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Borna Jubiläumskonzerte: Böhlener Eule-Orgel seit 50 Jahren in der Christkönigskirche
Region Borna Jubiläumskonzerte: Böhlener Eule-Orgel seit 50 Jahren in der Christkönigskirche
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19:00 05.12.2017
Pfarrer Bertram Wolf (li.) und Orgelspieler Eberhart Köhler laden zu den Jubiläumskonzerten in der katholischen Christkönigskirche in Böhlen ein. Quelle: Julia Tonne
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Böhlen

Die Geschichte, wie vor 50 Jahren eine Eule-Orgel nach Böhlen in die katholische Christkönigskirche kam, liest sich für Pfarrer Bertram Wolf wie ein Krimi. Und der reicht vom Erwerb in Bischofswerda über die Einlagerung bis hin zur Reparatur in Rochlitz. Doch von Anfang: Seit nunmehr 50 Jahren steht die Orgel, die Königin der Instrumente, in dem Böhlener Gotteshaus in der Jahnstraße. Grund genug für die Katholische Pfarrei, in den kommenden Tagen zu Jubiläumskonzerten einzuladen.

Dabei ist die Orgel weit älter, vor 105 Jahren wurde sie von der Firma Eule in Bautzen als Opus 134 gebaut. Ihren Dienst tat sie zunächst im Königlich-Sächsischen Lehrerseminar Bischofswerda. „Mit der Umstellung auf das sozialistische Schulwesen wurde sie dort in den 60er Jahren überflüssig und ausgebaut“, erzählt Wolf. Im August 1966 gelang es dem damaligen Pfarrer der Böhlener Kirche, Rudolf Englisch, die Teile für 500 Mark zu erwerben. Zunächst wurden sie eingelagert, bis sich Orgelbaumeister Reinhard Schmeisser in Rochlitz des Instruments annahm und es reparierte. Am 20. Dezember 1967 konnte die Orgel schließlich neu eingeweiht werden.

Doch in den Jahren danach blieben die 684 Pfeifen oftmals stumm, was mit fehlenden Organisten zusammenhing. Erst seit nunmehr 25 Jahren erklingen sie wieder regelmäßig. Drei Orgelspieler kümmern sich seitdem um die musikalische Begleitung von Gottesdiensten und Feierlichkeiten. Einer von ihnen ist Eberhart Köhler, der Anfang der 90er Jahre nach Böhlen kam, Klavier spielen konnte und schließlich gefragt wurde, ob er sich auch an der Orgel versuchen würde. „Die Pedale kann ich nicht nutzen, und auch den Anschlag musste ich erst lernen, aber die Besucher freut es dennoch, wenn die Orgel erklingt“, erzählt er. Ungewöhnlich in Böhlen ist aber nicht nur, dass Ehrenamtliche in die Tasten greifen, sondern auch die Tatsache, dass es fast die einzige Orgel in den katholischen Gemeinden im Umkreis ist, die manuell gespielt wird.

Die Jubiläumskonzerte beginnen am Freitag, 8. Dezember. An dem Tag erklingt 19 Uhr das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. Zu erleben sind Carolin Creutz-Moritz (Sopran), Vivian Hanner (Alt), Christoph Pfaller (Tenor), Andreas Sommerfeld (Bass), der Kammerchor Böhlen und Andreas Moritz als Dirigent. Das zweite Konzert ist am Sonntag, 17. Dezember, 17 Uhr zu hören. Die Markkleeberger Vocalisten unter der Leitung von Brian Radins singen mit „O magnum mysterium“ adventliche Chormusik. Auf den Tag genau 50 Jahre nach der Einweihung der Orgel konzertiert am Mittwoch, 20. Dezember, 19 Uhr das Duo Presto. Frank Zimpel spielt die Orgel, Alexander Pfeifer Trompete.

Für das Weihnachtsoratorium gibt es die Karten unter anderem im Böhlener Kulturhaus und im Pfarrbüro Markkleeberg, Pater-Kolbe-Straße 3. Der Eintritt zu den anderen beiden Veranstaltungen ist frei, eine Spende wird erbeten. Gäste werden aller Voraussicht nach übrigens ehemalige Schüler des Lehrerseminars Bischofswerda sein.

Von Julia Tonne

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