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Borna Kinder zeichnen in Borna die beliebte Comicfigur Greg
Region Borna Kinder zeichnen in Borna die beliebte Comicfigur Greg
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19:00 09.10.2017
Steht den Kindern in der Bornaer Mediothek beim eigenhändigen Greg-Zeichnen mit Rat und Tat zur Seite: Buchillustratorin Charlotte Hofmann. Quelle: Matthias Klöppel
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Borna

Schritt für Schritt tastet sich Charlotte Hofmann voran. Erst den Kopf, dann den Oberkörper, schließlich die Füße. Gekonnt lässt sie ihren Zeichenstift über das Flipchart gleiten, während über 20 Kinder in der Bornaer Mediothek mit Argusaugen jede ihrer Handbewegungen verfolgen. Als das Werk vollendet ist, erfüllt ein freudiges Tuscheln den Raum.

Hofmann ist studierte Illustratorin und bringt bundesweit interessierten Jungen und Mädchen bei, wie sie Greg, die Hauptfigur aus der beliebten Kinderbuchreihe „Gregs Tagebuch“, originalgetreu zu Papier bringen. Am Montag hat die junge Künstlerin aus Berlin in der Zwiebelstadt Station gemacht. Ihr erwartungsfrohes Publikum: eine Hortgruppe aus Regis-Breitingen.

Die Uhr als Hilfsmittel

Anschaulich und altersgerecht weiht Hofmann die Kinder in die einzelnen Stufen der Greg-Zeichnung ein. „Der Kopf ähnelt einem gespiegelten C, die Nase einem gedrehten U“, sagt sie. Die Augen seien kaffeebohnenförmig, der Oberkörper gekrümmt wie eine Banane, die Arme dünn wie Spaghetti. Obwohl der Comic-Held nur aus wenigen Linien besteht, sei es nicht einfach, ihn nachzuzeichnen. Deshalb verrät sie einige Tricks. „Es ist hilfreich, sich an einer Uhr zu orientieren – etwa bei 9 Uhr die Nase, bei 1 Uhr die Haare und bei 3 Uhr das Ohr.“

Comicfigur Greg aus der Kinderbuchserie „Gregs Tagebuch“, hier gezeichnet von Buchillustratorin Charlotte Hofmann in der Bornaer Mediothek. Quelle: Matthias Klöppel

Immer wieder stellt Hofmann Fragen, mit denen sich die Nachwuchskünstler spontan in die Bildentstehung einbringen können. Anschließend gehen sie eigenhändig zu Werke, skizzieren eifrig selbst ausgedachte Szenen aus Gregs Welt. „Es ist schön zu sehen“, erzählt die Illustratorin, „welch großen Spaß die Kinder haben und wie schnell sie sich mit der Figur anfreunden.“

Abwechslungsreiche Geschichten

Der zehnjährigen Noelle gefällt die Buchreihe, da es Greg ihrer Aussage nach immer wieder schaffe, seine vielen Probleme auf witzige Weise zu lösen. Bruno (9) lobt die Geschichten für ihren abwechslungsreichen Charakter. „Ich habe alle Bände gelesen“, gibt er nicht ohne Stolz bekannt. Sophie und Janik (beide 6) sind mit den Büchern bislang noch nicht in Berührung gekommen, geben sich beim Zeichnen jedoch große Mühe. „Das macht echt Spaß“, freuen sie sich und wedeln weiter mit ihren Bleistiften.

Tatsächlich ist „Gregs Tagebuch“ nach wie vor sehr beliebt, weiß Elvira Groß, Mitarbeiterin in der Bornaer Mediothek. „Wir haben viele Exemplare vorrätig. Die werden gerne und oft ausgeliehen.“ Auch deshalb habe ihre Einrichtung Bedarf an einem Zeichenkurs gesehen. Zumal das ein gutes Angebot gerade in der Ferienzeit sei. Ob es eine Wiederholung gibt – drüber haben sich Groß und Kollegen aber noch keine Gedanken gemacht.

Bilder mit persönlicher Note

Hortleiter Frank Haase zieht dann auch ein positives Fazit vom Ausflug nach Borna: „Für die Kinder hat sich der Kurs definitiv gelohnt.“ Er habe in allen Bildern eine persönliche Note erkannt. Das spreche für seine Schützlinge, für ihre Reife und „dass sie eben ganz eigene Vorstellungen haben“, so der Pädagoge.

Ein Buch für Lesemuffel

In der beliebten Kinderbuchserie „Gregs Tagebuch“ – im Original: „Diary of a Wimpy Kid“ – schreibt die Hauptfigur, der elfjährige Gregory Heffley, genannt Greg, über seinen Alltag, seine Familie, die Schule und seine Freunde. Es handelt sich um einen Comic-Roman, bei dem der normale Text groß gedruckt und mit Comiczeichnungen gemischt ist. Das ist wohl der Grund, warum die Geschichten um das tagträumende Strichmännchen sogar bei Lesemuffeln sehr gut ankommen. Eltern und Lehrer berichten jedenfalls von eigentlich wenig buchaffinen Kindern, die über diese Bände doch noch zum Lesen kommen. Geschrieben und gezeichnet hat die Reihe, die zum Teil auch schon verfilmt wurde, der US-amerikanische Autor Jeff Kinney. Viele der Handlungen basieren auf seinen eigenen Kindheitserinnerungen. In Deutschland sind bislang elf Bände erschienen, der letzte 2016.

Von Matthias Klöppel

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