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Borna Karsten Richter wird Bürgermeister in Borna
Region Borna Karsten Richter wird Bürgermeister in Borna
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14:52 18.08.2017
Wurde gewählt: der neue Bornaer Bürgermeister Karsten Richter (CDU). Quelle: Jens Paul Taubert
Borna

Wohl noch nie in der Bornaer Stadtgeschichte war die Besetzung eines wichtigen Postens in der Stadt so sehr eine Glücksfrage. So wie vorgestern Abend im Bornaer Stadtrat, als das Los über die Besetzung des Bürgermeisterpostens entscheiden musste. Am Ende war Karsten Richter (CDU) der Glückliche (die LVZ berichtete). Der frühere Bürgermeister der Gemeinde Eulatal stand auf dem Zettel, den der SPD-Fraktionsvorsitzende Oliver Urban in der sozusagen dritten Runde der Bürgermeisterwahl aus dem Lostopf fischte. Gegenkandidat Stefan Fricke (SPD), in leitender Funktion bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Eisenach, hatte das Nachsehen.

Wurde nicht gewählt: Stefan Fricke (SPD). Quelle: Jens Paul Taubert

Zuvor hatte es für keinen der beiden Bewerber in zwei Wahlgängen eine Mehrheit gegeben. Zwar lag Fricke im ersten Wahlgang mit elf Stimmen gegen fünf für Richter bei sechs Enthaltungen vorn, aber das langte nicht, weil er die absolute Mehrheit hätte haben müssen. In Runde zwei gab es ein Patt zwischen beiden Bewerbern, die jeweils zwölf Stimmen bekamen – das bedeutete bei einer Enthaltung Gleichstand. In diesem Wahlgang hätte die einfache Mehrheit gereicht.

Bevor es zu den Wahlgängen kam, hatte der frühere Oberbürgermeister und Chef der Fraktion „Bürger für Borna“ (BfB), Bernd Schröter, beantragt, die Wahl zu verschieben. „Wir sind der Meinung, dass die aktuelle Ausschreibung so nicht hätte stattfinden dürfen.“ Bereits im Vorfeld hatte Schröter erklärt, in der Stellenausschreibung hätte ein Bauingenieur gesucht werden müssen. Und weiter: In der Spitze der Stadtverwaltung fehle es an Kompetenz für Planung und Bauwesen. „Ein studierter Mensch, der fehlt dort.“ Der neue Bürgermeister/Beigeordnete müsse nicht bei der öffentlichen Darstellung der Stadt mitwirken. Deshalb solle die Ausschreibung im Oktober erneut erfolge.

Widerstand gegen diesen Vorstoß kam von SPD-Fraktionschef Urban und seinem Amtskollegen Roland Wübbeke. Urban: „Wir sind der Meinung, dass ein Jurist“ – eben Fricke, den die SPD unterstützte, „die Anforderungen für den Bürgermeisterposten erfüllt. Wübbeke machte klar, „dass wir die Ausschreibung nicht für besonders glücklich halten“. Andererseits gebe es seit nahezu einem Jahr einen unbesetzten Führungsposten in der Stadt. Der überwiegende Teil seiner Fraktion neige deshalb einem Kandidaten – Richter – zu, auch wenn der die Anforderungen nicht voll erfülle. Aber, so Wübbele weiter: „Er hat Erfahrung.“

Der neue Bürgermeister Richter ist 40 Jahre alt und Vater von zwei Töchtern. Er wohnt in Frankenhain, woran er auch künftig festhalten will („Das sind zehn Minuten bis nach Borna.“) Richter absolvierte nach dem Abitur eine Ausbildung zum Industriekaufmann, wurde mit 24 für acht Jahre Bürgermeister von Eulatal und ist seither in der Stadtverwaltung Frohburg beschäftigt. „Ich kenne die Diskussionen um Kindertagesstätten und Schulen.“ Zudem ist er Vorsitzender des Tourismusvereins „Borna und Kohrener Land“. Wann er im Rathaus am Schreibtisch sitzt, ist noch unklar.

Für Borna war die Entscheidung per Los eine Premiere. Im Landkreis Leipzig allerdings nicht. Speziell in Wurzen gab es gleich zwei Losentscheide. So kam der heutige Erste Beigeordnete des Landkreises, Gerald Lehne (CDU), vor 15 Jahren mit einem Los in sein damaliges Amt als Beigeordneter/Bürgermeister. Und auch sein Vater Friedrich Lehne hatte Glück. Er war per Losentscheid Vize-Landrat des Muldentalkreises geworden.

Von Nikos Natsidis

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