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Borna Kein Bock auf Schule: Projekt in Zwenkau soll Jugendliche wieder motivieren
Region Borna Kein Bock auf Schule: Projekt in Zwenkau soll Jugendliche wieder motivieren
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16:46 23.11.2016
Schulschwänzer - in Sachsen wird nach Einschätzung von Experten zu wenig für sie getan. Quelle: Archiv
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Landkreis Leipzig

Kein Bock auf Schule: In einigen Fällen wächst sich diese Einstellung zu langen Fehlzeiten aus. Während andere Altersgenossen die Schulbank drücken, steht Schulschwänzern der Sinn nach anderen Dingen. Im Landkreis wird jetzt erstmal ein Projekt auf den Weg gebracht, das sich Schulverweigerern annimmt. „Um das Problem zu lösen, brauchen wir mehr als ein Klassenzimmer“, bringt es Jugendamtsleiterin Ines Lüpfert auf den Punkt. Deshalb habe man mit Partner wie dem Jobcenter, dem Berufsschulzentrum Leipziger Land in Böhlen, dem Jugendamt oder der Sächsischen Bildungsagentur nach einer anderem Weg gesucht. Ab 1. Januar soll ein handlungsorientiertes Projekt im Waldbad Zwenkau starten, informierte Lüpfert. Unter Trägerschaft des Vereins Columbus Junior sollen vorerst fünf Jugendliche von einem Sozialpädagogen betreut werden. Der Versuch ist auf ein Jahr angelegt. Der Jugendhilfeausschuss gab auf seiner jüngsten Sitzung für die anteilige Finanzierung grünes Licht. Vorteil: Im Waldbad Zwenkau läuft bereits seit mehreren Jahren ein Jugendberufshilfeprojekt. Bis zu 20 schwer vermittelbare Jugendliche wurden bislang betreut, als Vorbereitung auf Ausbildung und Berufseinstieg übernahmen sie Pflegearbeiten an Grünflächen oder waren bei Abriss und Sanierung von Gebäuden wie einer Sauna aktiv.

An die Erfahrungen dieses Projektes, das unter dem Motto „Gemeinsam stark – Waldbad Zwenkau“ läuft, soll nun angeknüpft werden. Räumlichkeiten und Ressourcen könnten gemeinsam genutzt werden. Auch das laufende Projekt wird bereits vom Verein Columbus verantwortet.

„Kinder fangen zeitig an, der Schule fern zu bleiben“, erklärt Ines Lüpfert. Das Problem trete besonders bei Berufsschülern und Oberschülern auf, wenige Fälle seien an Gymnasien zu verzeichnen. Im Vorjahr seien rund 140 Verfahren vom Landratsamt geführt worden.

Die Verantwortung liege bei den Eltern, bei denen herrsche aber oft eine große Hilflosigkeit. „Oftmals bekommen wir dann zu hören, dass das betreffende Kind oder der Jugendliche krank sei“, schildert Lüpfert Erfahrungen aus dem Allgemeinen Sozialen Dienst. Sobald jemand im Halbjahr drei Tage unentschuldigt dem Unterricht fernbleibt, sucht die Schule das Gespräch mit den Eltern. Bei weiterem Fehlen wird das Landratsamt tätig. Wiederholte Verstöße gegen die Schulpflicht können dann mit einer Geldstrafe geahndet werden. Für hartnäckige Fälle wird Arrest angeordnet.

Wichtig sei, so früh wie möglich Hilfen anzubieten. Denn oftmals, so die Erfahrung der Kreis-Behörde, würden sich regelrechte Schulschwänzer-Karrieren abzeichnen. Mit dem Projekt in Zwenkau soll versucht werden, Jugendliche doch noch zu einem Schulabschluss oder einer Ausbildung zu führen. Kleine Lerngruppen, ein abwechslungsreicher, aber auch klar strukturierter Tagesablauf, der Wechsel von Theorie und Praxis sollen den konzeptionellen Rahmen bieten, um die jungen Leute wieder zu motivieren. Dringenden Bedarf an einem solchen außerschulischen Angebot habe das BSZ in Böhlen signalisiert. Bereits jetzt gebe es potenzielle Teilnehmer, die in Frage kämen, so das Jugendamt. Ein Schüler befinde sich in Beugehaft, gegen vier weitere wurden Disziplinarmaßnahmen verhängt.

Organisatorisch bleiben die Teilnehmer als Schüler des BSZ angemeldet. Eine Befreiung von der Schulpflicht sei somit nicht erforderlich und außerdem bleibe auch der Kontakt zur Schule bestehen.

Von Simone Prenzel

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