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Kein gutes Jahr: Nur sieben junge Adebare kommen durch

Kein gutes Jahr: Nur sieben junge Adebare kommen durch

Wenn sich die ersten Herbstvorboten zeigen, ist es für die majestätischen Weißstörche Zeit, in die Winterquartiere aufzubrechen. Anfang des Monats verabschiedeten sich die meisten Adebare auch aus unserer Region.

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Während die zwei Jungstörche im Nest auf dem Pegauer Ziegelei-Schornstein sitzen, macht sich ein Altstorch auf zur Futtersuche.

Quelle: Olaf Becher

Borna/Geithain. So haben sich etwa die Thränaer Jungvögel schon am 27. August auf die lange Reise begeben. Die Groitzscher und Pegauer Rotschnäbel folgten kurz danach.

Allerdings war es diesmal kein gutes Jahr für die Störche. Nur sieben Jungtiere konnten von den Altvögeln großgezogen werden. Dabei sah es noch im April recht vielversprechend aus. Neben fünf besetzten Horsten im Altkreis Borna gab es neun Brutpaare im Geithainer Raum, so viele wie noch nie. Doch dann spielte das Wetter nicht mit. Lang anhaltender Regen und kühle Temperaturen gerade zum Ende der Brutzeit im Mai/Juni ließen zahlreiche Storchenküken verenden oder gar nicht erst schlüpfen. "Über eine solch lange Zeit können die Alttiere ihre Brut nicht ausreichend schützen und wärmen. Ihr Gefieder ist dann selbst völlig durchnässt. Auch kann oft das Wasser im Nest nicht richtig abfließen", erklärte der Weißstorchenbetreuer für den Altkreis Borna, Andreas Fischer. So gab es in Rötha, Oelzschau, Frohburg, Prießnitz, Geithain, Syhra sowie Frauendorf, Greifenhain und Niedergräfenhain einen kompletten Brutverlust. "Es ist mehr als bedauerlich, dass so viele Jungvögel in diesem Jahr umgekommen sind", konstatierte Jens Frank, der Storchenbeauftragte für den Geithainer Raum. Lediglich in Pegau, Groitzsch, Thräna und Frankenhain trotzten jeweils zwei Geschwister den extremen Wetterunbilden.

Nach dem Hochwasser konnten sie dann vom reichlichen Nahrungsangebot profitieren. Ihre Eltern hatten keine Mühen bei der Futtersuche, bis die Trockenheit im Sommer immer mehr zunahm.

Keine idealen Bedingungen also für die im Volksmund als Glücksbringer bekannten Vögel. Dieses Glück fehlte dann auch einem kleinen Adebar vom Pegauer Horst. Er wurde Mitte Juli auf dem Ziegeleigelände mit einem gebrochenen Flügel gefunden. Leider waren die Verletzungen so schwer, dass das Tier eingeschläfert werden musste, informierte Fischer.

Jens Frank erreichte kurz vor dem Abflug seiner Adebare ebenfalls noch eine Hiobsbotschaft. Der Altstorch aus Frankenhain geriet bei der Futtersuche in das Schneidwerk eines Mähdreschers und wurde getötet. Besonders tragisch, weil erstmals seit 14 Jahren im Dorf wieder Rotschnäbel erfolgreich brüten konnten.

"Es war eines der schlechtesten Brutjahre bisher. Im Gegensatz zu anderen Kreisen haben wir mit unserem Nachwuchs aber dennoch ganz gut abgeschnitten", schätzte Andreas Fischer die nicht gerade rosige Situation ein.Anhand der Registrierungsringe konnten die Ornithologen zudem bei einigen Tieren die Herkunft ermitteln. So entpuppte sich der Pegauer Altstorch als Tscheche. Ein Weißstorch in Frohburg trug einen Ring aus Frankreich, und auf dem Geithainer Mosterei-Schornstein wurde ein Spanier ermittelt.

Bleibt zu hoffen, dass die Störche die Reisestrapazen gut überstehen und im kommenden Jahr die Witterung den Vögeln weniger Probleme bereitet.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.09.2013

Olaf Becher

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