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Kartenspiele im Bornaer Museum

Kartenspiele im Bornaer Museum


Borna. Sicherlich hat jeder schon einmal Spielkarten in der Hand gehalten. Ob in der Kindheit in Form eines Tierquartetts oder als Erwachsener in einer Skatrunde – Kartenspiele finden sich in beinahe jedem Haushalt und erfreuen sich auch im Hightech-Zeitalter ungebrochener Beliebtheit.

. Dieses Thema hat jetzt auch das Museum in seiner Weihnachtsausstellung aufgegriffen. Titel in diesem Jahr: „Mehr als ein Kartenspiel..." Seit Ende November können Besucher eine Vielzahl an Kartenspielen und Quartetten in Vitrinen, Schaukästen und Glasrahmen bestaunen. „Bei unserer Sonderausstellung achten wir immer darauf, dass im Wesentlichen die Kinder angesprochen und einbezogen werden", erklärt Mitinitiatorin Gerlinde Fritzsche. „Wir wollen zeigen, dass seit Generationen Karten gespielt werden und wie die sich im Laufe der Zeit verändert haben."

Mit Hilfe des Spielkartenmuseums Altenburg, dem Fundus des Bornaer Museums und der Leihgabe von Privatpersonen konnte die Sammlung unter Museumsleiterin Gabriele Kämpfner und den ehrenamtlichen Mitarbeitern Gerlinde Fritzsche und Annerose Kämpfer zusammengestellt werden. Thematisch reichen die Kartenspiele von Märchen über Technik, Wissenschaft und Natur bis hin zu typischen Spielen wie Skat und Rommé. Auch eins des Bornaer Kulturbundes von 1986 ist vertreten, auf dem neben bergmännischen Motiven beispielsweise das Reichstor zu sehen ist. Das älteste Exemplar ist ein Würfelspiel mit Karten namens „Glocke und Hammer" aus dem Jahre 1879. Bis zum Zweiten Weltkrieg war das von dem Wiener Kunsthändler Heinrich Friedrich Müller erfundene Spiel europaweit beliebt.

In einer anderen Vitrine sind die verschiedensten Skatspiele aufgereiht. Besonders auffallend ist nicht nur ein gut erhaltenes vom Ende des 19. Jahrhunderts, sondern auch ein winzig kleines, das kaum drei Zentimeter misst. Interessant ist auch das Quartett „Sachsenland" von 1930, auf dem Wahrzeichen bekannter sächsischer Städte zu sehen sind. „Mir persönlich gefällt das Quartett ‚12 Monate‘ am besten. Das habe ich als Kind schon gespielt und weckt somit allerlei Erinnerungen", meint Annerose Kämpfer. „Es ist außerdem wunderschön gemalt." Es gehe aber vor allem um das gemeinschaftliche Spielen in der Familie oder unter Freunden. „Gerade in der heutigen Zeit,in der so viele Jugendliche allein vorm Computer sitzen, geht das Zwischenmenschliche oft verloren", bedauert Gerlinde Fritzsche. „Ein gemeinsames Kartenspiel fördert den Gemeinschaftssinn, und man kann spielerisch viel dazulernen."

Besonders beliebt seien heutzutage bei den Jüngeren Auto- oder Tierquartette sowie Kartenspiele mit bekannten Fernsehfiguren wie dem Sandmännchen. Ältere erfreuen sich an geschichtlichen Quartetten oder Spielen mit lustigen Sprichwörtern. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Wie auf einer Informationstafel zu lesen ist, gibt es nichts, was es nicht als Spielkarten gibt – vom Bier bis zur Glühlampe, von der Zeitung bis zur Zigarette.

Doch trotz ständiger Neuerscheinungen begeistert vor allem „Der schwarze Peter" seit Jahrzehnten Groß und Klein. „Unsere Besucher setzen sich am Ende der Ausstellung gern an den Tisch, um ein Kartenspiel zu spielen, und die Wahl fällt, unabhängig vom Alter, meist auf den Schwarzen Peter", berichtet Annerose Kämpfer.

Für die Winterferien haben die Initiatoren etwas Besonderes geplant. An einer Druckerpresse werden die Kinder ihre eigenen Spielkarten drucken können. Die Ausstellung ist noch bis zum 29. Februar zu besichtigen, wochentags (außer Montag) von 9 bis 17 Uhr und am Wochenende von 14 bis 17 Uhr.

Claudia Schellenberger

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