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Jugendliche befragen Flüchtlinge

Jugendliche befragen Flüchtlinge

Das Thema Flucht und Vertreibung spielt in Borna nicht erst seit der Debatte um die Unterbringung von Asylbewerbern in der ehemaligen Berufsschule am Königsplatz eine Rolle.

Borna. Flüchtlinge und Neuankömmlinge gab es schon immer. Ihnen widmet sich ein Projekt, in dem Schüler die Geschichte von Migranten aufbereiten sollen. Die Ergebnisse sind später im Museum zu sehen.

Es geht um die Geschichte von Asylbewerbern ebenso wie um das Schicksal von Menschen, die ihre angestammte Heimat, etwa in Ostpreußen, Schlesien oder dem Sudetenland im Ergebnis des Zweiten Weltkriegs verloren haben, sagt Museumsmitarbeiterin Marie Breinl. Das Museum hat sich mit dem Verein Bon Courage und der Schulsozialarbeit der Dinterschule zum "Bündnis für Bildung" zusammengeschlossen, das zum Projekt "Kultur macht stark - Bündnis für Bildung" des Bundesbildungsministeriums gehört. Ziel ist es, junge Menschen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren dazu zu bewegen, Zeitzeugeninterviews mit Menschen zu führen, die ihre Heimat aus unterschiedlichen Gründen verlassen mussten. Museumsmitarbeiterin Breinl hat deshalb sowohl das Teichgymnasium als auch die Dinterschule besucht, um dort Mitstreiter zu gewinnen. Unterstützt wird das Projekt auch vom Kinder- und Jugendparlament.

Die junge Leute sollten dabei nicht nur lernen, wie sachverständige Interviews geführt werden. Sie erfahren auch, wie eine Ausstellung konzipiert und entsprechende Texte verfasst werden. Die Ergebnisse sind dann in einer Ausstellung im Museum zu sehen, die ab März gezeigt wird. Darin sollen auch Sachzeugen gezeigt werden, die mit der Flucht der Zeitzeugen zu tun haben - etwa die Eisenahnfahrkarte, mit der jemand nach Borna gekommen ist.

Teilnehmen kann daran prinzipiell jedermann zwischen 14 und 18 Jahren. Das Projekt läuft von diesem Monat ab bis zum März. Ein erstes Treffen in dieser Sache findet am 11. Dezember, 16 Uhr, im Museum am Reichstor statt. Interessenten melden sich im Museum unter der Nummer 03433/27 860 oder per E-Mail an museum@borna.de oder beim Kinder- und Jugendparlament unter 03433/ 87 31 58.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.12.2013
Nikos Natsidis

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