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Jugendliche der Oberschule Groitzsch machen sich stark gegen Diskriminierung

Projekt Peerleader Jugendliche der Oberschule Groitzsch machen sich stark gegen Diskriminierung

Sie machen sich stark gegen Diskriminierung, Rassismus und Vorurteile – und wollen erreichen, dass eben diese keine Chance an der Oberschule Groitzsch haben. Fünf Jugendliche der achten und neunten Klasse haben sich dafür zu so genannten Peerleadern ausbilden lassen.

Die Schülerinnen (v. l.) Franziska, Lea, Christin, Lilly und Julia haben sich zu Peerleadern ausbilden lassen, um sich gegen Ausgrenzung stark zu machen.

Quelle: Julia Tonne

Groitzsch. Sie machen sich stark gegen Diskriminierung, Rassismus und Vorurteile – und wollen erreichen, dass eben diese keine Chance an der Oberschule Groitzsch haben. Fünf Jugendliche der achten und neunten Klasse haben sich dafür zu so genannten Peerleadern ausbilden lassen und sind mit diesem Projekt kürzlich vom Groitzscher Gewerbeverein ausgezeichnet worden.

Die fünf Mädchen – das sind Franziska, Lea Isabell, Christin, Julia und Lilly, die zusammen mit der Schulsozialarbeiterin Carolin Hendrich verschiedene Workshops in den einzelnen Klassenstufen anbieten, um Vorurteilen entgegenzuwirken oder sie gar nicht erst aufkommen zu lassen. Dass die Schülerinnen selbst aktiv werden und das Thema nicht den Lehrern überlassen, liegt daran, „dass wir eine ganz andere Wirkung auf die Jugendlichen haben, weil wir ja sozusagen auf Augenhöhe mit ihnen sind“, erklärt Christin.

Das Projekt Peerleader ist ein Baustein der Regionalen Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) Sachsen. Der Begriff „Peer“ bedeutet soviel wie gleichrangig und beruht auf der Überzeugung, dass Jugendliche am besten wissen, wofür sich Gleichaltrige interessieren und wie sie Themen wie Demokratie oder Toleranz vermitteln können. In einer gut zweijährigen Ausbildung erhalten sie inhaltliche und methodische Kompetenzen und setzen in ihrem Umfeld eigene Projekte um.

Die fünf Schülerinnen aus Groitzsch haben ihre Ausbildung, die aus mehreren überregionalen Workshops besteht, mittlerweile fast beendet. Seit mehreren Wochen übernehmen sie – ohne Lehrer – regelmäßig in allen Klassenstufen den „Unterricht“ und versuchen anhand von verschiedenen Spielen, Vorurteilen und Diskriminierung zu begegnen. Das gelingt in der fünften Klasse beispielsweise mit der „Identitätsblume“. Für jedes Kind wird eine solche erstellt. Sie enthält unter anderem die Eigenschaften und Hobbys eines Einzelnen und soll damit deutlich machen, welche Gemeinsamkeiten die Schüler haben. „Für die höheren Klassenstufen müssen wir uns dann schon etwas anderes einfallen lassen“, sagt Julia. Hier sei das Spiel Zitronenland hilfreich. Erkennbar werde, dass jede Zitrone zwar die gleichen Merkmale wie Form und Farbe habe, aber dennoch Besonderheiten wie Dellen und Verfärbungen aufweisen könne. „Jeder hat seine Macken, darf aber deswegen nicht ausgeschlossen werden“, betont Lilly.

Auch die Schülerinnen selbst mussten während der Ausbildung lernen, ihre eigenen Vorurteile beiseite zu schieben. „Na klar haben auch wir welche“, sagt Franziska, „doch schnell war klar, dass sie letztlich hinderlich sind und nur zu Ausgrenzungen führen.“ Das soll auch das Spiel „Gerüchteküche“ verdeutlichen. „Eine Geschichte verändert sich von Erzähler zu Erzähler. Doch der eine ergänzt etwas, der andere lässt etwas weg. Das Ergebnis ist eine ganz andere Geschichte“, erklärt Julia das der Stillen Post ähnliche Prinzip.

Was wiederum dazu führe, dass Schülern etwas angedichtet werde, was letztlich nicht stimmt. Und damit könne das Kind oder der Jugendliche Opfer von Anfeindungen werden. „Vorurteile können nie ganz verschwinden“, meint Julia. „Man darf ihnen nur keine Chance geben“, fügt sie hinzu.

Von Cynthia Pochanke

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