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Borna Kirchgemeinde Böhlen will Friedhof aus dem Dornröschenschlaf wecken
Region Borna Kirchgemeinde Böhlen will Friedhof aus dem Dornröschenschlaf wecken
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00:22 10.02.2018
Der Friedhof in Böhlen bedarf an einigen Stellen einer Sanierung. Die will die Gemeinde mit Hilfe von Fördermitteln in Angriff nehmen. Quelle: Julia Tonne
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Böhlen

Die evangelische Kirchgemeinde Böhlen hat große Pläne und will im Sommer Leader-Fördermittel beantragen. Ziel ist die denkmalgerechte Umgestaltung und Sanierung des Friedhofs in der Karl-Bartelmann-Straße. Konkrete Vorschläge liegen bereits auf dem Tisch, sie reichen von der Instandsetzung der Mauer im nördlichen Teil über den Ausbau der Platz- und Wegeflächen bis hin zur Aufwertung durch Info-Tafel und Fahrradständer. Veranschlagter Kostenpunkt: Rund 150 000 Euro.

Am Montagabend hatte Pfarrer Christoph Krebs zur Diskussionsrunde eingeladen. Mit dabei waren nicht nur die Vertreter der Gemeinde, sondern auch die beauftragten Landschaftsarchitekten, Vertreter der Stadtverwaltung sowie Friedhofsverwalter Wolfgang Kramer. „Vor zehn Jahren wurde bereits eine Konzeption erarbeitet, nun besteht die Möglichkeit, mit Hilfe der Fördermittel diese auch umzusetzen“, machte Krebs deutlich. Erste Schritte wie die Sanierung der Einfriedung im südlichen Teil seien vor Jahren schon erfolgt, nun könnten weitere folgen. Architektin Elvira Kostmann aus Frohburg und Tina Schubert vom Architekturbüro Franz aus Leipzig stellten entsprechende Überlegungen vor.

Sanierung des Ehrenhains steht auf der Agenda

So wären der grundhafte Ausbau und die Entwässerung der Platzflächen rund um die Kapelle ein wesentlicher Baustein des Vorhabens. „Schönheitsreparaturen reichen längst nicht mehr aus“, betonte Schubert. Diese seien nicht von Dauer und müssten immer wieder vorgenommen werden. Die Planungen sehen weiterhin die Aufwertung des Friedhofs in Form von Fahrradbügeln und einer Info-Tafel vor. Zudem könne der Ehrenhain in alter Pracht erstrahlen – mit Hilfe von Pyramideneichen, der Sanierung der Treppe und der Aufstellung einer Gedenktafel. „Denn der Ehrenhain ist als solcher nicht mehr erkennbar.“ Die Planungen gehen aber noch weiter. Möglich sei unter anderem, die einstige Friedhofsmeisterwohnung, die sich an die Kapelle anschloss, aber längst nicht mehr steht, mit einem Sockel anzudeuten. Pflanzungen von Sträuchern und Bäumen würden das Gesamtkonzept vervollständigen.

Eigenmittel der Kirchgemeinde reichen nicht aus

Der Ehrenhain ist als solcher derzeit nicht erkennbar, Ob er hergerichtet wird, stand zur Diskussion. Quelle: Julia Tonne

„Die Kosten allein für die baulichen Sanierungen an Mauer, Ehrenhain-Treppe und Friedhofsmeisterwohnung belaufen sich auf rund 65 000 Euro“, erklärte Kostmann. Laut Schubert würde der Ausbau der rund 1000 Quadratmeter großen Platzfläche inklusive der Entwässerung noch einmal mit circa 47 000 Euro zu Buche schlagen, hinzu kämen die Kosten für Bepflanzung und Ausstattung, so dass beide Architektinnen von einem Gesamtvolumen in Höhe von 155 000 Euro sprechen. 85 Prozent der Summe könnten laut Pfarrer Krebs über Leader gefördert werden, allerdings müssten die Eigenmittel der Kirchgemeinde noch aufgestockt werden.

Zwei Themen, die ebenfalls angesprochen wurden, für die es aber keine abschließende Lösung gab, waren die Schaffung einer Toilette für Friedhofsbesucher und die Sanierung der drei vorhandenen Gruben für Ab- und Regenwasser. Offen blieb außerdem, ob die Gemeinde auf einen Zuschuss von Seiten der Stadt hoffen kann.

Krebs hatte vorsichtig angefragt, ob sich Bürgermeister Dietmar Berndt (parteilos) und Bauamtsleiterin Katrin Aust eine finanzielle Unterstützung vorstellen könnten. Sowohl die zwei als auch Kramer – diesmal in Funktion eines Stadtrates – machten deutlich, dass der Stadtrat an der Stelle mitzureden habe. „Außerdem steht der Haushalt für das laufende Jahr, er wird wohl bei der nächsten Sitzung im Februar beschlossen“, sagte der Rathauschef.

Kür- und Pflichtaufgaben

Diskutiert wurde an dem Abend, ob alle Ideen wirklich umgesetzt werden sollten. Ein Gast schlug vor, die Sanierung des Ehrenhains mit einem Fragezeichen zu versehen und das dafür geplante Geld anderweitig zu nutzen. Auch die Andeutung der Friedhofsmeisterwohnung könne durchaus die Kür werden, wichtiger seien Pflichtaufgaben wie die Instandsetzung der Platzflächen und der Einfriedung.

Von Julia Tonne

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