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Borna Kein Sommerspektakel mehr auf dem Markt
Region Borna Kein Sommerspektakel mehr auf dem Markt
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05:01 25.05.2018
Das war einmal: Das Bornaer Publikum genießt den Abend beim Sommerspektakel. Quelle: Anja Macheleid
Borna

Das Bornaer Sommerspektakel ist tot. Nach der Pleite im letzten Jahr, als die mehrtägige Veranstaltung kurzfristig abgesagt wurde, steht bereits jetzt fest, dass es auch in diesem Jahr kein Sommerspektakel geben wird. Damit, macht Gewerbevereinschef Thomas Lungwitz, Betreiber des Hotels „Drei Rosen“, klar, dürfte die Geschichte der Veranstaltung beendet sein.

Gastronomen fehlt das Personal

Entscheidend dafür sind Gründe, wie sie gelernte DDR-Bürger nur zu gut kennen – keine Leute. „Uns fehlt es schlichtweg an Personal“, bringt es Lungwitz auf den Punkt. Ein Problem, das im Prinzip jeder Gastronom hat, wie auch einer der Vorgänger von Lungwitz als Vorsitzender des Bornaer Gewerbevereins, André Ohneberg, bestätigt.

Der Mann, der als einer der Väter des Sommerspektakels gelten kann und der in seinen besten Zeiten mehrere Gaststätten in Borna betrieb, ist heute Geschäftsführer des Kulturgasthofs Kosma. Auch er weiß von den Personalsorgen der Branche.

„Wir arbeiten jedes Wochenende.“ Allerdings sei kaum jemand noch bereit, im Dienstleistungssektor zu arbeiten geschweige denn dort „eine Lehre zu beginnen“. Dabei ist Ohneberg davon überzeugt, dass das Problem auch mit den Verhältnissen in Deutschland zu tun hat. „Es gibt Leute, die Geld bekommen, obwohl sie nicht arbeiten.“ Ohneberg selbst ist mit seinen Projekten in Kosma und Pahna ausgelastet.

Kurzfristige Absage im Vorjahr

Drei-Rosen-Chef Lungwitz hatte vor Jahresfrist, als für das geplante Sommerspektakel bereits Musikgruppen gebunden waren, bei sämtlichen Bornaer Gastronomen, aber auch darüber hinaus angefragt. Heraus kamen Absagen, bisweilen auch kurzfristig, so dass das gastronomisch-kulturelle Ereignis am Ende abgeblasen wurde.

Immerhin wären für die Bewirtschaftung der etwa 450 Plätze vor dem Rathaus zehn bis zwölf Arbeitskräfte als Bedienung sowie in der Küche und an der Theke benötigt worden. Für einen erfahrenen Gastwirt wie Lungwitz auch eine Niveau-Frage. Als es beim Sommerspektakel vor zwei Jahren Selbstbedienung statt des gewohnten Ambientes nebst Service gab, folgte die Kritik auf dem Fuße.

Was Gastronomen wie Lungwitz das Leben zusätzlich erschwert, sind bürokratische Vorgaben, die unter dem Strich zu Arbeitszeitbegrenzungen führen, die in der Praxis eines Restaurantbetriebes nur schwer einzuhalten sind, und die aufwendig dokumentiert werden müssen. Die Folge ist das Ende einer beliebten mehrtägigen Veranstaltung nach knapp 20 Jahren, deren Organisation beim Gewerbeverein lag und die von der Stadt unterstützt wurde.

Gelegenheit für Gastronomen, sich zu präsentieren

Die Idee dazu war entstanden, als der damalige Gewerbevereinsvorsitzende Ohneberg fand, es sei wenig sinnvoll, abendlichen Gastronomiebetrieb im großen Stil auf dem Markt ausgerechnet im Rahmen des alljährlichen Stadtfestes anzubieten – Anfang Oktober und damit zu einer Zeit mit eher kühleren Temperaturen und schon im Herbst.

„Das Sommerspektakel war eine Gelegenheit für die Gastronomen, sich zu präsentieren.“ Und die Veranstaltung mit Live-Musik auf der Bühne und tafelnden Besuchern davor, die in ihren besten Jahren fast eine ganze Woche lang stattfand, funktionierte.

Natürlich wusste auch Ohneberg, dass mancher der gastronomischen Mitbewerber dachte, er käme beim Kampf um die Kundschaft schlechter weg als der Nachbar. Ihm sei das aber egal gewesen. „Und selbst wenn ich nichts verdient hätte, wäre das Werbung für mich gewesen.“

Von Nikos Natsidis

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