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Borna Kindesmissbrauch – Wiederholungstäter aus Borna legt Geständnis ab
Region Borna Kindesmissbrauch – Wiederholungstäter aus Borna legt Geständnis ab
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12:22 04.10.2016
Am Landgericht Leipzig läuft der Prozess gegen den Mann aus Borna. Quelle: Frank Pfeifer
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Borna/Pegau.

In Leipzig muss sich ein 46-Jähriger Bornaer seit Freitag vor der 3. Strafkammer des Landgerichtes wegen des sexuellen Missbrauchs eines Kindes verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann unter anderem vor, die siebenjährige Tochter eines Bekannten aus Pegau zu sexuellen Handlungen genötigt zu haben. Die Staatsanwaltschaft Leipzig wies dem Angeklagten Heiko P. zudem nach, illegales kinderpornografisches Videomaterial auf seinem Laptop und Mobiltelefonen gespeichert und zwischen Februar und Dezember 2015 abgespielt zu haben. Den Besitz und die Beschaffung des geschmacklosen Materials brachte die Staatsanwaltschaft in sechs Fällen zur Anklage.

Der 46-Jährige war wegen eines ähnlichen Sexualdeliktes bereits im Jahr 2000 zu einer längeren Haftstrafe verurteilt worden. Nach der neuerlichen Tat in der Nacht zum 7. Januar dieses Jahres in der Wohnung des Pegauer Bekannten sitzt P. seit Mitte Januar in Untersuchungshaft.

Die Prozessbeteiligten konnten sich in einer Sitzungsunterbrechung darauf einigen, gegen ein Geständnis P.s zum sexuellen Missbrauch der Siebenjährigen, die Klagepunkte zum Besitz und der Beschaffung kinderpornografischen Materials einzustellen. Die Kammer unter Vorsitz von Norbert Göbel erklärte, dass die Kammer in diesem Fall bei ihrem Urteil „nicht über drei Jahre Freiheitsstrafe erkennen wird“, so Göbel.

Der Angeklagte erklärte daraufhin über seinen Verteidiger Ingo Stolzenburg, die von der Staatsanwaltschaft beschriebene Tat „genau so begangen“ zu haben. Der Bornaer hatte die Januarnacht nach einer Geburtstagsfeier in der Wohnung des Vaters der Siebenjährigen verbracht. „Wir waren zu dritt. Haben bis in die Nacht gequatscht. P. hat dann gesagt, dass er nicht in einem Raum mit Männern schlafen kann, weil er im Knast sexuell missbraucht worden sei. Also habe ich ihm das Schlafzimmer angeboten“, erklärte der Vater des Mädchens im Zeugenstand. In der Nacht soll der gelernte Maler zu dem Mädchen ins Kinderzimmer gegangen sein, wie die Ermittlungen ergaben. Dort hat er eindeutige sexuelle Handlungen an der Siebenjährigen vorgenommen. Es soll auch ein Handyvideo von der Tat existieren.

Das Geständnis P.s hatte eine noch wesentlichere Folge als die Strafbemessung: Es verhinderte, dass die Siebenjährige, wie vorgesehen, in den Zeugenstand treten musste. Sie nahm während der Verhandlung im Nebenzimmer Platz. Die Familie – die getrennt lebenden Eltern teilen sich das gemeinsame Sorgerecht für das Mädchen, das bei ihrem Vater lebt – steht in Betreuung des Jugendamtes. Das Kind habe unter der Trennung stark gelitten und litt an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Seit zwei Jahren wird das vor der Tat bereits verhaltensauffällige Kind vom Kinderschutzzentrum Leipzig in einer Tagesgruppe betreut. Eine Erzieherin, der sich die siebenjährige L. am Tag nach der Tatnacht anvertraute und die daraufhin die Behörden einschaltete, erklärte, dass die Folgen des Missbrauchs „bei ihr deutliche Spuren hinterlassen“ haben. Es habe mehrere Vorfälle gegeben, in denen sie stark aggressives Verhalten und sexualisierte Gebärden zeigte. Eine Lernschwäche, Anpassungs- und eine Bindungsstörung seien von einer Psychologin attestiert worden.

Der Angeklagte ließ seinen Verteidiger ausrichten, dass ihm bewusst sei, dass er das Geschehene nicht rückgängig machen kann. Seine pädophile Neigung aber erkannt habe und im Gefängnis jetzt therapieren lassen möchte. Das Urteil soll am 14. Oktober gefällt werden.

Von Thomas Lieb

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