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Borna Kinder tappen im Dunkeln in die Schule Neukirchen
Region Borna Kinder tappen im Dunkeln in die Schule Neukirchen
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09:07 31.10.2018
Fehlende Beleuchtung auf dem Schulweg ist für die Schulleitung in Neukirchen ein Ärgernis. Quelle: Julia Tonne
Borna/Neukirchen

Es ist stockfinster, als sich morgens um 7 Uhr Jonas, Anna und Sarah ihren Weg vorbei an der Kirche zur Schule bahnen. Kein leichtes Unterfangen für die Kinder im Bornaer Ortsteil Neukirchen. Denn obwohl vor wenigen Monaten die sogenannte Käseburg abgerissen wurde, ist der Schulweg der Knirpse nicht wesentlich sicherer geworden. So jedenfalls sehen es Eltern und auch die Schulleitung. Der Grund: Der kleine Trampelpfad, der entlang der Friedhofsmauer zur Grundschule führt, hat keinerlei Beleuchtung.

„Auf dem Weg selbst gibt es bis auf zwei winzige Lampen am Friedhofseingang keine Beleuchtung“, sagt Schulleiterin Silvia Ehritt. Und die Laternen an der Wyhraer Straße würden eben diese beleuchten, der Schein reiche jedoch nicht bis zum Pfad hoch. Doch damit ist die in Ehritts Augen prekäre Sicherheitslage noch nicht hinreichend umschrieben.

Bauarbeiten in der Wyhraer Straße erschweren die Situation

Die Lampen am Friedhofseingang reichen als Lichtquelle nicht aus. Quelle: Julia Tonne

Vielmehr sind durch die seit September andauernden Bauarbeiten des Abwasserzweckverbandes Espenhain, der in der Wyhraer Straße neue Leitungen verlegt, weitere Gefahrenquellen für die Schüler aufgetaucht. „Die Baustellenampel, die an der Schanze steht, gilt lediglich für die Autofahrer, sie schaltet nicht für Fußgänger“, erklärt Ehritt. Gefährlich ist das deshalb, weil die Autofahrer, die aus Richtung Wyhra kommend in die Straße An der Schanze abbiegen, die Kinder erst sehr spät sehen. Und die müssen die Straße unweigerlich überqueren: Der Bus hält dort.

Die Ampel in der Straße An der Schanze schaltet nur für Autofahrer. Dabei müssen die Kinder über die Straße, der Schulbus hält dort. Quelle: Julia Tonne

„Hier kommt gerade einiges zusammen, was uns Sorgen macht“, betont die Schulleiterin. Es sei ein Wunder, dass noch nichts passiert sei. Doch auf Hilfe von Seiten der Stadtverwaltung wartet sie derzeit vergeblich. Mehrmals habe sie sich – nicht nur auf eigene Initiative hin, sondern auch auf Wunsch der Eltern – an die Stadt gewandt, „eine Rückmeldung aber blieb bislang aus.“ Von daher habe sie das Gefühlt, die Stadt sitze das Problem aus. Dabei hatte diese noch den Abriss der Käseburg unter anderem mit der Verbesserung der Schulwegsituation begründet.

Schulleiterin hofft auf provisorische Laterne

Die letzten Schreiben, die Schulleitung und Elternrat zu dieser Problematik erhalten haben, liegen bereits mehrere Monate zurück. Und hierin favorisiert die Stadt den Ausbau des Gehweges entlang der Wyhraer Straße, was wiederum die Eltern ablehnen. Dieser ist nach Ansicht der Mütter und Väter zu schmal und müsste – gerade an der Ecke „Schulweg“ mit einem zusätzlichen Gitter abgesichert werden.

Für Ehritt ist in den nächsten Tagen nun erst einmal wichtig, dass der Pfad entlang der Friedhofsmauer eine provisorische Beleuchtung erhält, so lange die Bauarbeiten andauern. „Eine Laterne, die morgens zwei Stunden an ist, ist doch nicht zu viel verlangt.“ Besserung in Sicht scheint hingegen an der Ampelkreuzung zu sein, das Ordnungsamt hat zugesichert, zumindest ein Schild aufzustellen, das auf einen Schulweg hinweist.

Noch ein Ärgernis: Rückbau der Klärgrube verschiebt sich

Die Schulleiterin hatte gehofft, dass mit dem Abriss der Käseburg wieder Ruhe rund um die Schulweg-Problematik einkehrt, doch weit gefehlt. „Dabei hat die dunkle Jahreszeit jetzt erst angefangen, deshalb machen wir uns ja Gedanken.“

Und noch etwas stößt bei der Schulleiterin auf Unverständnis. Der Anschluss der Schule an das Abwassernetz und damit der Rückbau der Klärgrube haben sich zeitlich deutlich verschoben. Ursprünglich sollte die Grube schon 2016 verschwinden, jetzt ist beim Abwasserzweckverband vom kommenden Jahr die Rede.

Von Julia Tonne

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