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Borna Kirchenmauer in Kleinpötzschau wird international saniert
Region Borna Kirchenmauer in Kleinpötzschau wird international saniert
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10:32 13.07.2016
Monika aus der Slowakei, Nico vom Seehaus Störmthal und der Mölbiser Pfarrer Stephan Vorwergk (v.l.) arbeiten an der Friedhofsmauer in Kleinpötzschau. Quelle: André Neumann
Rötha/Mölbis/Kleinpötzschau

Nico und Monika hocken am Dienstag in der Vormittagssonne auf der Friedhofsmauer an der Kirche in Kleinpötzschau. Sie reißen Bewuchs herunter, nehmen die bröckelige Mauerabdeckung ab und schaben Erde und Dreck herunter. Die junge Slowakin und der 22 Jahre alte Insasse des Seehauses in Störmthal nehmen am diesjährigen internationalen Workcamp der evangelischen Kirchgemeinde Mölbis teil.

Monika ist 20 und schon zum zweiten Mal in Mölbis dabei. Im vorigen Sommer hat sie mit der damaligen Truppe die Mauer auf der anderen Seite der Kirche saniert. Diesmal ist sie Teamer, Gruppenleiterin. Chefin will sie nicht genannt werden. „Wir müssen hauptsächlich organisieren und die Teilnehmer motivieren“, sagt sie. Weil sie perfekt deutsch spricht und englisch, kann sie sich mit allen Teilnehmern gut verständigen. Die kommen aus der Slowakei, aus Ungarn und aus der Ukraine. Die meisten seien motiviert für die Arbeit, brauchen aber manchmal einen Anschubser, lächelt die junge Frau. Die nicht vergisst, auf einen wichtigen Sponsor hinzuweisen: Das Bundesfamilienministerium unterstütze die Workcamps.

Elf junge Leute sind diesmal am Workcamp beteiligt, sagt der Mölbiser Pfarrer Stephan Vorwergk. Er ist gewissermaßen der Gastgeber. Arbeitsorte sind in diesem Jahr die Mauer am Kirchhof in Kleinpötzschau und das Gelände des Pfarrhauses in Mölbis. Dort soll für Kindergruppen ein Sandkasten und ein Baumhaus gebaut werden. Neben den jungen Leuten die über den Organisator „Ökumenische Jugenddienste“ nach Mölbis gekommen sind, machen auch zwei Jugendstrafgefangene mit, die ihre Haftzeit im Seehaus-Projekt verbringen.

Die sind mit Ausbilder Matthias Bernhardt auf der Baustelle, der das Aufmauern der Mauerabdeckung auf die gereinigte Mauer übernommen hat. „Ich weiß nicht, wie alt die Mauer ist, aber sie fühlt sich an wie 300 Jahre“, sagt er und zeigt auf die bröselnden alten Abdecksteine, die er wieder verwenden muss. Später soll die Mauer noch verputzt werden. Für seine beiden Jungs ist das hier gemeinnützige Ferienarbeit, die Tätigkeit passe aber auch ganz gut ins Ausbildungsprogramm, sagt er.

Während die beiden am Abend ins Seehaus zurück müssen, übernachten die anderen auf dem Dachboden des Pfarrhauses auf Isomatten und in Schlafsäcken. Neben der Arbeit gehören auch Abwechslung und Kultur zum Programm des Camps, das am Sonnabend begann und bis zum 23. Juli geht. Am heißen Montag zum Beispiel war die Gruppe am Störmthaler See baden, und das wird nicht der einzige Ausflug dorthin bleiben.

Auch Kultur gehört dazu: Am Dienstagabend lauschten sie im Rötha dem Orgelspiel von Jihoon Song. Der Röthaer Kantor nimmt am internationalen Leipziger Bachwettbewerb teil und spielte in Rötha in der zweiten Runde.

Die Wege zu den Arbeitsorten legen Monika und die anderen Teilnehmer mit Fahrrädern zurück, die Mölbiser ihnen geborgt haben. Auch Marmelade, Kirschen und Kuchen spendieren Bewohner, erzählt Pfarrer Vorwergk. Monika ist zum zweiten Mal in Mölbis, weil sie hier die Leute nett und die Gegend mit den vielen Seen schön findet. Sie trägt ein blaues T-Shirt mit Zeichen und Zahlen. Das weißt darauf hin, dass die Workcamps der Ökumenischen Jugenddienste in diesem Jahr einen runden Geburtstag feiern. Hervorgegangen sind sie nämlich aus deutsch-deutschen Workcamps, die 1956 in der DDR ins Leben gerufen worden waren.

Am Sonntag findet in der Mölbiser Kirche ein öffentlicher Jugendgottesdienst mit den Camp-Teilnehmern statt, die danach Speisen aus ihren Heimatländern anbieten. Der Gottesdienst beginnt 17 Uhr.

Von André Neumann

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