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Borna Kitaplatz-Anspruch:Kaum Grund zu klagen
Region Borna Kitaplatz-Anspruch:Kaum Grund zu klagen
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16:26 19.05.2015
Ab 1. August haben Eltern für ihre Kinder einen gesetzlichen Anspruch auf einen Platz in Krippe und Kindergarten. Die Steppkes der Mäusegruppe von der Kindertagesstätte "Sonneninsel" in Zedtlitz dürfte das wenig interessieren. Sie fühlen sich - wie hier beim Mittagessen - in ihrer Einrichtung sichtlich wohl. Inmitten der Natur und abseits von Straßenlärm befindet sich das Kinderhaus der Volkssolidarität Leipziger Land/Muldental idyllisch am Rande des Bornaer Ortsteils. Quelle: Thomas Kube

Hier wird in diesem Jahr weiter investiert. Dass in diesen Kommunen Eltern in Größenordnungen ab August ihren Rechtsanspruch auf Krippenbetreuung einklagen werden, glaubt Jugendamtsleiter Thomas Pfeifer nicht. Zumindest deute nichts darauf hin.

"Wir haben ein gutes Netz an Kindereinrichtungen geschaffen. Darauf können wir gemeinsam mit den Kommunen stolz sein", sagt Thomas Pfeifer, der das Jugendamt des Landkreises Leipzig leitet. Rund 18 300 Mädchen und Jungen werden aktuell in 205 Krippen, Kindergärten und Horten sowie durch Tagesmütter und -väter betreut. Statistisch liegt die Zahl der Plätze sogar leicht über dem Bedarf: 103 Prozent bei Krippen, 101 bei Kindergärten. Allerdings gibt es zum Teil erhebliche regionale Unterschiede. Während vor allem auf dem Land genügend Plätze bereitstehen und es zum Teil schon Überkapazitäten gibt, fehlen sie in einigen Städten, die meist durch anhaltende Zuzüge gekennzeichnet sind. Die Bedarfsplanung für die Kindertagesstätten, die der Jugendhilfeausschuss auf seiner jüngsten Sitzung beschloss, will die Weichen für die Zeit bis zum Sommer 2016 stellen.

80 Krippen- und 20 Kindergartenplätze fehlen in Markkleeberg, in Borna sind es in der Krippe 60, im Kindergarten ebenfalls 20. In Machern und Borsdorf ist der Nachholebedarf etwas geringer, aber ebenfalls erheblich. Naunhof muss und will in Fuchshain und Ammelshain erweitern. "Das Geld zum Investieren ist da. Jetzt müssen die Kommunen handeln", sagt Thomas Pfeifer mit Blick auf die 6,4 Millionen Euro, die Bund, Land und Landkreis für neue Plätze zur Verfügung stellen. Fragezeichen sieht er in Borna. Seit gestern ist klar, dass es nicht zu einer Einrichtung in der Heliosklinik kommt. "Markkleeberg baut gerade wieder ein neues Haus, doch darüber hinaus gibt es in den nächsten Jahren weiteren Bedarf."

Dass ein fehlender Krippenplatz, auf den Eltern ab 1. August einen verbrieften Anspruch haben, zu einer Klagewelle gegen den Landkreis führt, glaubt der Jugendamtsleiter nicht: "Wenn es so wäre, dann gebe es sie schon. Auf meinem Tisch liegt noch keine Klage.Aber natürlich gibt es Eltern, die suchen und die Druck machen." Mit den Bürgermeistern sei man übereingekommen, gegebenenfalls freie Plätze in einer Nachbarkommune anzubieten. Überhaupt sei es angezeigt, über Gemeindegrenzen hinauszuschauen - nicht nur in Orten wie Groitzsch oder Markranstädt, wo die unmittelbare Nähe zu Sachsen-Anhalt und Thüringen Einfluss auf die Auslastung der Einrichtungen habe. Vor allem in ländlichen Regionen gebe es bald zu viele Plätze, etwa in Colditz, im Grimmaer Umland, im nordöstlichen Teil des Kreises. Ein Trend, der sich seit einigen Jahren schon abzeichne, so Pfeifer."Perspektivisch müssen wir vor allem die Sanierung und den Erhalt der Einrichtungen vorantreiben." Immerhin müsse für viele Nach-Wende-Bauten nach zwei Jahrzehnten etwas getan werden.

Das Landratsamt rechnet damit, dass sich an der Geburtenzahl in den nächsten Jahren kaum etwas ändert: Im vergangenen Jahr waren 1867 Mädchen und Jungen geboren worden. Allerdings profitieren davon einige Kommunen stärker; in anderen wird dagegen die Zahl der Kinder weiter zurückgehen.

© Kommentar / Seite 30

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.07.2013

Ekkehard Schulreich

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