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Borna Kinderbetreuung in Groitzsch wird zehn Prozent teurer
Region Borna Kinderbetreuung in Groitzsch wird zehn Prozent teurer
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09:58 25.08.2018
In der Stadt Groitzsch steigen die Elternbeiträge für die Kindertagesstätten. Quelle: Jens Paul Taubert
Groitzsch

Zum 1. Oktober steht Groitzscher Familien bei der Kinderbetreuung die dritte Gebührenerhöhung seit Anfang 2017 ins Haus. Da sind die vorherigen sechs Jahre ohne Steigerung der Elternbeiträge für Kindertagesstätten längst in Vergessenheit geraten. Vor allem, weil der neuerliche Sprung in zwei der drei Kategorien um und über zehn Prozent beträgt.

In der Krippe werden künftig fürs erste Kind bei neun Stunden Betreuung am Tag monatlich 201,62 Euro fällig (bisher 183,60 Euro). Das ist ein Anstieg um 18,02 Euro beziehungsweise 9,8 Prozent. Bei gleicher Zeit im Kindergarten müssen Vater und Mutter 119,58 Euro zahlen (bisher 106,37 Euro; Anstieg 12,4 Prozent). Im Hort sind es für sechs Stunden Betreuung 68,85 Euro (bisher 63,74 Euro; Anstieg 8 Prozent). Für jedes weitere Kind und bei Alleinerziehenden sind die Werte kleiner.

Stadtrat nimmt Beitragserhöhung nur zur Kenntnis

Beschließen, wie früher üblich, musste der Groitzscher Stadtrat die neuen Summen in der Sitzung am Donnerstagabend nicht. Es wurden lediglich die Ausgaben bekanntgegeben. „Wir haben ja 2016 festgelegt, dass ein bestimmter Prozentsatz der Betriebskosten auf die Eltern umgelegt wird“, sagte Bürgermeister Maik Kunze (CDU). „Wenn also die Kosten steigen, werden automatisch die Beiträge angehoben.“ Und im vergangenen Jahr seien die Personal- und Sachkosten der Kindereinrichtungen beachtlich angewachsen.

Neuer Personalschlüssel ab 1. September

„Ein Grund dafür ist die Tarifsteigerung für die Mitarbeiter, die relativ hoch ausgefallen ist“, so Kunze. „Und dann schlägt der höhere Betreuungsschlüssel richtig zu Buche.“ Statt für sechs Krippenkinder ist eine Fachkraft nun für (rechnerisch) 5,5 Steppkes verantwortlich. Es wird also mehr Personal benötigt. Ab 1. September verändert sich das Verhältnis weiter auf 1:5, was zwar gut für die Kleinen ist, jedoch den nächsten Anstieg der Elternbeiträge fürs nächste Jahr nahezu sicher ankündigt.

Stadtrat kritisiert ungleiche Kostenverteilung

SPD-Stadtrat Lothar Gläser kritisierte zunächst, dass die Zahlen nicht dem Verwaltungsausschuss vorgelegen hatten, und legte dann den Finger noch mehr in die Finanzwunde. „Die Mitarbeiter, die vor allem Erzieherinnen sind, sollen ja ihr Geld erhalten. Aber die Mehrkosten zahlen hauptsächlich die Stadt und die Familien. Das Land hält sich zurück. Das ist keine gerechte Verteilung.“ Er habe errechnet, dass die Eltern in der Krippe monatlich über 41 Euro mehr berappen müssen als 2011. Im Kindergarten seien es fast 30 Euro. Sachsen gebe allerdings jeweils nur acht Euro mehr als damals.

Möglicher Inflationsausgleich angekündigt

Bürgermeister Kunze merkte an, dass Gläser diesen Einwand zum wiederholten Mal bringe. „Daran können wir nichts ändern. Unser Spielraum geht gegen Null.“ Worauf Kämmerer Steven Weizenmann andeutete, dass der Freistaat womöglich im nächsten Jahr seine Zuschüsse aufstocken könnte. Das sei in der letzten Sitzung des Städte- und Gemeindetages angeklungen. „Die Anhebung um acht Euro der letzten Jahre sei ein Ausgleich für den höheren Betreuungsschlüssel, hieß es. Es könnte nun einen Inflationsausgleich geben.“ Ob Groitzsch in dem Fall den kommunalen Anteil oder die Elternbeiträge senkt, kam nicht zur Sprache.

Kitas bemühen sich um Kostensenkungen

„Und wer zahlt, wenn die Familien dazu nicht in der Lage sind?“, wollte Gläser noch wissen. „Der Landkreis“, antwortete Weizenmann. „Wobei der sich dann das Geld über die Kreisumlage von allen Kommunen zurückholt, also auch von uns.“

Mario Straßburger (CDU) meinte resigniert, dass der Stadtrat wohl gegen die Ausgabensteigerung nichts tun kann. Umso mehr sehe er das positiv, wenn sich Kitas darum bemühen, Kosten zu senken. „So hat sich das ,Spatzennest‘ erfolgreich für die Teilnahme am ,EU-Schulprogramm für Obst, Gemüse und Milch‘ beworben. Nun bezahlt Europa die gesunde Mahlzeit.“

Von Olaf Krenz

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