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Katastrophenalarm aufgehoben

Katastrophenalarm aufgehoben

Am Tag nach der großen Gefahr ist in Borna zwar wieder Ruhe eingekehrt, aber noch längst nicht wieder volle Normalität. Straßen waren weiter gesperrt, die Schulen ohnehin nicht offen und zahlreiche Keller voll mit Wasser.

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Auch gestern noch musste in den Häusern Angerstraße 6 und 8 das Wasser aus den Kellern gepumpt werden.

Quelle: Thomas Kube

Borna. Am Nachmittag wurde der Katastrophenalarm für Borna und seine Ortsteile sowie Frohburg aufgehoben. Eine Schadensbilanz ist allerdings noch nicht möglich.

49 Personen mussten wegen der Wassermassen evakuiert werden, sagte Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) gestern. Davon kamen 37 am Sonntagabend aus Thräna, der Rest stammt aus der Angerstraße, wo bekanntlich mehrere Häuser geräumt werden mussten, weil das Wasser im Keller bis zur Oberkante stand und nach wie vor abgepumpt werden muss. Die Hochwasseropfer aus Thräna, wo die Pleiße weiterhin große Gebiete überflutet hat, waren in der Turnhalle der Schule West untergebracht worden, während die Bewohner aus der Angerstraße bei Bekannten und Verwandten unterkamen. Die Dreifelderhalle, als Notquartier vorgesehen, musste jedenfalls nicht in Anspruch genommen werden.

Immerhin werden die Schäden sichtbar. Neben der Straße in Thräna, die wegen der Wassermassen am Sonntagabend aufgerissen wurde, ist auch das Klärwerk in der Abtsdorfer Straße betroffen. In den nächsten Tagen, so Marcel Böhm, der stellvertretende Bornaer Wehrleiter, müssen alle Straßen, in denen Wasser stand, untersucht werden. Es gehe darum, inwieweit die Trassen unterspült wurden. Weiterhin gesperrt sind die Straßen nach Regis und Deutzen. Der Zwölfbogenweg, vorgestern ebenfalls unter Wasser, wurde gestern gereinigt. Allerdings, so Böhm, "es wird dauern, bis die Infrastrukur wieder vollständig hergestellt ist." Mitarbeiter der Stadtverwaltung behalten die Straßen bei Kontrollfahrten im Blick.

Geduld brauchen auch die Bewohner der Häuer, in denen die Städtische-Werke-Borna-Netz-GmbH vorgestern den Strom abdrehen musste. Betroffen davon sind die Tummelwitzer, Witznitzer und teilweise die Abtsdorfer Straße, aber auch Häuser in Jahnstraße, der Bahnhofstraße und der Altenburger Straße. Auch in Eula sind Keller voller Wasser. SWB-Netz-Chef Hendrik Franke erklärte, bis Ende der Woche sollten alle wieder am Netz sein. Zuvor müssten aber auch die Keller leergepumpt werden.

Nach dem Mittag war gestern der Katastrophenalarm für die ganze Stadt aufgehoben worden. Da lag der Pegel der Wyhra bei Streitwald bei 1,58 Metern. Der Höchststand hatte am Tag zuvor bei 3,39 Metern gelegen. Die Feuerwehrleute blieben weiter im Dienst. Sie waren nach Angaben von Böhm seit Sonntag im Einsatz, 60 Brandschützer der Stadtfeuerwehr sowie alle sechs Ortsfeuerwehren - immerhin Zwölf-Stunden-Rhythmus. Unterstützung hatten sie von Angehörigen eines Löschzuges aus dem Raum Senftenberg bekommen, die gestern wieder abrückten.

Diskutiert wurde unter Innenstadthändlern gestern die Verteilung der Sandsäcke am Montag und die Kommunikation durch die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung. So erklärte Bärbel Claus, Betreiberin eines Geschäfts für Kindersachen in der Reichsstraße, zwar habe sie Sandsäcke für ihr Geschäft erhalten, "ich hätte mir aber mehr Informationen gewünscht." Thoralf Lang, der Vorsitzende des Gewerbevereins, sprach von Irritationen, die es bei der Sandsackverteilung gegeben habe. Es habe auf dem Wirtschaftshof geheißen, dass zunächst die Behörden geschützt werden müssten. Lang erklärte, es müsse in einer Situation wie der vorgestern Vormittag darum gehen, welches Geschäft und welches Gebäude bedroht seien - und danach unterschieden werden, ob es sich bei den Bedürftigen um Behörden oder Privatpersonen handle.

Oberbürgermeisterin Luedtke räumte ein, dass eine reichliche Stunde lang keine Säcke zur Verfügung standen. Es habe gedauert, die Säcke aus dem zentralen Lager in Trebsen und damit hinter dem Krisengebiet Grimma zum Wirtschaftshof zu schaffen, wo 60, 70 Freiwillige halfen. Feuerwehrvize Böhm verwies darauf, dass es in derartigen Fällen durchaus eine Reihenfolge gebe - und die bedeute, das Ärzte und Apotheken oder auch Bäcker und Fleischer als grundlegend für die Versorgung der Bevölkerung betrachtet werden müssten und deshalb im Zweifelsfall eher mit Schutzmaterialien ausgestattet würden.

Inwieweit Hochwassergeschädigte mit finanzieller Unterstützung rechnen können, ließ Oberbürgermeisterin Luedtke offen. In diesem Fall sei der Freistaat gefordert. Im Stadtsäckel seien dafür keine Gelder vorgesehen. Sie kündigte an, dass die Stadt Borna von einem Hilfsangebot des Partnerkreises Esslingen profitieren könne. Das habe ihr Landrat Gerhard Gey (CDU) zugesichert. So kann die Stadt Borna zwei Pumpen kostenlos nutzen. Die Geräte sollen in Thräna sowie in der Abtsdorfer Straße zum Einsatz kommen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..

Nikos Natsidis

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