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Kindergarten-Richtspruch ohne Nagel: In Regis-Breitingen hämmern Steppkes

Tagesstätte „Regenbogenland“ Kindergarten-Richtspruch ohne Nagel: In Regis-Breitingen hämmern Steppkes

Richtfest wurde am Mittwochvormittag für die neue Kindertagesstätte „Regenbogenland“ in Regis-Breitingen gefeiert. Der Rohbau ist abgeschlossen, die Dachdecker haben begonnen, in der nächsten Woche startet der Innenausbau. Das 2,2-Millionen-Euro-Projekt soll Ende November fertig sein.

Die Mädchen und Jungen hämmern beim Richtfest für die neue Kindertagesstätte in Regis-Breitingen Nägel in einen extra für sie improvisiertes Dachstuhl-Modell. Auf den Rohbau kommt ein Flachdach ohne Holz, sodass Polier Kay Risse beim Richtspruch auf den letzten Nagel verzichten musste.

Quelle: Olaf Krenz

Regis-Breitingen. Die Steppkes der Kindertagesstätte „Regenbogenland“ in Regis-Breitingen wissen Bescheid. „Wer will fleißige Handwerker sehn, der muss zur neuen Kita gehn“, sangen sie am Mittwochvormittag beim Richtfest für ihr künftiges Domizil. Etwa 60 Kinder waren mit der neuen Leiterin Silvia Stiller und den Erzieherinnen an die Baustelle gegenüber von Grundschule und Sporthalle gekommen. Es entsteht ein L-förmiges Gebäude, in dessen großen, etwas abgesetzten Gruppenräumen mit großen Fensterfronten für insgesamt 110 Mädchen und Jungen. Die Gesamtkosten sind auf rund 2,2 Millionen Euro veranschlagt.

„Wer freut sich denn nicht über ein neues Haus“, meinte Stiller schmunzelnd, die erst seit Monatsbeginn im Amt ist. „Wir schauen immer wieder mal hier her, um den Baufortschritt mitzuerleben.“

Über den ist Bürgermeister Wolfram Lenk (Die Linke) recht froh. Zwar habe es nach dem schönen Wetter zum ersten Spatenstich im November winterbedingt mit dem Rohbaubeginn im Januar nicht geklappt. „Doch ich bin zuversichtlich, dass wir den Bau 2017 beenden, bezahlen und beziehen werden.“ Es gebe eine richtig gute Zusammenarbeit mit den Planern und den Firmen.

Unter der Richtkrone singen die Mädchen und Jungen von der Kindertagesstätte „Regenbogenland“ von fleißigen Handwerkern

Unter der Richtkrone singen die Mädchen und Jungen von der Kindertagesstätte „Regenbogenland“ von fleißigen Handwerkern. Sie freuen sich aufs neue Domizil.

Quelle: Olaf Krenz

Was Christian Strauß vom Büro Strauss Architekten aus Borsdorf bestätigt. „Dass die Stadträte schon jetzt genau auf die Zahlen gucken, ist mir lieber, als wenn immer nur genickt wird und dann hinterher geschimpft wird.“ Nach zwischenzeitlich höheren Ausgaben sei jetzt gerade der Stand „plus/minus null“ erreicht – trotz einer Erweiterung des Projekts von 100 auf 110 Plätze und einer gewissen Teuerung im Baugewerbe seit der Kostenkalkulation vor anderthalb Jahren. Noch stehen aber die Ausschreibungen und Vergaben für die zwei Lose Außenanlagen und Erstausstattung bevor.

Während über den Gästen die Richtkrone schwebte, verkündete Kay Risse vom Rohbau herunter den Richtspruch. Auf das Einschlagen des letzten Nagels in einen Dachsparren musste der Polier der Firma Steinle Bau aus Oschatz allerdings verzichten. „Da oben finden Sie kein Holz, da ist nur Beton. Das wird ein Flachdach“, erklärte er. Allerdings ging die Feier dennoch nicht ohne Hämmern ab. An einem extra improvisierten Dachstuhl-Modell durften sich die teils mit kleinen Schutzhelmen versehenen Kita-Steppkes am passenden Werkzeug versuchen, nachdem ihnen Bürgermeister Lenk die Nägel vorgerichtet hatte. Schon beim Spatenstich hatte der Nachwuchs mit Plasteschippen und -kipper mitgewirkt.

Der Rohbau war am 5. Mai beendet worden, die Dachdecker haben begonnen, sagte Planer und Baubetreuer Strauß. „Nun geht es in die nächste spannende Phase mit dem Innenausbau.“ In der kommenden Woche starten die Fensterbauer und wohl auch die Elektriker. Die sechs Wochen Verspätung, mit denen die Maurer wegen des ungünstigen Wetters erst am 20. Februar beginnen konnten, werden zwar kaum aufzuholen sein, blickte er voraus. „Aber wenn nicht etwas Ungewöhnliches passiert, sind wir Ende November fertig.“ Dann habe der Bauherr Stadt noch Zeit für die Abrechnung bei der Förderstelle, die das in diesem Jahr fordere und damit großen Druck erzeuge. Ein wenig drängelten allerdings auch die Mädchen und Jungen vom „Regenbogenland“ mit etwas lauteren Worten zum Abschluss ihres Liedes: „Bauet fein – wir woll’n rein.“

Von Olaf Krenz

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