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Keine Spur aus der Dübener Heide ins Leipziger Land

Keine Spur aus der Dübener Heide ins Leipziger Land

Steht der Wolf vor dem Einzug ins Muldental und Leipziger Land? Diese besorgte Frage war in letzter Zeit immer häufiger zu hören, nachdem im benachbarten Landkreis Nordsachsen eine Überwachungskamera den Beweis für die Anwesenheit eines Tieres lieferte.

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Keine Hinweise: Während im benachbarten Nordsachsen ein Wolf durch Fotofalle nachgewiesen wurde, hat er im Muldental noch keine Spuren hinterlassen.

Quelle: Archiv

Borna. Nahe Bad Düben hielt eine sogenannte Fotofalle einen Wolf im Bild fest. Bislang gebe es im Landkreis Leipzig jedoch keine belegbaren Nachweise zum Wolf, hieß es auf Anfrage der LVZ aus dem Umweltamt des Landkreises. Ein Auftauchen könne für die nächsten Jahre aber nicht ausgeschlossen werden.

"Das gegenwärtig nächst gelegene Vorkommen befindet sich in der Annaburger Heide im Landkreis Nordsachsen, verwiesen die Amtsmitarbeiter des Bereiches Natur- und Umweltschutz auf den Fotobeweis. Der Wolf sei am Nordostrand der Dübener Heide bei Trossin/Roitzsch per Fotofalle nachgewiesen. Doch ob es sich dabei um eine Neuansiedlung oder um ein durchziehendes Tier handele, sei bislang ungeklärt.

Beim Thema Wolf scheiden sich die Geister, besonders aus Kreisen von Schafzüchtern wird seine Rückkehr nach Sachsen kritisch gesehen. Doch nach EU-Recht genießt der Wolf in Deutschland den höchsten Schutzstatus. Darauf wies das Umweltamt noch einmal hin. Der "Managementplan für den Wolf in Sachsen" regele den Umgang mit dieser streng geschützten Art, die gemäß Sächsischer Jagdverordnung in Sachsen dem Jagdrecht unterliege. Das koordinierte Monitoring - die Beobachtung durch technische Hilfsmittel wie zum Beispiel Fotofallen - werde in den Landkreisen durch geschulte Jagdausübungsberechtigte durchgeführt. Im Landkreis Leipzig ist dies aber noch nicht umgesetzt worden.

Yvonne Mucke vom Kreisjagdverband Muldental bestätigte die Aussagen des Landratsamtes. Der Wolf sei ins Jagdrecht aufgenommen worden. "Aber er ist ganzjährig geschützt", fügte sie hinzu. Das Wolfsmonitoring sei den Jägern übergeben worden, da sie als Erste an der Basis feststellen würden, wenn erste Vorkommnisse - sprich Risse oder Losungsfund, also Kot - vorhanden seien. "Derzeit sind für Sachsen etwa 40 ausgebildete Wildtierbeauftrage für das Wildmonitoring zuständig", so Mucke. Im Landkreis arbeitet seit kurzem Tino Beute als Wildtierbeauftragter (siehe Beitrag unten).

Sollte es trotz aller bisher gegenteiligen Erkenntnisse zu einem Schadensfall durch Wölfe kommen, so ist der finanzielle Ausgleich durch verschiedene Verordnungen geregelt. Laut Verwaltungsvorschrift werden in Sachsen Schäden zu 80 Prozent vom Freistaat ausgeglichen, erklärte das Landratsamt. Darüber hinaus hat sich die Gesellschaft zum Schutz der Wölfe sich schon vor Jahren bereit erklärt, Schäden, die von der öffentlichen Hand nicht ausgeglichen werden können, im Rahmen ihrer Möglichkeiten unbürokratisch zu übernehmen, erklärte Peter Blanché vom Vorstand der Gesellschaft. Das sei schon mehrfach geschehen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.10.2014
Heinrich Lillie

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