Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Jugendclub in Böhlen schließt zum Ende des Jahres seine Türen

Trägerverein löst sich auf Jugendclub in Böhlen schließt zum Ende des Jahres seine Türen

Knapp vier Monate noch, dann schließt der Jugendclub Abri in Böhlen seine Türen. Noch können die Jugendlichen die Angebote nutzen, am 31. Dezember ist jedoch Schluss. Der Trägerverein Familien- und Jugendhilfe Böhlen begründet das damit, dass der Verein bereits im April den Beschluss gefasst habe, sich aus Altersgründen der Mitglieder aufzulösen.

Lutz Klein, Leiter des Jugendclubs, schließt hinter sich die Tür zu. Am 31. Dezember macht der Club in Böhlen dicht.

Quelle: Andreas Döring

Böhlen. Knapp vier Monate noch, dann schließt der Jugendclub Abri in Böhlen seine Türen. Noch können die Jugendlichen die Angebote nutzen, am 31. Dezember ist jedoch Schluss. Der Trägerverein Familien- und Jugendhilfe Böhlen begründet das damit, dass er bereits im April den Beschluss gefasst habe, sich aus Altersgründen der Mitglieder aufzulösen. Die Vorsitzende Johanna Opelt führt außerdem an, dass es in der Stadt keine alternativen Räumlichkeiten gebe.

„Unsere Mitglieder sind alle um die 60, 70 Jahre alt“, sagt sie. Da jedoch nicht die Absicht bestehe, Jüngere in die Vereinstätigkeiten einzuarbeiten, um die Arbeit abdecken zu können, müsse der Club geschlossen werden. Seit 1993 hatte sich der Verein zum einen der sozialpädagogische Familienhilfe verschrieben, zum anderen den Jugendclub betrieben. Ersteres gibt es seit Juni dieses Jahres nicht mehr, Fälle, die der Verein bisher über das Jugendamt bekommen hat, würden nach Aussage von Opelt nun über andere Vereine abgedeckt werden.

Dass der Jugendclub schließt, hat laut Opelt noch einen weiteren Grund: der notwendige Auszug aus dem Flachbau an der Leipziger Straße. Das Gebäude ist in einem desolaten Zustand und zudem ein Energiefresser, wie Böhlens Bauamtsleiterin Katrin Aust erklärt. Eine Sanierung sei zu kostenintensiv, aller Voraussicht nach werde das Gebäude abgerissen. Wie berichtet, zieht der dort ebenfalls noch beheimatete Verein „Wegweiser“ Anfang nächsten Jahres in das Haus II der Stadtverwaltung. „Für den Jugendclub aber gibt es bisher keine Alternative in der Stadt“, macht Opelt deutlich.

Wie es mit der Jugendarbeit in der Stadt weitergeht, steht auch für Böhlens Bürgermeister Dietmar Berndt (parteilos) in den Sternen. Zwar sei der Club meist nur von wenigen genutzt worden, „doch diesen fehlt er dann“. Zwar gebe es eventuell die Möglichkeit, vereinzelte Veranstaltungen – „in welcher Form auch immer“ – für die jungen Leute im Kulturhaus anzubieten, doch eigene Räumlichkeiten seien rar. Doch der Bürgermeister macht auch klar, dass die Schließung nicht ausschließlich damit zusammenhinge. „Vielmehr ist die Arbeit des Jugendclubs personell nicht mehr abgedeckt.“

Bei der Schützengilde Böhlen/Rötha stellt sich mit dem geplanten Abriss des Flachbaus ebenfalls die Frage, wie es weitergehen soll. Denn auch dieser Verein hat sich in dem Gebäude mit Vereinsraum und Schießanlage eingerichtet. „Wir hängen jetzt in der Luft, wissen nicht, wo wir unterkommen“, sagt der Vereinsvorsitzende Achim Graichen. Die Anforderungen an geeignete Räume seien nicht ganz gering. Immerhin müssten sie eine Mindestlänge von 15 Metern haben. Räume in Rötha seien derzeit keine Option, denn Röthaer gibt es schon lange nicht mehr in dem Verein, die haben vor geraumer Zeit ihren eigenen gegründet. Eine Überlegung geht in Richtung eines Zusammenschlusses. „Rötha ist jedoch ein Traditions-, wir sind ein Sportverein“, macht Graichen deutlich. Ob es die Möglichkeit gebe, einen gemeinsamen Verein zu bilden, sei fraglich und müsse zudem mit allen Beteiligten besprochen werden.

Lediglich der Verein Wegweiser weiß, wie es bei ihm weitergeht. Wie die LVZ berichtete, zieht er nach Abschluss der Bauarbeiten – etwa Anfang des nächsten Jahres – in das Haus II der Stadtverwaltung. Unterdessen ist Jugendclubleiter Lutz Klein täglich in der Leipziger Straße 87, um für die wenigen, die noch kommen, Angebote bereithalten zu können. Er würde gerne eine Alternative sehen, könnte sich auch gut vorstellen, mit den Jugendlichen gemeinsam neue Räumlichkeiten zu gestalten.

Von Julia Tonne

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Borna
  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

Blättern Sie in der prall gefüllten Veranstaltungsbeilage und entdecken Sie die Termine aus unserer Region. mehr

19.08.2017 - 19:07 Uhr

Nach dem 0:3 gegen die Kickers Markkleeberg haben die Muldestädter wieder in die Erfolgsspur gefunden. Sie besiegten Aufsteiger Lipsia Eutritzsch deutlich mit 4:0. 

mehr
  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr