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Jugendclub in Böhlen schließt zum Ende des Jahres seine Türen

Trägerverein löst sich auf Jugendclub in Böhlen schließt zum Ende des Jahres seine Türen

Knapp vier Monate noch, dann schließt der Jugendclub Abri in Böhlen seine Türen. Noch können die Jugendlichen die Angebote nutzen, am 31. Dezember ist jedoch Schluss. Der Trägerverein Familien- und Jugendhilfe Böhlen begründet das damit, dass der Verein bereits im April den Beschluss gefasst habe, sich aus Altersgründen der Mitglieder aufzulösen.

Lutz Klein, Leiter des Jugendclubs, schließt hinter sich die Tür zu. Am 31. Dezember macht der Club in Böhlen dicht.

Quelle: Andreas Döring

Böhlen. Knapp vier Monate noch, dann schließt der Jugendclub Abri in Böhlen seine Türen. Noch können die Jugendlichen die Angebote nutzen, am 31. Dezember ist jedoch Schluss. Der Trägerverein Familien- und Jugendhilfe Böhlen begründet das damit, dass er bereits im April den Beschluss gefasst habe, sich aus Altersgründen der Mitglieder aufzulösen. Die Vorsitzende Johanna Opelt führt außerdem an, dass es in der Stadt keine alternativen Räumlichkeiten gebe.

„Unsere Mitglieder sind alle um die 60, 70 Jahre alt“, sagt sie. Da jedoch nicht die Absicht bestehe, Jüngere in die Vereinstätigkeiten einzuarbeiten, um die Arbeit abdecken zu können, müsse der Club geschlossen werden. Seit 1993 hatte sich der Verein zum einen der sozialpädagogische Familienhilfe verschrieben, zum anderen den Jugendclub betrieben. Ersteres gibt es seit Juni dieses Jahres nicht mehr, Fälle, die der Verein bisher über das Jugendamt bekommen hat, würden nach Aussage von Opelt nun über andere Vereine abgedeckt werden.

Dass der Jugendclub schließt, hat laut Opelt noch einen weiteren Grund: der notwendige Auszug aus dem Flachbau an der Leipziger Straße. Das Gebäude ist in einem desolaten Zustand und zudem ein Energiefresser, wie Böhlens Bauamtsleiterin Katrin Aust erklärt. Eine Sanierung sei zu kostenintensiv, aller Voraussicht nach werde das Gebäude abgerissen. Wie berichtet, zieht der dort ebenfalls noch beheimatete Verein „Wegweiser“ Anfang nächsten Jahres in das Haus II der Stadtverwaltung. „Für den Jugendclub aber gibt es bisher keine Alternative in der Stadt“, macht Opelt deutlich.

Wie es mit der Jugendarbeit in der Stadt weitergeht, steht auch für Böhlens Bürgermeister Dietmar Berndt (parteilos) in den Sternen. Zwar sei der Club meist nur von wenigen genutzt worden, „doch diesen fehlt er dann“. Zwar gebe es eventuell die Möglichkeit, vereinzelte Veranstaltungen – „in welcher Form auch immer“ – für die jungen Leute im Kulturhaus anzubieten, doch eigene Räumlichkeiten seien rar. Doch der Bürgermeister macht auch klar, dass die Schließung nicht ausschließlich damit zusammenhinge. „Vielmehr ist die Arbeit des Jugendclubs personell nicht mehr abgedeckt.“

Bei der Schützengilde Böhlen/Rötha stellt sich mit dem geplanten Abriss des Flachbaus ebenfalls die Frage, wie es weitergehen soll. Denn auch dieser Verein hat sich in dem Gebäude mit Vereinsraum und Schießanlage eingerichtet. „Wir hängen jetzt in der Luft, wissen nicht, wo wir unterkommen“, sagt der Vereinsvorsitzende Achim Graichen. Die Anforderungen an geeignete Räume seien nicht ganz gering. Immerhin müssten sie eine Mindestlänge von 15 Metern haben. Räume in Rötha seien derzeit keine Option, denn Röthaer gibt es schon lange nicht mehr in dem Verein, die haben vor geraumer Zeit ihren eigenen gegründet. Eine Überlegung geht in Richtung eines Zusammenschlusses. „Rötha ist jedoch ein Traditions-, wir sind ein Sportverein“, macht Graichen deutlich. Ob es die Möglichkeit gebe, einen gemeinsamen Verein zu bilden, sei fraglich und müsse zudem mit allen Beteiligten besprochen werden.

Lediglich der Verein Wegweiser weiß, wie es bei ihm weitergeht. Wie die LVZ berichtete, zieht er nach Abschluss der Bauarbeiten – etwa Anfang des nächsten Jahres – in das Haus II der Stadtverwaltung. Unterdessen ist Jugendclubleiter Lutz Klein täglich in der Leipziger Straße 87, um für die wenigen, die noch kommen, Angebote bereithalten zu können. Er würde gerne eine Alternative sehen, könnte sich auch gut vorstellen, mit den Jugendlichen gemeinsam neue Räumlichkeiten zu gestalten.

Von Julia Tonne

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