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Junge Frau streitet mit Jobcenter um Umzugskosten

Junge Frau streitet mit Jobcenter um Umzugskosten

22 Jahre alt, zwei Kinder, keine Ausbildung, kein Job. Wenn Cindy Lange aus Kitzscher nicht in eine lebenslange Hartz-IV-Karriere schlittern will, muss sich an ihrem Leben etwas ändern.

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Cindy Lange will mit ihren Kindern nach Bayern ziehen, wo ihr Vater lebt. Den Umzug kann sie allein nicht bezahlen, das Jobcenter lehnt ab.

Quelle: André Neumann

Kitzscher. In Eschenlohe in Bayern glaubt sie, dafür gute Aussichten zu haben. Doch ihr fehlt das Geld für den Umzug, und das Jobcenter lehnt die Übernahme der Kosten ab. Dort glaubt man nicht, dass der Umzug ihre Chancen auf Ausbildung und Beschäftigung wesentlich verbessert, was Voraussetzung für die Umzugsbeihilfe wäre.

"Ich habe immer mal was angefangen", sagt die junge Frau. Dann bekam sie vor knapp fünf Jahren, im besten Ausbildungsalter, ihr erstes Kind. Als der Junge ein halbes Jahr alt war, erzählt sie, habe sie in Markkleeberg eine Ausbildung zur Bürokauffrau begonnen. Doch um mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Kitzscher nach Markkleeberg zu kommen, habe sie um drei Uhr morgens aus dem Haus gemusst. Eine Zeit, zu der niemand auf ihr Kind aufpassen konnte. 2011 versuchte sie es am Berufsschulzentrum mit einer Ausbildung zur Sozialassistentin. Dann kam im Januar 2012 Kind Nummer zwei und damit erneut das Ende der Ausbildung.

Nun glaubt sie, dass sich die Situation für sie und ihre Kinder in Bayern bessern könnte. Dort leben ihr Vater und ihr Onkel, die könnten sich abwechselnd um die Kinder kümmern, ihre Mutter und deren Schwester wollen im nächsten Jahr nachziehen. Einen Mietvertrag ab dem 1. Juli habe sie schon, den müsste sie nur noch unterschreiben. Und beim zuständigen Arbeitsamt habe man ihr gesagt, sie könnte sofort in eine Ausbildung vermittelt werden.

All das hat Cindy Lange in den Antrag für die Umzugskosten, knapp 3300 Euro, geschrieben: Familienzusammenführung, bessere Arbeitschancen, sofortige Ausbildungsmöglichkeit. Doch das Jobcenter lehnte ab.

"Umzugskosten können als Bedarf anerkannt werden", sagt Jörg Altmann, Leiter des Kommunalen Jobcenters des Landkreises Leipzig unter Verweis auf das Sozialgesetzbuch II. "Das ist eine Ermessensentscheidung." Natürlich, fügt Altmann hinzu, habe auch ein Leistungsbezieher das Recht, seinen Wohnort zu wechseln. Wenn er es auf Kosten des Steuerzahlers tue, müsse die Behörde genau prüfen, ob der Umzug hauptsächlich private Gründe hat, oder ob sich tatsächlich die Arbeitsmarktchancen verbessern. In diesem Fall sehe man zu wenig konkrete Hinweise darauf, dass "eine Verbesserung ihrer Chancen entstehen", erklärt der Behördenleiter die Ablehnung. Anders wäre das, wenn die junge Frau einen unterschriebenen Ausbildungsvertrag vorlegen würde. Als Cindy Lange das hört, zuckt sie mit den Schultern. Die Vermittlung, das habe man ihr gesagt, beginne erst, wenn sie in Eschenlohe wohne. Doch sie könne den Mietvertrag nicht unterschreiben, solange sie nicht weiß, dass sie das Geld für den Umzug bekommt.

Die junge Frau will die Absage nicht hinnehmen. Sie ist in Widerspruch gegangen und will sogar eine Dienstaufsichtsbeschwerde einlegen. Und sie hat auch noch ein Schreiben ihres Arztes, der eine Asthma-Erkrankung diagnostiziert und aus diesem Grund einen Umzug zur Familie für sinnvoll hält.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.06.2014
Neumann, André

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