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Kanuten von Pegau empört: Stufe versperrt Wanderweg ins Neuseenland

Wassersport Kanuten von Pegau empört: Stufe versperrt Wanderweg ins Neuseenland

Für die Wählergemeinschaft Pro Pegau ist der Umgang mit der Wehrschwelle in der Weißen Elster ganz klar eine Behördenposse. Es handelt sich um wenige Sandsteine aus dem Mittelalter. Hier müssen Wassersportler ihre Boote umtragen. Dabei sollte der Spuk längst vorbei sein.

Unterhalb der Brücke an der Leipziger Straße bei Pegau müssen Wasserwanderer ihre Boote umtragen.

Quelle: privat

Pegau. Für die Wählergemeinschaft Pro Pegau ist der Umgang mit der Wehrschwelle in der Weißen Elster ganz klar eine Behördenposse. Das erklärt Silvio Bringer, Fraktionsvorsitzender im Stadtrat, mit Nachdruck. „Was für Hindernisse werden anderswo bei der Ertüchtigung der Pleiße beseitigt. Hier geht es nur um eine kleine Schwelle. Und es geht nicht voran“, kritisiert er. Das störe die Bemühungen um den Kanukurs 1 a im touristischen Gewässerverbund des Leipziger Neuseenlandes empfindlich. Doch das Problem harrt noch eine ganze Weile weiter seiner Lösung, die eigentlich schon fürs Sommerende avisiert war.

Fraktionskollege und Bruder Mario Bringer hatte in der Stadtratssitzung nach dem aktuellen Stand zu dieser Gefällestufe von 40 bis 50 Zentimeter gefragt, die sich unterhalb der Brücke an der Leipziger Straße in der Elster befindet. Laut Bürgermeister Frank Rösel (parteilos) hatte die Stadt bei der Landestalsperrenverwaltung einen Kaufantrag gestellt, um als Eigentümer bessere Möglichkeiten für die Beseitigung zu haben. Die Antwort stehe aus. Zudem wartet die Kommune noch auf Fördermittel. Deshalb hatte er das Thema bei der Tagung der Lenkungsgruppe in der Leader-Region Südraum Leipzig angesprochen. „Da soll es noch mal eine Beratung mit allen Beteiligten geben, hieß es“, sagt Rösel. Ein Termin sei nicht festgelegt worden.

Dabei liegt die wasserrechtliche Genehmigung der Unteren Wasserbehörde im Landratsamt bereits seit dem letzten Quartal 2016 vor (die LVZ berichtete). Auch einen Gestattungsvertrag mit der Landestalsperrenverwaltung (LTV) gibt es. Entfernen durfte die Stadt das Hindernis im vorgeschriebenen Zeitfenster vom 1. August bis 29. September (weil Laich- und Brutzeiten beachtet werden müssen) dennoch nicht. Die LTV vermutete plötzlich Schwierigkeiten mit dem Tosbecken, einer Art Auffangbecken am unteren Ende eines Wehres.

„Seit 2013 haben wir eine schöne Einstiegsstelle in die Kanus am Schützenplatz“, sagt Silvio Bringer, „aber in Richtung Leipzig geht nicht viel, weil nach gut 100 Metern die Kanus wegen der Schwelle aus dem Wasser gehoben werden müssen.“ Die Stadtverwaltung bezieht er bei seiner Behördenkritik ausdrücklich nicht mit ein: „Die bemüht sich, man lässt sie jedoch am langen Arm verhungern.“

Gegenüber der LVZ weist Mario Bringer, Vorsitzender des Bauausschusses im Stadtrat, auf die verstärkten Aktivitäten im benachbarten Sachsen-Anhalt hin, den Wassertourismus zu entwickeln. Unter anderem seien in Profen ein Ausstieg vor der Geröllstufe sowie ein Einstieg hinter dem Betonwehr geplant. Deshalb müsse auch die Passierfähigkeit des Flusses in Pegau gewährleistet werden. „Ohne entsprechende Infrastruktur wird es für den seit Jahresbeginn am Schützenplatz ansässigen Bootsverleiher schwierig, die bereits gestiegene Anzahl der Bootsbewegungen entscheidend zu erhöhen“, so Mario Bringer weiter. „Diese Provinz-und Behördenposse verhindert eine noch bessere wirtschaftliche Entwicklung des Verleihgeschäfts sowie die touristische Entwicklung der Stadt Pegau insgesamt.“

Es gehe hier doch letztlich nur um wenige Sandsteine aus dem Mittelalter, welche vermutlich beim Bau der Vorgängerbrücke abgelegt worden waren. „Gegenüber den aktuellen Projekten im Neuseenland mit Harthkanal und Wasserschlange in der Pleiße sollte das eigentlich keine Hausnummer sein.“ Nach Wegfall der Wehrschwelle als Hindernis bestehe die Möglichkeit, vom Wildgehege Gatzen bis zum Leipziger Stadtteil Hartmannsdorf zu paddeln. Das sei mit etwa 20 Kilometern eine der längsten umtragefreien Strecken in der Region. „Der Gewässerkurs 1 a ist das einzige Projekt der Stadt Pegau mit Bezug zum Neuseenland, wird seit Jahren mit Flyern intensiv beworben und ist für die Außenwirkung von Pegau enorm wichtig“, erklärt Mario Bringer. Deshalb müssten in Zukunft auch weitere Einsetzstellen geschaffen werden. „Die Weiße Elster zwischen Zeitz und Leipzig hat enormes Potenzial, was noch lange nicht ausgeschöpft ist.“

Von Olaf Krenz

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