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Katzenjammer in Bornas Gärten: Zahl der Streuner wächst rasant

Tierschutz Katzenjammer in Bornas Gärten: Zahl der Streuner wächst rasant

In den Bornaer Gartensparten sorgen derzeit unzählige streunende Katzen für große Probleme: Sie vermehren sich überdurchschnittlich und werden von manchen Gartenbesitzern gejagt, gequält und sogar getötet – auf der anderen Seite aber auch mit Fressen angelockt.

Der Bornaer Tierschutzverein appelliert an alle Gartenvereine
 

Quelle: dpa

Borna.  Ein großes Problem treibt dem Bornaer Tierschutzverein derzeit die Sorgenfalten auf die Stirn: Unzählige herrenlose Katzen wildern durch die Gartenanlagen der Kreisstadt und vermehren sich überdurchschnittlich. „Mitte Juli haben wir in einem Gartenverein sechs kleine Katzen eingefangen, um sie zu kastrieren. Doch leider haben von diesen nur drei überlebt“, berichtet Michaela Angermann, die Vorsitzende des Tierschutzvereins. „Und das waren nur sechs von bestimmt 15 Katzen in einer einzigen Gartenanlage.“

In den anderen Bornaer Sparten sehe es ähnlich aus. Die Streuner leiden oft unter Katzenschnupfen, Milben, Würmer und Herpes. Hinzu komme, so Michaela Angermann weiter, dass die herrenlosen Tiere gejagt, gequält und sogar getötet werden. „Manche Gartenbesitzer reagieren aggressiv und bösartig, vergiften oder überfahren die Katzen.“ Dazu gebe es Augenzeugen und es wurden bereits Anzeigen bei der Polizei erstattet. „Ein völlig unsinniges und vor allem strafbares Verhalten“, meint die Tierschützerin und appelliert dafür, das Problem lieber mit Sachverstand zu lösen, zum Beispiel, indem man sich Fallen beim Veterinäramt oder beim Tierschutzverein ausleihe, die erwachsenen Tiere einfange, kastrieren lasse und sie dann wieder an einer betreuten Futterstelle aussetze.

Es gebe Gartenvereine in Borna, mit denen die Zusammenarbeit zwischen dem Vorstand, den Laubenpiepern und dem Tierschutzverein sehr gut funktioniere. Hier wurden alle Gartenkatzen kastriert und wieder ausgesetzt; damit sei auch das Thema ungewollter Nachwuchs vom Tisch. „Zurzeit wird eine solche Aktion im Gartenverein Sachsenburg I organisiert“, berichtet Michaela Angermann. Der Vorstand ist hier sehr kooperativ „und wir sind wirklich guter Dinge.“

Auf der anderen Seite gebe es Gartenvereine, wo selbst ein Gespräch mit dem Vorstand unmöglich sei beziehungsweise nur unsachlich geführt werden könne. Dort müssten Ordnungsamt und Polizei helfen. Die Katzen werden hier oft von Gartenfreunden aus falsch verstandener Tierliebe gefüttert, und damit kommen sie immer wieder und vermehren sich rasant. „Gemeinsam müsste man dafür sorgen, dass die Tiere eingefangen, kastriert und an einer externen Futterstelle wieder ausgesetzt werden. Nur so können wir das Problem wirklich lösen.“ Das Tierheim könne die nicht aufnehmen, weil sie verwildert und somit nicht vermittelbar sind.

Selbst sehr junge Straßenkatzen können oft nur unter großem Stress und Angst an den Menschen gewöhnt werden, sodass ihnen durch eine Vermittlung nicht geholfen wäre. Umso wichtiger sei es, dafür zu sorgen, dass der Kreislauf der ständigen Vermehrung unterbrochen werde. Der Tierschutzverein Borna fordert daher eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen. Nur so könne die dramatische Vermehrung der Samtpfoten ohne ein liebevolles Zuhause langfristig reduziert werden. Michaela Angermann: „Man kann auch die Arbeit des Tierschutzvereins unterstützen und zum Beispiel mit Spenden für die Kastrationsaktionen einen wichtigen Beitrag zur Minderung des Katzenelends leisten.“

Straßenkatzen stammen ursprünglich von unkastrierten Hauskatzen ab, deren Besitzer sie ausgesetzt haben oder im Stich ließen. Die Population steigt überdurchschnittlich, wenn sich Hauskatzen untereinander oder mit frei lebenden Katzen unkontrolliert vermehren. Als domestizierte Tiere sind Katzen nicht in der Lage, sich oder ihre Nachkommen vollständig alleine zu versorgen. Sie leiden an Unter- oder Mangelernährung, Krankheiten und Parasiten. Tagein, tagaus führen sie einen harten Kampf ums Überleben, der meist im Verborgenen stattfindet. Sie leben versteckt auf Hinterhöfen, in Gartenanlagen oder in stillgelegten Industriegebäuden und der Mensch bekommt sie nur selten zu Gesicht. Ein Kreislauf, der unterbrochen werden muss.

Von Kathrin Haase

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