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Kinderkunstpreis: Über 340 Kinder aus ganz Sachsen zeigen in Borna ihre Talente

Motto „Trau Dich!“ Kinderkunstpreis: Über 340 Kinder aus ganz Sachsen zeigen in Borna ihre Talente

„Trau Dich!“ hieß das diesjährige Thema des Sächsischen Kinderkunstpreises, der am Samstag im Stadtkulturhaus Borna über die Bühne ging. 340 Mädchen und Jungen aus ganz Sachsen präsentierten ihre Talente. Zwei erste Preise gingen in den Landkreis: Die Tanzklasse 3 der Bornaer Quertänzer überzeugte die Jury ebenso wie Sängerin Viktoria Krupa aus Bennewitz

„Mäuschen trau dich“ heißt das aktuelle Stück der Macherner Tanzklasse der Musikschule Theodor Uhlig Wurzen, für das es viel Applaus gab.

Quelle: Thomas Kube

Borna. „Wir trauen uns auf die Bühne, obwohl wir ein höllisches Lampenfieber haben“. Elias Lorenz, neun Jahre, ist spürbar erleichtert, als er am Samstag seinen Aufritt gemeistert hat. Mit seinen Mitstreitern von der Grundschule im Mülsengrund hat der Zwickauer die Bühne des Bornaer Stadtkulturhauses gerappt. Nach außen hin cool – wie es sich für einen Rapper gehört. Ähnlich wie die Zwickauer präsentierten am Samstag im Rahmen des 5. Kinderkunstpreises 340 Mädchen und Jungen aus ganz Sachsen ihre Talente.

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Mit einer Rekordbeteiligung von 340 Kindern ging der 5. Sächsische Kinderkunstpreis in Borna über die Bühne.

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Die Truppe der Förderschule im Mülsengrund ist dabei Wiederholungstäter. „Wir waren bereits im Vorjahr beim Kinderkunstpreis in Delitzsch dabei und haben uns auch in diesem Jahr wieder gern beteiligt“, berichtet Schulsozialarbeiterin Gabriele Konrad. Klang- und Murmelforschungen stehen an der Schule für Erziehungshilfe seit zwei Jahren hoch im Kurs. Gemeinsam mit dem ebenfalls aus Mülsen stammenden Künstler Swen Kaatz und dem Daetz-Zentrum Liechtenstein begeben sich die Schüler auf eine „Klang-Wand-Murmel-Bahn-Reise“, die auch Lieder und Theaterstücke beinhaltet. Eigens für den diesjährigen Wettbewerb gründeten die Westsachsen die Trau-dich-Band. Hier wird gerappt, was das Zeug hält. Mitreißend bieten Elias, Danny, Justin und die anderen in Borna das Märchen von Hänsel und Gretel und den Bremer Stadtmusikanten vor 300 Zuhörern dar. „Die Märchen vorlesen oder langweilige Lieder singen, das kann doch jeder“, winkt Elias auf dem Rückweg zur Künstlergarderobe selbstbewusst ab. „Aber Märchen rappen, das können nur wir!“ Auch im Foyer stellten die Förderschüler aus. Hier konnte sich jeder an einem Holz-Klangspiel aus Naturmaterialien versuchen. „Durch die Klangexperimente“, berichtete Sozialarbeiterin Gabriele Konrad, „entstehen immer wieder neue kreative Ansätze. Die Kinder haben Spaß bei der Sache, sie sind unheimlich aktiv und bringen sich ein. Und es ist natürlich das schönste für sie, vor so viel Publikum aufzutreten.“

Mammutprogramm von acht Stunden

Das Podium für die jungen Künstler schuf einmal mehr die Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (LKJ) Sachsen. „Mehr als 340 Kinder haben sich in diesem Jahr beteiligt“, freute sich Anne Buntemann, Bildungsreferentin der LKJ. Selbst durch ein Gipsbein gehandicapt, ließ es sich die 30-jährige Theater- und Erziehungswissenschaftlerin nicht nehmen, so viele Wettbewerbsbeiträge wie möglich selbst in Augenschein zu nehmen. „Die Palette ist in diesem Jahr unheimlich vielfältig. Wir erleben ernste Stücke, die sich mit der Flüchtlingsthematik befassen, aber auch viele heitere Sachen wie zum Beispiel Robin Eulitz aus Marienberg, der herzerfrischend Gedichte in erzgebirgischer Mundart vorträgt.“ Im Vordergrund stehe nicht der Leistungsgedanke, „die Kinder sollen einfach ermuntert werden, ihren Fähigkeiten freien Lauf zu lassen. Viele verlieren so auch ihre Hemmungen, sie lernen frei zu sprechen und sich besser zu präsentieren.“

Kindliche Kreativität füllte am Samstag ein Mammutprogramm. Acht Stunden lang wurde im Stadtkulturhaus rezitiert, gerappt, getanzt, gesungen, vorgelesen, geschauspielert. Ein letztes Zupfen an den Kostümen, letzte aufmunternde Worte – dann konnten sich die vielen mitgereisten Eltern nur noch aufs Daumendrücken und Handy-Kamera-Zücken beschränken.

