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Borna Kein Geld für den großen Wurf Campus: Kitzscher muss seine Schulen sanieren
Region Borna Kein Geld für den großen Wurf Campus: Kitzscher muss seine Schulen sanieren
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07:00 15.06.2016
Frühere Arbeiten an der Grundschule Kitzscher im Jahr 2012. Nötig wäre am Gebäude nun eine energetische Sanierung mit Wärmedämmung, neuen Fenstern, Heizung, Fußböden und Lichtanlage. Quelle: Thomas Kube
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Kitzscher

Die Oberschule Kitzscher leistet eine anerkannt gute pädagogische Arbeit, macht mit schulischen wie außerschulischen Projekten immer wieder positiv von sich reden. Das Gebäude allerdings, ein DDR-Plattenbau, ist dringend sanierungsbedürftig. Um so mehr, als die Stadt über Jahrzehnte so gut wie nichts in das Gebäude investieren konnte. Jetzt besteht Aussicht auf Fördermittel. Doch für den ganz großen Wurf wird es vermutlich nicht reichen, den Traum vom Neubau-Campus wird sich die Stadt nicht erfüllen können.

Die Oberschule Kitzscher stand im Schulnetzplan des Landkreises jahrelang unter dem so genannten Beobachtungsstatus. Damit war ihr Bestand nicht sicher, was in der Konsequenz bedeutete, es gibt vom Freistaat Sachsen keine Fördermittel für Investitionen. Erst als das Kultusministerium gewissermaßen im Vorgriff auf das zu erwartende neue Schulgesetz ländlichen Oberschulen dem Bestand zusagte, auch wenn je Jahrgang nur eine Klasse zustande kommt, änderte sich das.

Seitdem kann Kitzscher planen und auf Geld vom Freistaat hoffen. Im vergangenen Herbst wurde aus Stadträten, den Leitungen von Grund- und Oberschule und Vertretern der Stadtverwaltung eine Schul-Arbeitsgruppe gebildet. Die ließ zunächst ganz nüchtern die Kosten für verschiedene Varianten der künftigen Schullandschaft ermitteln.

Für die Grundschule wurde für eine energetische Sanierung mit Wärmedämmung, neuen Fenstern, Heizung, Fußböden und Lichtanlage ein Bedarf von einer Million Euro errechnet. Die Oberschule hat eine komplette Sanierung nötig, dafür werden vier Millionen Euro veranschlagt. In der Arbeitsgruppe gingen die Gedanken aber auch in Richtung eines Neubaus beider Schulen am Platz der jetzigen Oberschule. Der würde rund sieben Millionen Euro kosten. Für eine neue Zweifeldsporthalle kämen noch drei Millionen hinzu.

Nach einem Treffen der Arbeitsgruppe mit Vertretern des Finanzministeriums und des Kultusministeriums ist zumindest bezüglich dieses großen Wurfes Ernüchterung eingekehrt. Die Ministeriumsvertreter hätten, sagt Bürgermeister Maik Schramm (Freie Wähler) der Stadt erneut versichert, dass sie förderfähig sei, eine Sonderbehandlung werde es aber nicht geben. Genau darauf hatten Schramm und einige andere Arbeitsgruppenmitglieder insgeheim gehofft mit Verweis auf die lange Förderabstinenz. Schramm: „Weil wir den Beobachtungsstatus hatten und nicht gefördert wurden, haben wir wesentlich mehr Investitionsstau als andere.“

Doch die Aussagen der Ministeriumsvertreter seien eindeutig gewesen: „Wir werden genauso behandelt, wie andere auch.“ Das heiße, es gebe 40 Prozent Förderung und es könne noch eine Förderung über das Leader-Programm für den ländlichen Raum in Betracht gezogen werden.

Mit dieser Ausgangslage müssen nun die Arbeitsgruppe und danach der Stadtrat einen Fahrplan für die Sanierung entwickeln. Von der Campus-Idee hat sich Schramm dabei schon weitgehend verabschiedet. „Rein finanztechnisch können wir uns den Neubau nicht leisten“, sagte er der LVZ. Man werde beide Schulen schrittweise an ihrem jeweiligen Standort sanieren müssen.

Von André Neumann

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