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Kindergrab in Borna geschändet

Kindergrab in Borna geschändet

Auf dem Bornaer Friedhof haben Unbekannte zum wiederholten Mal ein Grab geschändet. Es handelt sich um die Ruhestätte des kleinen Luca Tony, der tot geborene Sohn von Stefanie (22) und Christian Boden (21) aus Frohburg.

Borna. Es war eine Polizeimeldung, die die LVZ zu Familie Boden führte: „Unbekannte verwüsten Grab auf Friedhof" lautete deren nüchterner Inhalt. Dahinter steckt Widerliches, das kaum zu überbieten ist. Das beschriebene Grab ist die Ruhestätte von Luca Tony - der tot geborene Sohn von Stefanie und Christian Boden. Es wurde in der vergangenen Woche zum wiederholten Mal geschändet. Die Eltern sind voll entsetzter Verzweiflung und hoffen auf die Hilfe wachsamer Friedhofsbesucher.

Stefanie Boden kniet vor dem kleinen, liebevoll hergerichteten Grab. Jeden zweiten Tag kommt sie hierher. „Solange brennt das Windlicht. Wir möchten, dass es immer leuchtet und wechseln es aller zwei Tage aus." Seit Dezember 2008 machen die 22-Jährige und ihre Familie das so. Sechs Tage vor dem errechneten Geburtstermin kommt Luca Tony still zur Welt. Wegen eines Knotens in der Nabelschnur wird er nicht ausreichend versorgt. Tony musste sterben bevor er zur Welt kam. Weihnachten wird er zur letzten Ruhe gebettet. Die Mutter weint Tränen, die Ausdruck für ihre Trauer sind. Seit vergangenem Donnerstag sind auch Tränen der Wut dabei. Ihr Bruder, der half, das stille Bettchen des Kindes während der heißen Tage täglich zu pflegen, bemerkte das Unfassbare zuerst. Schon wieder hatte irgendwer Blumen aus der Erde gerissen. Plüschtiere und Engelsfiguren wurden umgeschmissen. „Es ist mir ein Rätsel, wer zu so etwas fähig ist." Die Gedanken werden noch quälender, wenn die Frohburgerin erzählt, dass „nur Tonys Grab" verwüstet wurde. An der Stelle des Bornaer Friedhofes liegen etwa ein Dutzend kleiner „Bettchen". Alle anderen blieben unangetastet. „Aus der Familie macht das niemand. Und sonst weiß auch niemand, welches Grab das ist", sagt die Mutter. Die Familie wartet seit der Beerdigung auf das Kreuz, dass sie für Tonys Grab anfertigen lassen. Niemand kann wissen, wer hier schläft. Die Bodens sind zur Polizei gegangen und haben Anzeige gegen Unbekannt gestellt. Stefanie Boden, die nach den traumatischen Ereignissen im Dezember 2008 mit ihrem Mann eine gesunde Tochter bekam, ist nicht auf Bestrafung aus. „Ich möchte nur alles dafür tun, dass ich so etwas nicht wieder erleben muss." Sie kann ihre Tränen nicht einfach wegwischen. Zu groß ist die Liebe zu Tony. Zu tief sitzt die Verletzung über die Taten. Nicht, weil sie materiellen Schaden verursachten. Sondern weil sie Narben in die Seele einer jungen Mutter brennen. Schon im März 2009 musste das Paar, das vor einem Jahr heiratete und seit sieben Monaten Töchterchen Tony Lynn in ihrer Mitte weiß, eine ähnliche Entdeckung machen. „Damals fehlte - neben den verwüsteten Bepflanzungen - eine Engelsfigur. Und ein Plüschtier, das mein kleiner siebenjähriger Bruder für seinen Neffen opferte, wurde mitgenommen." Es ist ein Rätsel, das auch die Polizei zu der Vermutung leitete, dass es vielleicht ein Tier gewesen sein könnte. Stefanie Boden glaubt das nicht. „Die Schäden sahen nicht danach aus. Die Pflanzen wurden samt Wurzelballen nach oben rausgezerrt." Und was will ein Fuchs mit einer tönernen Engelsfigur? Christian und Stefanie Boden hoffen, dass ihre Geschichte dazu beiträgt, dass Friedhofsbesucher ein wachsames Auge auf die Kindergräber haben. „Vielleicht ist auch noch jemand anderes betroffen. Dann wäre es vielleicht gut, wenn auch er zur Polizei geht."

Sie wünscht es niemandem. Und sich einfach nur, wieder jeden zweiten Tag ohne Angst zu Luca Tony gehen zu können, um das Windlicht auszutauschen, die Blumen zu gießen und „unserem kleinen Stern" eine „Gute Nacht" zu wünschen.

Thomas Lieb

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