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Borna Kann ein Tagebausee Pegau vor Hochwasser schützen?
Region Borna Kann ein Tagebausee Pegau vor Hochwasser schützen?
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13:52 19.05.2015

Dessen Planer Ingo Runge aus Halle wies auf LVZ-Anfrage darauf hin, dass es hier zunächst um Überlegungen und Ideen geht: "Das sind sehr komplexe Themen. Was am Ende umgesetzt wird, steht derzeit noch auf einem ganz anderen Blatt." Aufwendige Planungen und vor allem Geld seien entscheidend. Das seien auch keine Vorhaben, die von heute auf morgen machbar sind, sondern viele Jahre dauern.

Für Pegau interessant sind zwei Projekte. Oberhalb von Zeitz könnten zwei Polder gebaut werden. Das sind eine Art Becken, die im Hochwasserfall geflutet werden. Der Polder Salsnitz ist mit einem Fassungsvermögen von 3,5 Millionen Kubikmetern geplant, der Polder Raba mit 2,9 Millionen Kubikmetern. Sachsen-Anhalt will damit Zeitz besser schützen, "aber auch Pegau könnten diese Polder im Oberlauf helfen", sagte Runge.

Weiterhin könnte der künftige Schwerzauer See im Tagebau Profen genutzt werden, um Wassermassen dorthin zu leiten. Ähnlich wie dies bei der Flut 2013 im Zwenkauer See geschah, womit Leipzig gerettet werden konnte. "Dafür müssten jedoch bestimmte Bauwerke errichtet werden", so der Ingenieur. Das Wasser muss bei einem Hochwasser schnell in den See - und danach wieder raus. Das sei bei diesem Gewässer nicht so einfach, weil es keinen natürlichen Abfluss gibt. Möglich wären Rohre oder auch Pumpen, was jedoch ziemlich aufwendig sei.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Landesgrenze genau durch den See verläuft. Der Planer räumte ein, dass bei so einem Projekt beide Länder sich gut abstimmen müssten, sagte aber auch deutlich: "Wir haben so einen Fall noch nicht gehabt, aber warum soll es dafür keine Lösung geben, wenn eine Stadt profitieren kann?" Letztendlich würde eine Entlastung der Elster an dieser Stelle auch Kommunen in Sachsen-Anhalt zugute kommen - wenn der Fluss sich ein Stück weiter erneut durch sachsen-anhaltinisches Land schlängelt.

Stadtrat Mario Bringer (Pro Pegau) informierte, dass die Nutzung des Tagebaurestlochs Schwerzau für den Hochwasserschutz im Februar in einer Sitzung beim Regionalen Planungsverband Westsachsen diskutiert wurde. "Diese Tatsache macht Mut, dass die Thematik von den Verantwortlichen länderübergreifend weiter betrachtet und auf Machbarkeit hin untersucht wird", so Bringer. Ab 2020 soll der Schwerzauer See geflutet werden, eine vorzeitige Einbeziehung dieses Themas sei sicher von Vorteil. "Es gibt Potenzial, aber ob das am Ende realisiert wird, ist derzeit völlig offen. Bisher ist es nicht mehr als eine Idee", betonte Andreas Berkner. Leiter des Regionalen Planungsverbandes, auf LVZ-Anfrage.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.03.2015
Claudia Carell

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