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Borna Keine Ehrenbürgerschaft: In Kitzscher bleibt es beim Gästebuch
Region Borna Keine Ehrenbürgerschaft: In Kitzscher bleibt es beim Gästebuch
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06:00 06.07.2017
Das Goldene Buch der Stadt Kitzscher, hier in den Händen von Bürgermeister Maik Schramm (Freie Wähler) ist nur ein Gästebuch. Quelle: Jens Paul Taubert
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Kitzscher

In Kitzscher wird es vorläufig auch weiterhin nicht die Möglichkeit geben, Menschen für besondere Verdienste um die Stadt mit einer Ehrenbürgerschaft zu würdigen. Die Befürworter einer solchen Möglichkeit konnten sich auf der jüngsten Sitzung des Stadtrates nicht durchsetzen.

Der Vorstoß der CDU-Fraktion beschäftigte den Stadtrat und die Verwaltung schon ungefähr ein halbes Jahr lang. Jetzt wollte Bürgermeister Maik Schramm (Freie Wähler) in dem Streit eine Entscheidung herbeiführen und ließ über die dafür nötige Satzungsänderung abstimmen.

Die Verfechter der Ehrenbürgerschaft wollten erreichen, dass die Möglichkeit, auf diese Weise Menschen zu ehren, die sich um die Stadt besonders verdient gemacht haben, in die Hauptsatzung der Stadt aufgenommen wird. Auf diese Weise könne der Stadtrat, der nach dem Willen der Antragsteller mit einer Zweidrittelmehrheit über eine Ehrenbürgerschaft entscheiden sollte, schnell reagieren, sollte eine Persönlichkeit in Frage kommen.

Was nach übereinstimmender Auffassung der Antragsteller mit dem ehemaligen Bürgermeister Hartmut Harbich an der Spitze und des Bürgermeisters aktuell nicht der Fall sei.

„Wir würden auf Dauer die Grundlage schaffen, Bürger auf diese Weise ehren zu können“, warb Joachim Lohrentz von der CDU-Fraktion für den Vorstoß. Um Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen, wies er daraufhin, dass die Ehrenbürgerschaft die Stadt nichts kosten würde. Bis auf eine Urkunde solle sie weder mit Zuwendungen noch mit zusätzlichen Rechten verbunden sein. Derzeit gebe es für eine Würdigung lediglich ein Gästebuch. Dem Widerspruch der eigenen Fraktionsvorsitzenden Kristina Oelschlegel, wonach es sich immerhin um ein Goldenes Buch handle, entgegnete Lohrentz nichts.

Doch hat er recht: Auf dem Einband jenes Buches im Amtszimmer des Bürgermeisters steht „Gästebuch“. Der erste der insgesamt wenigen Einträge stammt aus dem Jahr 1991 und von Kurt Hermann. Der war der erste Besucher aus der Partnergemeinde Neuhausen. Spätere schrieben sich Marco Thomä ein, als der 2006 Juniorenweltmeister im Fahrrad-Trial geworden war, und zuletzt Jens Streifling, in Kitzscher aufgewachsenes Mitglied der Kölner Band Höhner.

Auch Harbich ging auf Argumente der Gegner des Vorstoßes ein. Natürlich könnten auch kleinere Städte verdienstvolle Menschen mit einer Ehrenbürgerschaft auszeichnen. Und warum sollte Kitzscher diesbezüglich nicht Vorreiter sein und die Möglichkeit verankern.

Die Kontra-Fraktion machte keine großen Worte. Bärbel Frommelt (Linke) gab zu Protokoll, die Stadt solle das Goldene Buch weiterführen und es gebe in ihrem Umfeld kein Verständnis für den Vorschlag der CDU. Der bekam bei der folgenden Abstimmung nur drei Stimmen, nicht einmal alle Anwesenden der CDU-Fraktion stimmten dafür. Ebenfalls drei Stadträte stimmten dagegen, sechs enthielten sich der Stimme. Damit war der Vorschlag durchgefallen.

Von André Neumann

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