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Keine Übergangslösung: Bahnhof Borna erst ab dem Umbau in drei Jahren barrierefrei

Rollstuhlfahrer und Stadt entsetzt Keine Übergangslösung: Bahnhof Borna erst ab dem Umbau in drei Jahren barrierefrei

Die Deutsche Bahn bewilligt keine Interims-Lösung für einen barrierefreien Bahnhof in der Großen Kreisstadt. Das hat die Bornaer Stadtverwaltung jetzt schriftlich auf den Tisch bekommen – und ist entsetzt. „Das ist eine Zumutung“, sagt Oberbürgermeisterin Simone Luedtke. Vor allem Rollstuhlfahrer können die Entscheidung nicht nachvollziehen.

Der Bahnhof Borna bekommt in den nächsten Jahren keine Interimslösung für einen barrierefreien Zugang.

Quelle: Julia Tonne

Borna. Die Deutsche Bahn bewilligt keine Interims-Lösung für einen barrierefreien Bahnhof in der Großen Kreisstadt. Das hat die Stadtverwaltung jetzt schriftlich auf den Tisch bekommen – und ist entsetzt. „Das ist eine Zumutung“, sagt Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke). Denn der Bahnhof sei das „Tor zur Stadt“. Bisher war die Hoffnung auf Seiten der Verwaltung und der Bewohner, die dringend eine Rampe brauchen, groß, schließlich gab es zahlreiche Ortsbegehungen und die Überlegung, bis zum endgültigen Umbau einen sogenannten schienengleichen Übergang zu schaffen. Doch das ist nun hinfällig.

Abgelehnt hat die DB Station & Service AG, Betreiber der Bahnhöfe und Haltepunkte, die Zwischenlösung aus Sicherheitsgründen. „Es hieß, die Zahl der Ein- und Ausstiege pro Tag sei zu groß, und je höher das Fahrgastaufkommen, desto höher werden auch die Sicherheitsanforderungen“, erklärt Hans-Robert Scheibe, Sprecher der Stadtverwaltung. Angedacht war sowohl von der Stadt als auch von der DB Station bis zum endgültigen Umbau des Bahnhofs ab 2019 ein schienengleicher Übergang, der durch eine Schranke gesichert werden würde. Die Bedienung dieser hätte allerdings zusätzliches Personal nötig gemacht. Der Betreiber der Bahnhöfe argumentiert, dass zu viele Fahrgäste, die durchaus auch die Treppen nutzen könnten, dann auf den barrierefreien Übergang ausweichen würden. Das stelle ein erhöhtes Sicherheitsrisiko dar. Auch das Eisenbahnbundesamt kam zu dieser Überzeugung.

„Dabei wäre für die Interimslösung von unserer Seite auch das Personal da gewesen“, betont Luedtke, von daher könne sie die Ablehnung nicht nachvollziehen. „Das ist für uns kein zufriedenstellendes Ergebnis“, sagt sie, allerdings seien der Stadt die Hände gebunden. Die Kommune sei lediglich Bittsteller und habe keinerlei Einfluss auf Entscheidungen.

Für die Bornaerin Elke Fritzsche ist das eine Katastrophe. Sie ist seit zwei Jahren auf den Rollstuhl angewiesen und kommt aus Borna nicht weg. „So gerne würde ich mal in Leipzig bummeln gehen, aber der Weg dorthin ist für behinderte Menschen nicht machbar.“ Für sie ist, was die Ablehnung von Seiten der DB Station & Service und des Eisenbahnbundesamtes angeht, noch nicht das letzte Wort gesprochen. Sie ist derzeit nicht nur mit einer Unterschriftenliste unterwegs, sondern will sich mit dem Anliegen auch an Fernsehsender wenden. Sie kritisiert jedoch nicht nur die fehlende Barrierefreiheit, sondern auch das gesamte Umfeld des Bahnhofs. „Seit die Gaststätte zu ist und es keine Toiletten mehr gibt, sieht der Bahnhofsvorplatz entsprechend aus.“

Laut Luedtke aber steht genau die Neugestaltung des Bahnhofsplatzes im nächsten Jahr auf der Agenda der Stadtverwaltung. Er solle zu einer „grünen Oase“ werden und zum Warten und Ausruhen einladen. Die Gelder dafür kommen, so die Rathauschefin, aus mehreren Fördermitteltöpfen. Bereits vorher sollen die Bauarbeiten in der Wettinstraße beginnen, „durch die Baumwurzeln sind die Gehwege ja eine Buckelpiste geworden“. Deshalb werden auf einer Straßenseite die Bäume gefällt und die Bürgersteige erneuert, auf der anderen Seite hingegen verschwinden die Bürgersteige.

Von Julia Tonne

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