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Borna Kirchgemeinde klopft Ökoprojekte ab
Region Borna Kirchgemeinde klopft Ökoprojekte ab
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05:01 22.05.2018
Konradkirche soll Öko-Kirche werden: Pfarrer Dietirich Oettler hat in den Pfarrgarten eingeladen, um über die Zukunft der Kirche zu sprechen. Quelle: Julia Tonne
Neukieritzsch/Deutzen

Der eine kann sich Konzerte und Lesungen gut vorstellen, dem anderen schweben Fledermausnistkästen vor, ein nächster will das Klimacamp hierher holen: Die Konradkirche im Neukieritzscher Ortsteil Deutzen soll zur Ökokirche werden. Am Pfingstmontag hatte die entsprechende Initiative um Pfarrer Dietrich Oettler aus Borna zum Podiumsgespräch in das Gotteshaus eingeladen. Eines wurde von Beginn an deutlich: Die Idee überzeugt, bleibt nur noch die Frage zu klären, wie das Vorhaben gelingen und umgesetzt werden soll.

Begriffsklärung: Was ist Öko?

Vier Gesprächspartner hatte Oettler in die Konradkirche gebeten, um über die Frage zu diskutieren: „Was ist alles Öko?“ Gäste waren Jens Littmann, Betriebsratsvorsitzender im Kraftwerk Lippendorf, Monika Lazar, Bundestagsabgeordnete der Grünen, Michael Wagner, Geschäftsführer des Kulturparks, sowie Martin Graichen, Geschäftsführer der Ökologischen Station Borna-Birkenhain. Das Ergebnis der Runde: Zum Begriff Öko gehören neben der Ökologie auch Ökonomie und Ökumene.

„Öko ist ausgesprochen facettenreich“, erklärte Graichen, „es gibt nichts, was nicht damit zu tun hat.“ Ob Wohnen, Leben, Energie, Veranstaltungen oder Wirtschaft: In jedem Bereich spiele das Thema eine stärker werdende Rolle. Dennoch sei „Öko“ noch nicht so in den Köpfen der Menschen prägnant, wie es wünschenswert wäre.

Ausstieg aus der Braunkohle

Interessanterweise zeigte sich vor allem an Oettlers Frage, warum der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen so schwierig sei, eine gewisse Einigkeit. Keiner der vier Gesprächspartner wolle sofort und um jeden Preis aus dem Tagebau aussteigen. „Dafür fehlen Speicherkapazitäten und die erforderlichen Netze“, machte Littmann deutlich. Hinzu komme eben, dass Sonne und Wind nicht jederzeit verfügbar seien. Dass es dennoch kein Zurück vom Ausstieg geben könne, erklärte Lazar. „Die Zeit bis zum Jahr 2030 aber sollten wir nutzen, um Speichermöglichkeiten zu finden und Arbeitsplätze zu sichern.“

Wagner befürwortet in dem Zusammenhang ein „gesundes Miteinander aller Energievarianten“, Graichen betonte, dass der Bergbau so einige hochspezifische Pflanzen- und Tierarten hervorgebracht habe, deren Ansiedlung zur Zeit vor dem Tagebau, als alles von Landwirtschaft geprägt war, undenkbar gewesen wäre.

Experten sammeln Ideen

Den Abschluss der Runde bildete die Frage nach konkreten Vorschlägen, um aus dem Gotteshaus eine Ökokirche zu machen. Und auch hier waren sich die vier einig, dass die Idee nicht ohne Miteinander und Kommunikation möglich sei. Für Littmann könne die Kirche eine Art Plattform sein, Lazar brachte das Klimacamp, das in diesem Jahr in Pödelwitz zu Gast ist, ins Spiel, Wagner will Veranstaltungen etablieren und die Konradkirche in die Festivals des Kulturparks einbinden. Graichen hingegen wünscht sich ein Insektenhotel und einen weniger kurzen Rasen auf dem Grundstück, damit sich auch Bienen und Schmetterlinge hier wohlfühlen.

Von Julia Tonne

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