur ist übrigens das Ergebnis eines Aufrufs an alle Bornaer Schulen, den der Verein vor Jahren gestartet hatte.

Noch relativ neu ist ein Projekt mit Flüchtlingskindern. Aller 14 Tage gehen Mitglieder des Vereins in die Grundschule West, um in einer DaZ-(Deutsch als Zweitsprache)-Klasse vorzulesen. Dafür erhält der Verein auch einen Zuschuss aus dem Landratsamt.

Was sich die Vereinschefin wünschen würde, wäre Verstärkung personeller Art. Aktuell zählt der Verein zehn Mitglieder, die sich einmal im Monat treffen und bisweilen auch zu Exkursionen starten. Weil aber die engagierten Damen allesamt jenseits der 60 und auch älter sind, würde sich Chefin Urban über neue Mitglieder freuen.

Von Nikos Natsidis

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