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Jugendparlament vor der Wahl

Jugendparlament vor der Wahl

Europaparlament, Landtag, Kreistag sowie Stadt- , Gemeinde- und Ortschaftsräte - in diesem Jahr steht ein Wahlmarathon ins Haus. In Borna gibt es sogar noch eine weitere Wahl: Im Sommer werden die Vertreter des Kinder- und Jugendparlaments neu bestimmt.

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Das Kinder- und Jugendparlament sitzt inzwischen in der Alten Wache.

Quelle: Nicole RathgeScholz

Borna. In das Bornaer Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa) können 15 Mitglieder gewählt werden, zudem haben die Schulen die Möglichkeit, vier Vertreter zu entsenden. Die Wahlen finden vom 10. bis 17. Juli statt, und dafür können sich Interessenten ab sofort aufstellen lassen. Kandidieren und wählen können Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis einschließlich 20 Jahren.

Das frühe Heranführen an die Beteiligung in der Gesellschaft und speziell in der Kommune ist das Ziel, weshalb das 2008 ins Leben gerufene Parlament seit 2012 auch Kindern ab zehn Jahren die Möglichkeit gibt, sich aktiv einzubringen. Die gewählten Kinder und Jugendlichen haben im Bornaer Stadtrat sowohl Rede- als auch Antragsrecht und somit die Möglichkeit, etwas zu verändern. "Wir sind keine Arbeitsgemeinschaft, sondern halten regelmäßig aller 14 Tage Sitzungen ab, die öffentlich sind und zu denen jeder vorbeischauen kann", erklärt der städtische Jugendreferent Inya-Tinko Rabold. Das nächste Treffen findet am 6. März um 17 Uhr in der "Alten Wache" am Bornaer Markt statt. Nach dem Auszug des Tourismusvereins Leipziger Neuseenland fand das Kinder- und Jugendparlament dort seine neue Bleibe.

Das KiJuPa versteht sich als unabhängige und freie politische Plattform für alle Kinder und Jugendlichen aus Borna und Umgebung. "Wir sind eine Anlaufstelle für junge Leute, die Ziele haben und verwirklichen wollen, aber auch Sprachrohr und Vertretung für diejenigen, die sich nicht selbst ausdrücken können", so Rabold. Das KiJuPa habe Mittel und Möglichkeiten, um selbstständig zu entscheiden und zu handeln.

Allerdings das junge "Abgeordnetenhaus" ist nicht nur lokalpolitisch aktiv. Es will auch die Veranstaltungs- und Freizeitlandschaft mitgestalten, kinder- und jugendgerechte Angebote ausprobieren und etablieren sowie versuchen, Ideen der Heranwachsenden umzusetzen. Am 1. Mai lädt das KiJuPa zu einer Eröffnungsfeier in seine neuen Büroräume in die Alte Wache ein. "Wir wollen an diesem Tag Interessenten werben und über uns informieren", erklärt Rabold. Bis zum Sommer wollen die Mitglieder auch endlich das Intergenerationsforum auf die Beine stellen. Hier sollen die verschiedenen Generationen eine Plattform erhalten, um sich auszutauschen. Denn es würden voneinander viele Vorurteile umherschwirren, die bei diesem Forum angesprochen und eventuell ausgeräumt werden könnten. Das KiJuPa plant auch wieder ein Skater-Contest. Es wäre die siebente Auflage, der Termin steht aber noch nicht fest.

"Es ist noch ganz viel Potenzial vorhanden für Ideen, Vorhaben und sondergleichen. Nur müssen die Jugendlichen und Kinder selbst aktiv werden und sich nicht alles diktieren lassen", findet Rabold. So beschloss das Parlament in seiner letzten Sitzung einstimmig, bezüglich der Liebes-Kirsch-Allee einen Appell an die motorisierten Verkehrsteilnehmer zu richten. Die legitimierten Nachwuchsentscheidungsträger sprechen sich im Wahljahr 2014 für die Einhaltung der Geschwindigkeitsbeschränkung in dem "verkehrsberuhigten Bereich", umgangssprachlich auch Spielstraße genannt, aus. Täglich benutzen Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums "Am Breiten Teich" die Straße für ihren Schulweg und als Verbindungsstrecke zwischen Schule und "Glück-Auf"-Sporthalle. Nennenswerte Unfälle blieben bislang aus, und das soll so bleiben. Deswegen bittet das KiJuPa auch künftig um gegenseitige Rücksichtnahme.

@www.jupa-borna.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.03.2014
Nicole Rathge-Scholz

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