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Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen gewährt Blick hinter die Kulissen

Tag der offenen Tür Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen gewährt Blick hinter die Kulissen

Unter dem Motto „Wandel hinter Gittern – 300 Jahre sächsische Vollzugsgeschichte“ wird momentan quer durch den Freistaat auf die Entwicklung hingewiesen, die sich in den Gefängnissen vollzogen hat. In diesem Rahmen hatte die Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen für Sonnabend zu einem Tag der offenen Tür eingeladen.

Studentinnen informierten sich zum Tag der offenen Tür in der Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen bei Sozialarbeiterin Sybille Pradel (l.).

Quelle: René Beuckert

Regis-Breitingen. Unter dem Motto „Wandel hinter Gittern – 300 Jahre sächsische Vollzugsgeschichte“ wird momentan quer durch den Freistaat auf die Entwicklung hingewiesen, die sich in den Gefängnissen vollzogen hat. In diesem Rahmen hatte die Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen für Sonnabend zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit für einen Rundgang durch die Gebäude, die sie auf diese Weise einmal von innen kennen lernen konnten.

Etwas ungewöhnlich war für viele der Besuch dennoch, denn fast wie im Film öffnete sich ein großes Eisentor, um eingelassen zu werden. Alle mussten durch eine Schleuse und wurden nochmals mit einem Metalldetektor gescannt – schließlich durfte nichts nach drinnen gelangen, was nicht dorthin gehört.

Auf der Besichtigungstour erfuhren die Besucher, dass die Vollzugsanstalt zurzeit mit 270 Gefangenen ausgelastet ist. Ein Außenbereich gehört zur Einrichtung. „Dort sind jene Gefangenen untergebracht, die bald entlassen werden“, berichtete René Selle von der Haftanstalt. Und weiter: „Diese Jugendlichen bereiten sich auf das Leben außerhalb des Gefängnisses vor, indem sie sich um eine Wohnung und Arbeitsstelle kümmern.“

Bevor es soweit ist, stehen den Jugendlichen zahlreiche Möglichkeiten für Bildung und Ausbildung offen. So gibt es eine Schule, in der Lehrstoff vermittelt wird, der für den Haupt- oder Realschulabschluss wichtig ist. Darüber hinaus wird ein sogenannter Analphabetenkurs angeboten. Damit die Jugendlichen nach ihrer Entlassung eine Perspektive haben, werden ihnen verschiedene Arbeits- und Lehrangebote unterbreitet, die bis zu den Abschlüssen in den jeweiligen Gewerken reichen. Wer sich für welche der Berufe und Tätigkeiten eignet, wird im Vorfeld in der „Zukunftsschmiede“ ermittelt. „Hier geben wir den jungen Gefangenen die Möglichkeit sich auszuprobieren, welche Ausbildung oder Arbeit ihnen liegt“, sagte Sozialarbeiterin Sybille Pradel.

Wer eine Ausbildung absolviert, darf nach seiner Entlassung zuversichtlicher sein, auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen. Die Zeit, als Kriminelle einfach nur weggesperrt wurden, ist vorbei. Durch die Ausbildung bis hin zum anerkannten Abschluss wird den Jugendlichen eine zweite Chance geboten, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Zu den Besuchern des Tags der offenen Tür gehörten Studierende, die einen Einblick in die soziale Arbeit gewinnen wollten. Eine von ihnen war Giuliana Stratmann. „Ich studiere Soziale Arbeit und möchte in der Praxis sehen, welche Möglichkeiten es gibt, mich in meinem künftigen Beruf zu verwirklichen“, erklärte sie. „Dabei gilt mein Augenmerk der sozialen Kompetenzförderung.“

Auch Studentin Anika Mischke war von den Möglichkeiten, in der Jugendstrafvollzugsanstalt eine Ausbildung in unterschiedlichen Bereichen von der Holzverarbeitung über den Gartenbau bis hin zum Gebäudereiniger zu absolvieren, sichtlich angetan. „Für mich ist es interessant zu sehen, dass die jungen Gefangenen durch eine Ausbildung nach ihrer Entlassung eine neue Perspektive erhalten“, erklärte sie.

Sportliche Betätigung bietet den Gefangenen einen Ausgleich. „Der Sport fördert neben der Bewegung den Zusammenhalt und Teamgeist“, wusste Trainer Michael Raupach zu berichten.

Anlass für das Gedenkjahr „Wandel hinter Gittern“ ist der runde Geburtstag der Justizvollzugsanstalt Waldheim. Sie ist das älteste noch in Betrieb befindliche Gefängnis in Deutschland, seit 1716 dienen die Gebäude und Anwesen ohne Unterbrechung dem Zweck der Unterbringung von Straftätern.

Von René Beuckert

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