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Borna Kantorin will Kindern Orgel näher bringen
Region Borna Kantorin will Kindern Orgel näher bringen
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00:20 13.07.2018
Kantorin Elisabeth Höpfner ist nach drei Jahren Pause wieder zurück in Rötha. Quelle: André Neumann
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Rötha

Für Kantorin Elisabeth Höpfner (44) war es während ihrer Elternzeit nie eine Frage, dass sie nach drei Jahren nach Rötha zurückkehrt. Obwohl sie hier nur eine halbe Stelle hat und davon nicht gerade üppig leben kann. Es sind, wie soll es anders sein bei einer passionierten Organistin, die Silbermannorgeln, die den besonderen Reiz auf sie ausüben. „Die schönsten Instrumente, die man sich aussuchen kann“, nennt sie die.

Vor Jahren eigene CD aufgenommen

Sie selbst hat schon vor Jahren eine CD aufgenommen, für die sie Stücke unter anderem von Bach, Buxtehude, Scheidt und Mendelssohn auf beiden Röthaer Silbermannorgeln gespielt hat, in der Marienkirche und in St. Georgen. Erschienen ist sie 2011 beim Label Jubal, wo der Silberling immer noch zu bekommen ist.

Viel hat sich in den drei Jahren verändert

Seit Anfang Mai ist Elisabeth Höpfner wieder im Amt. Sie sei sehr herzlich aufgenommen worden, ganz besonders vom Chor. Darüber hinaus hat sich in den drei Jahren eine ganze Menge geändert. Elisabeth Höpfner ging 2015 als Kantorin der Kirchgemeinde Rötha in die Elternzeit. Zurückgekehrt ist sie als Kantorin des Kirchspiels im Leipziger Neuseenland.

Damals war der Röthaer Pfarrer Christoph Krebs ihr Arbeitgeber, jetzt ist es Matthias Lehmann, der leitende Pfarrer des seit Ende Dezember 2016 bestehenden neuen Gebildes aus den evangelisch-lutherischen Kirchgemeinden Rötha, Böhlen, Mölbis, Kitzscher und Steinbach mit 17 Kirchen und Orgeln.

Plan für alle Orgeln

Natürlich hat die Kantorin noch längst nicht auf allen gespielt, doch immerhin kann sie über die Instrumente in Großpötzschau, Trages und Steinbach schon sagen: „Das sind wirklich gute Orgeln.“

Und sie hat einen Plan ausgedacht, wie sie selbst im Laufe der Zeit alle Instrumente kennen lernen und sie zugleich einem größeren, vor allem jungen Publikum näher bringen kann. Das Projekt heißt „Orgel um zehn“ und soll voraussichtlich mit dem neuen Schuljahr beginnen. Wobei der Name einen Doppelsinn in sich trägt: Um zehn meint natürlich die Uhrzeit, zu der voraussichtlich dienstags immer in einer anderen Kirche eine Orgelführung mit Vorspiel angeboten werden soll.

Kinder dürfen sich Lieder wünschen

Doch „um zehn“ kann auch für das Alter der Zielgruppe stehen, Kinder aus Kindergärten und Grundschulen. Deswegen werden die Stücke kindgerecht ausgesucht, die Kinder dürfen sich Lieder wünschen und „mit der Orgel agieren“, wie Höpfner sagt, inklusive eines Blicks in den zuweilen geheimnisvollen Orgelkasten. Erwachsene dürfen sich den Veranstaltungen natürlich auch anschließen.

Bevor Elisabeth Höpfner den Weg zur Kirchenmusik einschlug, machte sie zuerst eine Ausbildung als Kinderkrankenschwester. Was auch damit zusammenhängen mag, dass die Tochter einer Pfarrerfamilie die zehnte Klasse genau im Wendejahr 1990 abschloss. Erst nach der Ausbildung wandte sie sich der Musik zu, studierte in Halle Orgel, Chorleitung, Klavier und Musiktheorie. Ihre ersten Kantorinnenstellen waren 1999 bis 2001 in Bernburg, danach in Leipzig Leutzsch. 2005 kam sie nach Rötha.

Vertreter hat gut mit dem Chor gearbeitet

Natürlich ist der eher bescheiden auftretenden Leipzigerin, deren Lebensgefährte als Musiker in Chemnitz lebt, nicht entgangen, dass ihr Elternzeitvertreter, der Südkoreaner Jihoon Song, ein sehr ehrgeiziger junger Musiker ist. Sie freue sich, sagt sie im Rückblick, „dass er so gut mit dem Chor gearbeitet hat, dass er die Leute so mitgerissen hat“. Sie gönnt ihm, dass er die Gelegenheit mit den beiden Röthaer Orgeln genutzt hat, sich einen Namen zu machen. „Vielleicht reicht es für eine nächste gute Stelle“, wünscht sie Jihoon Song.

Sie selbst sieht sich nicht als ehrgeizige Künstlerin, die nach Ruhm, Preisen und höheren Weihen strebt. Obwohl sie auch schon Konzerte gegeben hat, auch im Ausland, und obwohl sie überzeugt ist: „Ich spiele die Orgel in hoher Qualität.“

Denn vor allem nimmt ihre Anfang Mai 2015 geborene Tochter Emilia jetzt den wichtigsten Platz in ihrem Leben ein, ihr widmet sie alle Zeit, die nötig ist. Zu Hause sitzt Emilia schon am Klavier oder neben der Mama an der Digitalorgel, die in der Zweiraumwohnung gerade noch Platz hat.

Von André Neumann

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