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Borna Kirche Sankt Martin in Elstertrebnitz hat immer noch keinen Käufer
Region Borna Kirche Sankt Martin in Elstertrebnitz hat immer noch keinen Käufer
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00:21 27.02.2018
Für die Martinskirche in Elstertrebnitz gibt es einige bereits Interessenten. Quelle: Mathias Bierende
Elstertrebnitz

Eine Kirche im Angebot, das hatte vor einigen Wochen für reichlich Medienwirbel und Aufsehen in der 1300-Einwohner-Gemeinde Elstertrebnitz gesorgt. Auf einem Kleinanzeigenportal im Internet war die Martinskirche im A-Dorf für 170 000 Euro zum Verkauf angepriesen worden – zusammen mit einem 2200 Quadratmeter großen Grundstück, das an einen Friedhof mit noch wenigen intakten Gräbern grenzt. Das Angebot besteht bis heute.

Interessenten sind im Gespräch

Mittlerweile hat sich der Sturm etwas gelegt und es ist Ruhe um Sankt Martin eingekehrt. Doch hinter den Kulissen ist tatsächlich einiges in Bewegung geraten, versichert ein Mitarbeiter der Künne-Immobiliengruppe aus Leipzig. „Es hat allerhand Nachfragen aus ganz Deutschland gegeben. Mit einigen Interessenten stehen wir in Gesprächen“. Einzelheiten dazu wollte er jedoch nicht bekannt geben.

Auch in der Gemeindeverwaltung Elstertrebnitz klingelten nach dem Online-Vorstoß die Telefone heiß, berichtet der Bürgermeister David Zühlke (CDU). „Liebevoll sanierte Kirche sucht neuen Liebhaber“ – dieses verlockende Angebot war vor allem im Leipziger Raum auf großes Interesse gestoßen. Eine Familie hatte zur Besichtigung sogar ihren Architekten mitgebracht, doch ihnen war der Umbau und vor allem der Einzug einer Decke letztlich zu kostenintensiv und sie nahmen wieder Abstand. „Wir wollen den Daumen drücken, dass sich bald ein Käufer findet“, meint das Gemeindeoberhaupt. Die Kommune habe weder die finanziellen Mittel für den Kauf und die Unterhaltung des Gebäudes noch den Bedarf. „Was sollen wir damit anfangen“, stellte Zühlke die Frage in den Raum.

Bauunternehmer investierte in Erhaltung

Errichtet wurde die Elstertrebnitzer Saalkirche um 1840 im klassizistischen Stil, ihr Vorgängerbau reicht sogar bis ins 13. Jahrhundert zurück. Ein Brand in den 1980er-Jahren beschädigte St. Martin jedoch so schwer, dass sie als Gotteshaus nicht mehr genutzt werden konnte und entweiht wurde. Eine Instandsetzung kam angesichts zweier weiterer Kirchen in Elstertrebnitz nicht in Frage, erklärte der Pfarrer Hermann Göthel.

Blick in die Martinskirche Elstertrebnitz. Quelle: Künne Immobilien

Seit 2007 gehört die denkmalgeschützte Immobilie dem Leipziger Bauunternehmer Detlef Groh. Mit viel Mut, Engagement und Liebe zum Detail habe er neben dem denkmalgerechten Innenausbau auch den Dachstuhl und Glockenturm, das Dach, Fassade, Kreuz und Wetterfahne erneuert sowie Putz-Stuckarbeiten an den Fenstern von Hand erledigt, heißt es in einer Beschreibung der Künne Immobiliengruppe. Darüber hinaus ließ er Spezialfenster anfertigen und einbauen. Die Gesamtinvestitionen beliefen sich auf rund 300 000 Euro.

Nun soll die Martinskirche den Besitzer wechseln. Auf 200 Quadratmeter kann dieser sich wohnlich einrichten als auch ein Atelier für Künstler einrichten, um etwa Ausstellungen, Lesungen, Theater oder Konzerte anzubieten.

Von Kathrin Haase

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