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Borna Kita-Förderung: Gelder fließen nach Naunhof, Brandis, Zwenkau und Pegau
Region Borna Kita-Förderung: Gelder fließen nach Naunhof, Brandis, Zwenkau und Pegau
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12:00 02.12.2017
In Regis-Breitingen wurde erst am Mittwoch eine neue Kita eröffnet. Auch dieses Vorhaben konnte nur mit Fördergeldern gestemmt werden. Quelle: Jens Paul Taubert
Landkreis Leipzig

Auf den akuten Bedarf an Betreuungsplätzen müssen zahlreiche Kommunen im Landkreis reagieren. Viele Einrichtungen platzen aus allen Nähten. Besonders berufstätige Eltern stellt die Suche nach einem Kita- oder Krippenplatz mitunter vor unlösbare Probleme. Umso niederschmetternder war die Botschaft, die die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses jetzt zu verdauen hatten. „Lediglich vier Millionen Euro stehen in den Jahren 2017 bis 2020 im Rahmen der Fachförderung Kita-Bau für den Landkreis zur Verfügung“, informierte Alexandra Pörschmann, im Jugendamt für Kita-Investitionen zuständig. Dies sei angesichts der Herausforderungen, denen sich die Kommunen gegenüber sehen, „eine traurige Summe“.

In vielen Rathäusern liegen Pläne für den Bau oder die Erweiterung von Kindertageseinrichtungen in der Schublade. Doch um neue Plätze zu schaffen, sind die Städte und Gemeinden zwingend auf Fördermittel angewiesen. Auch Landrat Henry Graichen (CDU) kam deshalb nicht umhin, den angesichts des Platzbedarfs verschwindend geringen Obolus zu kritisieren. Insbesondere der Freistaat müsse eine Schippe drauf legen, forderte Graichen. „Sonst werden die Städte und Gemeinden den gesetzlich festgelegten Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz nicht erfüllen können“, erklärte der Kreischef. Während aus Bundesmitteln rund 3,4 Millionen Euro an Förderung bereitstehen, wurden vom Land lediglich rund 300 000 Euro in Aussicht gestellt. Um überhaupt an diese Gelder heranzukommen, muss auch der Landkreis seinen Beitrag leisten. Was er laut Alexandra Pörschmann bis 2020 mit einer Summe von rund 360 000 Euro tut. Längst ist man davon abgekommen, die Euro per Gießkannenprinzip zu verteilen. Vielmehr existiert seit Jahren eine Dringlichkeitsliste, die Berücksichtigung findet.

Insgesamt fünf Vorhaben werden in den Jahren 2017 bis 2020 mit Fördermitteln ermöglicht. Der Ausschuss gab dazu einstimmig grünes Licht. An erster Stelle rangiert ein Neubau mit 72 Plätzen in Naunhof, die Parthe-Kommune plant in der Melanchthonstraße 30 neue Krippen- und 42 Kita-Plätze und erhält bei einer Gesamtsumme von 1,9 Millionen Euro rund 930 000 Euro Zuschuss. Brandis muss ebenfalls auf den Zuzug junger Familien reagieren. Für den 3,6-Millionen-Euro-Bau der Kita Am Bahnhof werden anderthalb Millionen Förderung fließen. Für die restlichen zwei Millionen will die Stadt einen Kredit aufnehmen. Entstehen soll ein Neubau mit 180 Plätzen, der bestehende Einrichtungen ersetzt und zugleich neue Plätze schafft. Größtes Sorgenkind im Landkreis ist aktuell Zwenkau. Tendenziell sind hier 200 neue Plätze für den Nachwuchs nötig. Förderungen werden für einen Neubau der Kita Wiesengrund (930 000 Euro) und eine Erweiterung der „Pirateninsel“ (150 000 Euro) gewährt. Auch die Kita „Zwergenstübchen“ im Pegauer Ortsteil Wiederau kann dank Zuschuss von 140 000 Euro erweitert werden.

Dass die Wunschliste ungleich länger ist, verdeutlichte die Mitarbeiterin des Jugendamtes. „Der Investitionsbedarf für Bauvorhaben im Landkreis“, so Alexandra Pörschmann, „liegt aktuell bei 30 Millionen Euro.“ So hält das Jugendamt die Schaffung neuer Plätze in Borna (20 Krippen- und zehn Kita-Plätze), Rötha (20 Kitaplätze und mindestens drei Integrationsplätze), Machern (25 Krippenplätze) und Markranstädt (15 Krippenplätze) für dringend erforderlich. Auch Kitzscher (zehn Krippen- und vier Integrationsplätze) und Groitzsch (zehn Krippenplätze) hätten Nachholbedarf, so die Jugendplaner.

Von Simone Prenzel

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