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Keine Strategie für Inklusion in Sachsen

Keine Strategie für Inklusion in Sachsen

Dresden. Wer von vornherein nicht ausgegrenzt wird, der muss nicht erst integriert werden. Ein Satz, der Inklusion erklärt. Erklärungen sind notwendig.

. Denn noch schwieriger als der Begriff ist die Umsetzung von Inklusion. So schwierig, dass selbst die sächsische Staatsregierung vor unlösbare Aufgaben zu stehen scheint. Die ist – wie Bund und Kommunen auch – verpflichtet, die UN-Behindertenrechtskonvention von 2009 umzusetzen. Die Praxis sieht ernüchternd aus.

Eine Große Anfrage der Landtagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen an die Staatskanzlei (Drs.-Nr.: 5/3025) offenbart das Dilemma nur zum Teil. Viel werde geprüft. Abschließend geklärt ist wenig, was die Umsetzung betrifft. Einen Landesaktionsplan in Sachsen gibt es nicht. Rheinland-Pfalz hat ihn, im Saarland ist er in Planung, Hessen hat gerade einen vorgelegt. Die Ansicht im Büro der grünen Landtagsabgeordneten Elke Herrmann, als sozialpolitische Sprecherin ihrer Fraktion im Landtag, ist eindeutig: Von einem inklusiven Bildungssystem ist Sachsen so weit entfernt, wie Dresden von der Ostsee. Die Staatsregierung fühle sich nicht zuständig, stellte eine parlamentarische Mitarbeiterin fest.

Bund, Länder und Kommunen sind in ihren Zuständigkeitsbereichen verpflichtet, die Konvention als geltendes Recht umzusetzen. Die Rahmenbedingungen müssen durch übergeordnete Behörden geschaffen werden. Der Bedarf an klaren Strukturen offenbart sich an den Zahlen. Die Weichen in Richtung Förderschule werden in Sachsen früh gestellt. Bereits in der ersten Klasse werden etwa fünf Prozent aller Schüler auf die Förderschule verwiesen. Ebenso wie die Zahl der Schüler mit sonderpädagogischen Förderbedarf steigt auch die Zahl der Förderschüler in der ersten Klasse. Etwa 70 Prozent aller Förderschüler sind schon ab der ersten Klasse auf der Förderschule. Die restlichen 30 Prozent kommen im Schulverlauf, überwiegend in der Grundschulzeit hinzu. Die eigentliche Aufgabe der Förderschule, als ein Durchgangssystem für die reguläre Schule vorzubereiten, wird damit nicht erfüllt. Der Anteil der Förderschüler, die auf eine allgemeinbildende Regelschule wechseln, ist mit 1,6 Prozent verschwindend gering.

Thomas Lieb

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