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Borna Kirchenladencafé in Borna: Geburtstagsfeier ist zugleich Abschied
Region Borna Kirchenladencafé in Borna: Geburtstagsfeier ist zugleich Abschied
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00:21 17.09.2017
Spiel und Spaß – hier am Stand von Sebastian Homburg – gehören ebenso zum letzten Sommerfest des Offenkundig in Borna wie eine Versteigerung. Quelle: Julia Tonne
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Borna

Die Geburtstagsfeier anlässlich des zehnjährigen Bestehens war zugleich ein Abschied. Das Bornaer Kirchenladencafé hat am Dienstagabend sein zehntes und letztes Sommerfest gefeiert. Ende September schließt das Offenkundig endgültig seine Pforten. „Das Café wird fehlen, wir haben uns hier immer sehr wohlgefühlt und waren gemeinsam mit den hier helfenden Damen wie eine Familie“, sagte etwa Stefan Taubert, der sich mit anderen Herren jeden Dienstag im Offenkundig auf einen Kaffee und gute Gespräche getroffen hat.

Regina Streller und Regina Voigt, Vereinschefin und deren Vorgängerin, lösen den Betreiberverein „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ auf. Lachend, weil viel Zeit in die ehrenamtliche Vereins- und Vorstandsarbeit floß, die dann an anderen Ecken fehlte, weinend, weil nach zehn Jahren eine Institution schließt, die ursprünglich als zweijähriges Projekt angedacht war. „In der Form, wie es jetzt ist, wird das Café fehlen“, machte auch Bornas Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (die Linke) am Dienstag deutlich. Mehrmals im Jahr sei sie hier gewesen, habe Termine hierher verlegt, um „in gemütlicher Atmosphäre“ Sachverhalte zu klären oder um bei einer Tasse Kaffee zu plauschen. Auch Enrico Stange, Landestagsabgeordneter für die Linke, machte ab und an hier Halt, sieht das Offenkundig als „Farbtupfer“, der viele Besucher hierher lockte.

Streller und Voigt nutzten das Sommerfest, um zahlreiche Einrichtungsgegenstände und Produkte aus dem Eine-Welt-Laden unter den Hammer zu bringen. Das Café platzte während der Versteigerung aus allen Nähten, vom Kerzenleuchter über die Kaffeemaschine bis hin zu Badschränken wurde alles versteigert. „Das Mobiliar wie Tische und Stühle bekommt jedoch die Diakonie zurück, die uns damals bei der Ausstattung des Cafés geholfen hat“, erklärte Streller. Eines aber hat noch immer keinen Liebhaber gefunden: der wie neu aussehende Tresen samt Barschrank. Der Verein sucht derzeit Interessenten dafür via Internet und über das Café selbst.

Doch mit Schließung des Offenkundig ist nicht alles zu Ende, was sich im Laufe der zehn Jahre etabliert hat. So werden einzelne Elemente wie Frühstückstreff und Strickcafé zukünftig im Gemeindehaus angeboten, auch der Männerclub um Taubert hat sich bereits entschlossen, im November umzuziehen. Viele der ehrenamtlichen Helfer im Cafe, die verschiedene Schichten übernommen haben, werden wohl ebenfalls im Gemeindehaus mit von der Partie sein. Ob die Angebote im frisch sanierten Gemeindehaus genauso erfolgreich sein werden, bleibt abzuwarten. Luedtke zumindest befürchtet, dass es einen Einbruch geben wird, „denn viele haben eventuell doch Hemmungen, eine kirchliche Einrichtung zu besuchen“, wie sie begründet.

Ende September wird sich zeigen, ob das Konzept in den benachbarten Räumlichkeiten aufgehen kann, dann kommen viele Ehrenamtliche aus dem Offenkundig, Bornaer Bewohner und Thomas Claus zusammen, um zu diskutieren, wie es an neuem Ort weitergeht. Am Mittwoch, 27. September, werden ab 19.30 Uhr Ideen ausgetauscht, neue vorgeschlagen und Überlegungen angestellt, ob die Begegnungsstätte des Offenkundig genauso auch im Gemeindehaus fortbestehen kann.

Von Julia Tonne

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