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Borna Keine Gefahr: Klimacamp Pödelwitz gut organisiert
Region Borna Keine Gefahr: Klimacamp Pödelwitz gut organisiert
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18:04 15.08.2018
Jens Riemann Quelle: Foto: Olaf Krenz
Groitzsch

Beeindruckt vom Auftreten der Klimacamp-Teilnehmer in Pödelwitz hat sich jetzt im Nachgang Jens Riemann geäußert. Der Groitzscher Stadtrat (CDU) und Ortsvorsteher der Ortschaft Berndorf hält zwar nichts von ihrer Forderung nach einem sofortigen Kohleausstieg, lobt aber das Verhalten der meist jungen Leute. Er sei fasziniert gewesen von deren Zusammenhalt, wie er ihn bei mehreren Besuchen erlebte.

Das Klimacamp im Leipziger Südraum: Aktivisten starten die Fahrraddemo in Pödelwitz. Quelle: Dirk Knofe

Vom 28. Juli bis 5. August protestierten Umweltschützer aus Deutschland und anderen Staaten gegen den Braunkohle-Abbau sowie eine drohende Abbaggerung des Groitzscher Ortsteils Pödelwitz.

Es ist friedlich geblieben

„Es sind ja im Vorfeld viele skeptisch gewesen“, sagt der 52-Jährige, „weil es in der Vergangenheit in anderen Regionen schlechte Erfahrungen gegeben hatte.“ Doch die Warnungen des Bergbauunternehmens Mibrag vor Provokationen, Vandalismus und Schäden haben sich nicht bestätigt, so Riemann. „Die Organisatoren des Klimacamps hatten versichert, dass es friedlich bleibt, und das ist es auch.“ Die umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen, wie etwa mit einigen Polizei-Hundertschaften bei den Demonstrationen am Kraftwerk Lippendorf, seien nicht nötig gewesen. „Das war sicherlich etwas übertrieben. Ich habe bei meinen mehrfachen Besuchen in den neun Tagen nichts Radikales und Gefährliches gesehen.“ Die Sitzblockaden seien nicht ausgeartet. „So was muss man heutzutage wohl machen, um etwas aufzufallen. Alles war perfekt organisiert.“

Kraftwerksbetrieb lief ungestört

Dass sich da zwei, drei Leute von einer anderen Gruppe, nicht aus dem Camp, am Kohletransportband anketteten, sei für den Kraftwerksbetrieb eher ein Witz gewesen, habe diesen nicht gestört.

Sitzblockade der Braunkohlegegner an der Hauptzufahrt zum Kraftwerk Lippendorf. Quelle: Dirk Knofe

Im Camp selbst sollen rund 1000 Teilnehmer aus verschiedenen Nationen gewesen sein, Riemanns Schätzung nach vielleicht zwei Drittel bis Mitte 20 Jahre. „Die hatten richtige Pläne für Küchendienst, Wachdienst und Toilettendienst. Dass das junge Leute für andere machen, ist schon bemerkenswert.“ Er sei auf viele nette und gesprächsbereite Menschen getroffen, „gut gebildet, die wissen, wovon sie reden und was sie wollen“. Die intensive Beschäftigung mit Umweltthemen haben die Seminare und Workshops gezeigt. „Und es gab hinterher keine Beschwerden, dass Müll rumlag. Auch nach dem Baden im Großstolpener See haben sie nichts hinterlassen“, weiß Bauhofmitarbeiter Riemann.

Kohleausstieg in der Region umstritten

„Die Teilnehmer haben sich wirklich ordentlich benommen. Und ihnen hat es in unserer Region gefallen, haben sie gesagt. Es sei selten, dass sie so herzlich aufgenommen werden.“ Er habe deshalb nichts gegen eine Wiederholung.

Allerdings hält der Ortsvorsteher nichts davon, den Kohleabbau sofort zu beenden. „Wir brauchen die Kohle schon noch einige Jahre.“ Das Feld Peres sollte durchaus ausgekohlt werden. Aber dann sollten Technik und Energiealternativen so weit sein, um den Ausstieg zu schaffen. „Auf keinen Fall darf es sein, dass noch 2030 ein Ort abgebaggert und geopfert wird“, spielt Jens Riemann auf Mibrag-Überlegungen über Pödelwitz, aber auch Obertitz an. Letzteres gehört zum Abbaufeld Groitzscher Dreieck, das zu großen Teilen in seiner Ortschaft Berndorf liegt und wieder eröffnet werden soll.

Von Olaf Krenz

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