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Borna Kita „Regenbogenland“ in Regis-Breitingen größer gebaut zum fast gleichen Preis
Region Borna Kita „Regenbogenland“ in Regis-Breitingen größer gebaut zum fast gleichen Preis
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18:01 23.03.2018
Die neue Kindertagesstätte „Regenbogenland“ in Regis-Breitingen in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt. Quelle: Jens Paul Taubert
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Regis-Breitingen

Die Stadträte von Regis-Breitingen ließen am Donnerstagabend das größte kommunale Bauprojekt der letzten zwei Jahre Revue passieren. Der Ersatzneubau der Kindertagesstätte „Regenbogenland“ war am 28. November eingeweiht worden, sagte Bürgermeister Wolfram Lenk (Die Linke). Knapp vier Monate später stellte nun Architekt und Gesamtbauleiter Christian Strauß die ursprüngliche Kostenberechnung und die Schlussrechnung gegenüber.

„Obwohl wir das Projekt erweitert haben, ist fast eine Punktlandung herausgekommen“, sagte er. Die Summe (mit Skonto) von knapp 1,82 Millionen Euro liege nur 1,37 Prozent über dem Ausgangswert. Dafür war ihm eine große Aner­kennung der Abgeordneten gewiss. Allerdings sprachen sie auch einen negativen Aspekt an.

Zeitliche Unterbrechung und Kampf um Förderung

Das Vorhaben hatte mit Problemen und Veränderungen zu kämpfen, erinnerte der Chef des Büros Strauss Architekten Borsdorf. 2014 mit ersten Entwürfen gestartet, waren im Jahr darauf der Bauantrag und die Kostenberechnung bestätigt worden. „Da ging es um eine Kita für 100 Kinder“, betonte Strauß. Dann habe es aber eine zeitliche Unterbrechung gegeben; Schwierigkeiten mit der Finanzierung konnten erst nach längeren Bemühungen mit einem höheren Fördermittelanteil beseitigt werden. Hinzu sei aber noch eine Kapazitätserhöhung auf 110 Plätze gekommen.

Der symbolische erste Spatenstich war am 18. November 2016 erfolgt. Wegen des Winters waren sechs Wochen Verzug hinzunehmen gewesen, danach aber war der Terminplan gehalten worden mit der Grundsteinlegung am 16. März, dem Richtfest am 10. Mai und dem Bauabschluss am 24. November.

Einweihung der neuen Kita in Regis-Breitingen: Leiterin Silvia Stiller erhält den Schlüssel von Bürgermeister Wolfram Lenk. Quelle: Jens Paul Taubert

Gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung

Strauß erklärte, dass aufgrund der größeren Fläche für mehr Mädchen und Jungen sowie der Steigerung des Baukostenindex in den gut drei Jahren seit dem Projektbeginn durchaus eine um zehn Prozent höhere Endsumme zu erwarten gewesen wäre. „Aber Kosten sind planbar. Das extreme Gegenbeispiel Hauptstadtflughafen muss nicht der Maßstab sein.“ Bis zum Ende habe er darum gekämpft, die ursprüngliche Kostenhöhe zu erreichen – obwohl es damals um eine kleinere Einrichtung gegangen war. Möglich sei das nur wegen der besonders guten Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung gewesen. Schließlich wurde das Ziel nur um 24 600 Euro verfehlt.

Lob gab es dafür unter anderem von den Stadträten Jens Landmann (FDP) und Jürgen Tröbs (SPD), unterstützt vom zustimmenden Klopfen der Kollegen. Stephan Kretzschmar (SPD) betonte die „gelungene Leistung“ – und sprach dann „den Wermutstropfen“ an. Weil die aus dem Gebäude führende Abwasserleitung und der Anschluss zur Kanalisation in der Höhe nicht zusammenpassen, musste eine Hebeanlage zwischengeschaltet werden. Das kostete rund 12 000 Euro. Hinzu kommen künftige Betriebs-, Wartungs- und Reparaturkosten.

Für den Streit mit dem Zweckverband Gutachter vorgeschlagen

„Der Umstand war und ist maximal ärgerlich“, entgegnete Christian Strauß. „Das hat viel Nerven und Zeit gekostet.“ Trotz abgestimmter Maße habe es nicht funktioniert. Er habe mit Fachplaner und Verwaltung alles unternommen, um die Hebeanlage zu vermeiden. Das Gebäude höher zu setzen, sei aber nicht möglich gewesen. Und der Zweckverband Wasser/Abwasser Bornaer Land (ZBL) habe das Stück Kanal zum Grundstück nicht tiefer legen wollen, was aus seiner Sicht, so der Architekt, möglich gewesen wäre. Eine Dokumentation über das Hin und Her liege der Stadt vor.

Mit diesen Unterlagen wollen Bürgermeister und Stadträte wegen der Kostenübernahme noch mal auf den ZBL zugehen. Ex-Stadtoberhaupt Thomas Kratzsch (CDU) riet aus dem Publikum, einen Gutachter zu bestellen, der den Schuldigen für das Dilemma ermitteln soll: „Die Betriebskosten werden steigen. Das darf die Stadt nicht die Eltern zahlen lassen. Die sorgen doch für unsere Zukunft.“

Von Olaf Krenz

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