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Borna Jugendtreffs und Schulsozialarbeit in Gefahr
Region Borna Jugendtreffs und Schulsozialarbeit in Gefahr
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14:24 22.02.2010
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„Wir als Landkreis werden gegen den Bescheid aus Dresden in Widerspruch gehen“, sagte gestern Jugendamtsleiter Thomas Pfeifer auf LVZ-Nachfrage. „Die Art und Weise, wie hier gekürzt wird, ist unseriös“, sagte er. Das Land Sachsen verfüge über einen genehmigten Doppelhaushalt 2009/10 und werfe ihn plötzlich im Punkt Jugendpauschale über den Haufen – ohne im Vorfeld mit den Landkreisen und Kommunen, die statt dessen einspringen sollen, überhaupt zu sprechen. Damit bleibe keinem die Chance, die Strukturen den veränderten finanziellen Möglichkeiten anzupassen – zumal ein Viertel des Jahres 2010 bereits gelaufen sei. Das Geld dafür sei gebunden und ausgegeben. Fakt ist für Pfeifer: Der Landkreis Leipzig sei nicht in der Lage, die Finanzierungslücke zu füllen. Durch die Kürzung der Jugendpauschale erhält der Kreis im laufenden Jahr statt 912 000 Euro plötzlich nur noch 663 000 Euro (die LVZ berichtete). „Wenn sich der Staat im sozialen Bereich langsam aus seiner Finanzierungsverantwortung für die Jugendarbeit zurückzieht, um angeblich Geld zu sparen, so treibt er die Jugendlichen unweigerlich den extremistischen Kräften in die Hände“, befürchtet Frank Lange. Der Schaden für die Gesellschaft dürfte das Einsparpotential der Sozialministerin deutlich übersteigen, so der CDU-Kreisrat und Jugendpolitiker: „Auch in dieser Hinsicht wurde wieder einmal zu kurz gedacht.“ Und eine rückwirkende Kürzung sei schlicht absurd. Die Kindervereinigung Leipzig, die unter anderem in Borna, Geithain und Frohburg Einrichtungen betreibt, sammelt Unterschriften gegen diese Kürzungen. Der Kinder- und Jugendring Landkreis Leipzig, der sich heute zur Mitgliederversammlung trifft, überlegt, diese Aktion zu unterstützen. In der vergangenen Woche schickte er bereits Protestbriefe an mehrere Landtagsfraktionen. Das Jugendamt stärke den Trägern ausdrücklich den Rücken, macht Amtsleiter Thomas Pfeifer deutlich. In der kommenden Woche trifft sich der Jugendhilfeausschuss zu einer Sondersitzung. Eine Informationsvorlage der Verwaltung soll zeigen, welche Konsequenzen sich konkret ergeben. Im Grunde, so Pfeifer, brauche man nicht viel zu rechnen, denn: „Betroffen sind fast alle hauptamtlich geführten Jugendklubs und die Schulsozialarbeit.“ Gerade Letztere sollte in diesem Jahr auf weitere Schulen ausgedehnt werden. Nun ist das Gegenteil zu befürchten. Pfeifer: „Wir wehren uns dagegen, definitiv. Und andere Landkreise sind Sachsen sind an unserer Seite.“

Ekkehard Schulreich

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