Kinderjury vergibt die Preise

Über die Preise entschied eine Kinderjury. Erwin von Mildisch (11), Schüler am Leipziger Reclam-Gymnasium, war einer der Juroren, die ihre Sache sehr genau nahmen. „Ich spiele selbst französisches Theater und wurde gebeten,die Leistungen der Kinder einzuschätzen. Bestechlich“, scherzte der Gymnasiast, „sind wir natürlich nicht. Vielmehr haben wir genaue Vorgaben, nach welchen Punkten die Beiträge zu bewerten sind.“ Gemeinsam mit Ansgar Schambach (11) vom Humbold-Gymnasium Leipzig gehörte Mildisch zu den Theaterkritikern. „Uns geht es um Mimik und Gestik. Die Kinder müssen zudem textsicher und möglichst ausdrucksstark spielen. Außerdem achten wir darauf, dass die Auftritte etwas mit dem Thema des Wettbewerbs ,Trau dich’ zu tun haben.“ Er selbst möchte übrigens mal Politiker werden, verrät Erwin von Mildisch. „Auch für mich ist der Wettbewerb Training. Schließlich muss ich meine Meinung in der Jury auch vertreten und begründen.“ Nach der Hälfte des Tages zeigte sich das Leipziger Duo schon sehr zufrieden, ohne sich bereits in die Karten schauen zu lassen: „Uns ist schon viel Gutes geboten worden. Aber entschieden ist natürlich noch nichts.“

Flüchtlingskinder wirken mit

Lob gab es unter anderem für die DaZ-Klasse aus Plauen. „Die Flüchtlingskinder lernen erst seit kurzem die deutsche Sprache. Es ist wahnsinnig toll, dass sie sich schon auf eine so große Bühne trauen“, meinte ihre Lehrerin Kerstin Jashari von der Grundschule am Wartberg. In der Truppe herrscht ein babylonisches Sprachgewirr: „Die Kinder kommen aus Afghanistan, Syrien, dem Kosovo, aus Libanon, Rumänien, Palästina, Mazedonien und dem Irak.“ Die 16 Jungen und Mädchen unterhalten sich in einem Kauderwelsch aus Deutsch und verschiedenen Landessprachen, verständigen sich mit Händen und Füßen. Ihr Theaterstück „Kind ist Kind“, das sie in Borna zeigen, hat Symbolkraft. Erzählt wird die Geschichte einer Mäuschenfamilie, deren Eltern vom Storch gefressen werden. Neue Eltern aus dem Tierreich nehmen sich dann der Mäusekinder an. „Die Kinder lernen ganz viel über Lieder. Dadurch prägen sie sich Begriffe sehr schnell ein“, berichtet Lehrerin Kerstin Jashari. Einige Kinder würden erst seit zwei Monaten die DaZ-Klasse besuchen und schon ganz selbstverständlich ihre deutschen Rollen beherrschen.

Viele Teilnehmer aus dem Landkreis Leipzig

Groß war auch die Zahl der Teilnehmer aus dem Landkreis Leipzig. Ob sich die Mäusekinder der Macherner Tanzklasse ängstlich aneinander kuschelten und dann mutig mit der Katze herumwirbelten, ob die Wurzener Schüler ihre Ängste auf dem Weg zur Schule tänzerisch thematisierten oder sich Viktoria Krupa aus Bennewitz ganz allein mit „Mamma Mia“ auf die Bühne traute – allen war Applaus gewiss. Bis zum Schluss mussten derweil die Quertänzer der Musik- und Kunstschule „Ottmar Gerster“ aus Borna ausharren. Wie alle anderen Teilnehmer hatten die Kinder bereits früh zu erscheinen, obwohl ihr Auftritt erst 17 Uhr begann. Alles sollte perfekt klappen. Deshalb wurde, schon um die Wartezeit zu überbrücken, im benachbarten Feuerwehr-Domizil noch einmal geprobt, wurden Passagen immer wieder durchgegangen. Dann endlich hob sich auch für die Bornaer der Vorhang: Mit einer mitreißenden und souverän vorgetragenen Choreographie belohnten sich die Quertänzer am Ende eines langen Tages selbst. Für die Nummer „Mein Schatten“ vergab die Jury sensationell den ersten Preis in der Kategorie Tanz. „Die Quertänzer haben sich mit Idee und Thema des Wettbewerbes am kreativsten auseinandergesetzt. Sie haben uns aber auch mit ihrer tänzerischen Umsetzung und Technik sowie mit ihrem Ausdruck überzeugt“, lautete das Juryurteil. Der Rest war grenzenloser Jubel.

Preisträger des Sächsischen Kinderkunstpreises

Kategorie Tanz: Quertänzer der Musik- und Kunstschule Borna, Tanzklasse 3 mit dem Stück „Der Schatten“

Kategorie Musik: Viktoria Krupa aus Bennewitz für ihren Beitrag „Mamma Mia“

Kategorie Theater: Kinderclub 7 + des Theaters Plauen-Zwickau für ihr Stück „Abeba de Saad - Blume der Hoffnung“

Bereich Medien: Florian Kamenz aus Bautzen für seinen Beitrag „Emelys Tagebuch“

Bereich Bildende Kunst: Anabell Bretschneider, Antonia Kaiser und Nele Werner aus Dresden für die Arbeit „Fantasie-Drache“

Bereich Literatur/Bildende Kunst: Eva Luise Samberg aus Dresden für ihr Manga „Elves Heart“

Kategorie Zirkus: Eine lobende Anerkennung erhält das Artistik-Schulprojekt Leipzig

Sonderpreis der Jurys: DaZ-Klasse 2 der Grundschule am Wartberg Plauen für ihr Stück „Kind ist Kind“

Publikumspreis: die „SiTa’s“ vom Hort am Rosengarten Delitzsch

Von Simone Prenzel

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