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Karat zieht Pegau in seinen Bann

Karat zieht Pegau in seinen Bann

Karat im Volkshaus Pegau, wo das Swinger Trio, die Fire Birds und eine Abba-Revival-Band bisher das Nonplusultra waren, kann das gut gehen? Es kann. Das bewiesen die Band und rund 280 Fans und Liebhaber ostdeutscher Rockmusik am Freitagabend bei einem zweistündigen Konzert.

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Die Besucher gehen die bekannten und beliebten Karat-Songs mit.

Quelle: Thomas Kube

Pegau. Einem Konzert, das von Anfang an auch ein bebendes körperliches Erlebnis war, dank des offensichtlichen Hanges der Tontechniker der Band, die Bässe sehr stark aufzusteuern. Manchmal bis hart an und einmal sogar knapp über die Grenze des Erträglichen. Doch das geschah erst zu einem Zeitpunkt, als die Zuhörer so etwas kaum noch interessierte, als Bernd Römer beim Albatros seiner Gitarre mit artistischer Präzision die vertrauten kristallklaren Klänge entlockt hatte und als auch Sänger Claudius Dreilich die Leute im Saal fast ausnahmslos auf seiner Seite hatte, als er beim Song "Blumen aus Eis" von der Bühne in den tanzenden Saal lief und mit einem Blumenstrauß in der Hand zurückkehrte.

Das Publikum war bunt gemischt. Die Leute kamen aus nah und fern, und das Altersspektrum reichte von unter zehn bis über siebzig. Die Mehrzahl der Gäste kannte und mochte Karat schon zu den Zeiten, als sie zu den führenden Bands im Lande zählte. Mike Weis aus Elstertrebnitz ist so einer. Genau wie Janine und Ronny Weiße aus Geyer im Erzgebirge. Die drei gehören zu einer Gruppe von Freunden, die sich irgendwann mal auf einer Baustelle kennengelernt hatten und sich seitdem zu gemeinsamen Unternehmungen treffen. "Wir sind Ur-Ossis und Fans, und wir haben hier viele Freunde", fasste Weiße den Grund für den Konzertbesuch ausgerechnet in Pegau zusammen.

Zu den noch ein wenig älteren Besuchern gehörten Angela Berg und Klaus-Dieter Paul aus Groitzsch. "Das sind Jugenderinnerungen", schwärmte die Groitzscherin, die mit ihrem Mann sehr gern und häufig Konzerte besucht. Der ergänzte: "Vor 30 Jahren war das unsere Musik. Jetzt ist es interessant zu erleben, wie der junge Mann das Erbe seines Vaters antritt."

Und wer es noch nicht erlebt hatte, dürfte jetzt überzeugt worden sein: Eine bessere, authentischere Stimme hätte Karat für die Nachfolge des 2004 verstorbenen Herbert Dreilich nicht finden können. Claudius Dreilich, der mit den Worten "Mein Vater ist auch heute hier" an ihn erinnerte, bewies das mit vielen Titeln, die die meisten Konzertbesucher von früher im Ohr hatten, denn bis auf eine knappe Handvoll waren alle Lieder mehr als 25 Jahre alt. Das Feuerwerk der Karat-Klassiker reichte vom "Tanz mit der Sphinx" über "Jede Stunde", "Albatros" und "Der blaue Planet" bis hin zum Karat-Kult-Hit schlechthin: "Über sieben Brücken musst du geh'n" - der Refrain eindrucksvoll dargeboten von einem zweihundertstimmigen Chor der Volkshaus-Besucher.

Karat, so viel kann man schon jetzt sagen, war der Höhepunkt einer Veranstaltungsreihe, die die Stadtverwaltung aus Anlass der zehn Jahre zurückliegenden Wiedereröffnung des sanierten Volkshauses aufgelegt hat. Damals war das Haus wegen schwerer Baumängel seit zehn Jahren geschlossen und hätte, wenn sich die Stadt nicht zur Sanierung entschlossen hätte, womöglich bald abgerissen werden müssen. Zwar musste die Stadt bei diesem Konzert draufzahlen, weil eben nur 280 Karten verkauft wurden und nicht, wie erhofft, 350. Aber angesichts der Superstimmung blieb Bauamtsleiter Gunther Grothe gelassen. "Egal, wenn es den Leuten gefällt, die da sind, sind wir zufrieden." Er und Volkshausleiterin Sabine Brade konnten überaus zufrieden sein.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.07.2014
André Neumann

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