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Keine Schranke mehr in Deutzen

Keine Schranke mehr in Deutzen

Seit Dienstag rollt der Straßenverkehr wieder durch Deutzen. Und das flüssiger und ungehinderter als je zuvor. Die Staatsstraße 50, welche die Bahnlinie Leipzig - Hof bisher über einen beschrankten Bahnübergang kreuzte, führt jetzt in einer Unterführung darunter hindurch.

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Jetzt kann der Verkehr rollen. Feierlicher Banddurchschnitt mit Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP/3.v.l.).

Quelle: Thomas Kube

Deutzen. Mehrere Redner hoben gestern im Beisein zahlreicher Politiker, Firmenvertreter und vieler Deutzener Einwohner die Bedeutung der neuen Verkehrsführung hervor. Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) sprach von einer weiteren Etappe beim von der Staatsregierung vorangetriebenen Ausbau des Staatsstraßennetzes in Sachsen. Rainer Förster, der Leiter des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv), hob die verbesserte Sicherheit für Verkehrsteilnehmer und geringere Belastungen für Anwohner hervor. "Staus am Bahnübergang", sagte er, "gehören der Vergangenheit an." Landrat Gerhard Gey (CDU) stellte fest, die Straße verbinde Sachsen und Thüringen, durch ihren Ausbau würden sich die "nachbarschaftlichen Beziehungen zum Landkreis Altenburger Land vertiefen".

Henry Graichen (CDU), der Bürgermeister von Neukieritzsch, wozu Deutzen seit dem 1. Juli gehört, begrüßte zu Beginn seiner Ansprache Marika Nowak, die bisherige Deutzener Bürgermeisterin. Während er jetzt zur Verkehrsfreigabe am Rednerpult stehen könne, habe sie in den zurückliegenden zwei Jahren den Bau mit managen müssen, unter anderem, in dem sie sich mit den "vielen kleinen Problemchen beschäftigte, die ein solcher Bau mit sich bringt". Tatsächlich hatten viele Deutzener unter der zweijährigen Baustelle auch zu leiden. Angefangen vom alltäglichen Baustellenverkehr über Lärm, Staub und Dreck. Als über Ostern 2013 die alte Eisenbahnbrücke über die einstige Kohle-Werkbahn abgerissen und die neue eingesetzt wurde, fanden viele Deutzener wegen des ununterbrochenen Baulärms keinen Schlaf.

Der Ausbau in Deutzen kostete 5,2 Millionen Euro. Die Unterführung wurde als grundwasserdichte Wanne errichtet. Damit soll dem perspektivisch durch die Verfüllung des benachbarten Tagebaus erwarteten Grundwasseranstieg vorgebeugt werden. Die neu gebaute Straße ist rund 400 Meter lang. Dazu gehört eine Kreuzung mit der Kreisstraße in Richtung Neukieritzsch, in die auch die Straße des 15. Oktober eingebunden wurde. In der Unterführung wurde einseitig oberhalb der Fahrbahn ein kombinierter Geh- und Radweg angelegt. Zwei Treppen, die gestern noch nicht begehbar waren, führen nach oben zu den Bahnsteigen. Wer mit Fahrrad oder Kinderwagen zum Bahnsteig will, muss dafür die Zufahrten rechts und links der Brücke nutzen, was gestern auch zu Kritik führte. Andere Deutzener monierten die Beschaffenheit der Kreuzung mit der Straße nach Neukieritzsch, die es besonders Lastwagenfahrern, die von Neukieritzsch nach Deutzen abbiegen, schwer machen würde.

Mit der gestrigen Verkehrsfreigabe ist der Bau noch nicht beendet. Die Frankenhainer Baufirma Arlt wird nach den Worten von Firmenchefin Kerstin Arlt noch bis Mitte September zu tun haben. Zunächst wird am kommenden Wochenende der Bahnübergang zurückgebaut. Dafür wird die Bahnstrecke vom späten Freitagabend bis zum frühen Sonntagmorgen für rund 30 Stunden gesperrt. Die Deutzener werden während dieser Zeit noch einmal zwei Nächte und einen Sonnabend lang mit Baulärm zu tun haben, wofür die Bahn schon im Vorfeld um Entschuldigung bittet.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.08.2014
André Neumann

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