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Kirchspiel Groitzsch spielt Postboten für Briefe an Martin Luther

500 Jahre Reformation Kirchspiel Groitzsch spielt Postboten für Briefe an Martin Luther

Das Kirchspiel Groitzsch hat sich anlässlich des Jubiläums 500 Jahre Reformation eine ungewöhnliche Aktion einfallen lassen. Ab sofort können Bewohner – ob Atheist oder Christ – Briefe an Martin Luther verfassen und diese in den Lutherkasten an der Kirche einwerfen. Daraus werden anschließend Thesen.

Rüdiger Brumme (li.), Ralf Kroker und Friederike Kaltofen nehmen den Lutherkasten in Betrieb und hoffen auf viele Briefe.

Quelle: Julia Tonne

Groitzsch. In gewisser Weise wird Friederike Kaltofen, Pfarrerin des Evangelisch-Lutherischen Kirchspiels Groitzsch, dieser Wochen zur Postbotin. Denn seit Donnerstag steht vor der Groitzscher Kirche ein „Lutherkasten“ – ein Briefkasten, der ab sofort auf Post wartet. Hier können die Bewohner Briefe einwerfen, die an Martin Luther gerichtet sind.

„Auf allen Ebenen werden 500 Jahre Reformation gefeiert, wir wollten das Jubiläum auch für unseren Ort sichtbar machen“, begründet Kaltofen, die die Idee dazu hatte. Sie hofft, dass bis Ende Oktober zahlreiche Groitzscher, aber auch Pegauer und Bewohner aus den benachbarten Kommunen Briefe an den Reformator verfassen und vor der Groitzscher Kirche einwerfen. Das Kirchspiel wolle vor allem wissen, wo die evangelische Kirche heute stehe, was noch immer und jetzt erst recht reformiert werden müsse und was das Kirchspiel selbst auf den Prüfstand stellen könne. „Die ganz große Frage lautet doch: Wie sieht die Kirche nach 500 Jahren Reformation heute aus“, sagt Kaltofen. In den kommenden Woche werden der Lutherkasten und die Briefe Thema in der Gemeinde, aber auch in Schulen und Kindergärten sein. Das Wiprecht-Gymnasium hat bereits angekündigt, sich an der Aktion beteiligen zu wollen.

Die Pfarrerin hofft auch auf kommunale Stimmen und letztlich „ein buntes Bild“ aller eingegangenen Briefe. Bis Ende Oktober soll der Briefkasten seinen Dienst verrichten, zwischenzeitlich holt Kaltofen die Post immer wieder ab. Sichten will sie die Schreiben aber wohl erst im Herbst, gleiche Inhalte dann zu einer These zusammenfassen und die Thesen dann an die Tür der Groitzscher Kirche schlagen. Ob es 95 werden, mehr oder weniger, bleibt abzuwarten, Kaltofen ist aber zuversichtlich, dass sich viele daran beteiligen und zu Papier und Stift greifen. Allerdings muss es nicht der gute alte Brief sein, Luther nimmt auch E-Mails an groitzsch@evpfarr.de entgegen.

Gesponsert wurde der Kasten von einem Pödelwitzer, die Montage übernahm Rüdiger Brumme, die Grundierung Ralf Kroker. Konfirmanden der achten Klasse sorgten schließlich für den Feinschliff und zierten den Lutherkasten mit der Lutherrose. Anregungen von Seiten der Bevölkerung für Entwicklungen des Groitzscher Kirchspiels erhofft sich die Pfarrerin viele. „Denn sowohl die Kirche als auch die Gemeinden entwickeln sich weiter, es gibt keinen Stillstand“, begründet sie.

Gemeinsam mit der katholischen Gemeinde gibt es am 30. Juli um 10 Uhr übrigens auf der Wiprechtsburg einen ökumenischen Gottesdienst. Das Motto: „Ein feste Burg ist UNSER Gott“ – ein Kirchenlied, dessen Text von Luther stammt. Bewusst sei laut Kaltofen das Wort „unser“ groß geschrieben, „weil es eben eine Aktion von Katholiken und Evangelen ist“. Auch wenn 500 Jahre Reformation kein Fest der Katholiken sei, so sei es doch ein Anlass, sich auf Gemeinsamkeiten zu besinnen.

Von Julia Tonne

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