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Borna Karnevalsumzug in Groitzsch: mehr Konfetti, weniger Politik
Region Borna Karnevalsumzug in Groitzsch: mehr Konfetti, weniger Politik
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19:28 11.02.2018
Ausgefeilte Wagen, viel Konfetti, Massen an Besuchern: Groitzsch ist neben Pegau die Faschingshochburg im Landkreis Leipzig. Quelle: julia tonne
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Groitzsch

Wenn auch Pegau am Sonnabend bereits gut vorgelegt hatte, als es um ungewöhnliche Wagen, gute Laune und viele Besucher beim Faschingsumzug ging, so setzte Groitzsch noch ein kleines bisschen oben drauf. Vor allem Konfetti. Nach einem zweistündigen Marsch durch die Innenstadt bestand ganz Groitzsch nur noch aus weißen Straßen und weißen Zuschauern. Dagegen blieben gar die mitgelaufenen Schornsteinfeger mit ihrer schwarzen Rauchwolke fast farblos.

Es war wieder bunt – in Groitzsch. Fantasievoll gestaltete Wagen, viel Konfetti, aber weniger Politik bestimmten den Umzug am Sonntag. Die Besucher strömten in Scharen, die Stadt war rappelvoll.

Dabei hatte der veranstaltende Groitzscher Carnevalclub von 1965 vorab alle teilnehmenden Vereine gebeten, mit den Schnipseln sparsam umzugehen. Allerdings verpuffte der Aufruf ungehört, schaufelweise Papierkrümel verteilten sich in der Zuschauermenge. Doch der GCC und Bürgermeister Maik Kunze nahmen es mit Humor, die beglückten Gäste mit eimerweise Konfetti in der Jacke ebenso. So manch einer musste sich sicherlich trotz der eisigen Temperaturen von Kopf bis Fuß ausziehen, um das Zeug nicht ins Auto oder gar nach Hause zu schleppen.

Sparsam hingegen blieb es beim Thema Politik. Die fantasievoll gestalteten Wagen rückten eher – wie auch schon in Pegau – Bauarbeiter, Märchenfiguren und Weihnachtswichtel in den Focus. Anspielungen gab es lediglich hinsichtlich der Rente mit 70 und dem Austritt der Briten aus der EU. Die Queen jedenfalls und ihre Beefeater (Ordnungstruppe des Tower of London) waren trotz des sich anbahnenden Brexit nach Groitzsch gereist. Wesentlich deutlicher wurde Kunze bei seiner Rede zur Lage der Faschingsnation. „Angela Merkel erzählt ja auch nur Grütze, die den Leuten letztlich gar nichts nütze“, ließ er verlauten, erklärte Andrea Nahles zur „Trompete der SPD“, die auf das Kanzleramt schiele, und sähe „Donald Trump und Kim Jong-un auf Atomraketen geschnallt und ins All geknallt“. Für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan fände sich auf der Rakete sicherlich auch noch ein Plätzchen. Wobei sämtliche Politiker ja durchaus auch für VW als Testobjekte herhalten könnten.

Von Julia Tonne

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