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Kitesurfer am Hainer See wollen wieder raus aus der Illegalität

Neukieritzsch stimmt zu Kitesurfer am Hainer See wollen wieder raus aus der Illegalität

Kitesurfen ist eine moderne Wassersportart, die schon seit vielen Jahren auch am Hainer See betrieben wird. Seit der Schiffbarkeitserklärung für die Tagebaurestseen, betreiben die Sportler ihr Hobby allerdings illegal und brauchen eine Ausnahmegenehmigung.

Ein Kitesurfer auf dem Hainer See.

Quelle: André Neumann

Neukieritzsch/Kahnsdorf. Der Gemeinderat von Neukieritzsch hat jetzt als Beteiligter in einem Verfahren zur Genehmigung des Kitesurfens auf dem Hainer See seine Zustimmung gegeben. Beim Kitesurfen steht der Wassersportler auf einem Board ähnlich einem Surfbrett und lässt sich damit von einem Lenkdrachen, dem Kite, übers Wasser ziehen. Der Antrag von Seebetreiber Blauwasser wird bei der Landesdirektion bearbeitet. Im Grunde geht es darum, eine moderne Wassersportart, die hier schon seit vielen Jahren ausgeübt wird, wieder zu legalisieren.

Seit der Freistaat Sachsen mit der so genannten Schiffbarkeitserklärung auch die Tagebaurestseen unter Schifffahrtsrecht gestellt hat, womit die Seen grundsätzlich von Booten befahren werden dürfen, waren die Kitesurfer plötzlich draußen. Denn die Sächsische Schifffahrtsverordnung verbietet das Kitesurfen auf schiffbaren Gewässern. Soll es trotzdem betrieben werden, ist eine Ausnahmegenehmigung nötig.

Auf die hofft neben vielen Freunden des Sports, die dafür selbst aus dem Erzgebirge an den Hainer See kommen, vor allem Wassersportunternehmer Lars Kapitza, der am Nordufer des Hainer Sees einen Surfstützpunkt betreibt. Neben Wakeboarden, Wasserski, Bananenbootfahren und dem immer beliebter werdenden Stand up Paddeln bietet er seit mehreren Jahren auch Kurse im Kitesurfen an. Seit die Schifffahrtsverordnung gilt, sagt er, dürfen die Kiter theoretisch nur noch bis zu den Knien ins Wasser und so das Führen des Drachens lernen. Kite-Schulen, die mit ihren Kunden mit den Boards ganz aufs Wasser gehen, riskieren, von der Wasserschutzpolizei abgestraft zu werden. An einigen Seen im Südraum von Leipzig soll das schon vorgekommen sein, hat Kapitza gehört.

Im Gemeinderat, wo der konkrete Hintergrund des Ausnahmeantrages offensichtlich nicht bekannt war, drehte sich die Debatte vor allem darum, ob Kitesurfen gefährlich für andere Seenutzer sein könnte. Dazu gab es unterschiedliche Auffassungen. Thomas Meckel (SPD-Fraktion) meinte, für die Sicherheit auf dem See sei ohnehin Seebetreiber Blauwasser selbst zuständig. Eine Ansicht, die auch Zweifler überzeugte.

Unternehmer Kapitza ist sicher, man könne das Konfliktpotenzial so gut wie vernachlässigen. „Kitesurfer gehen überhaupt erst bei Windstärke vier oder noch besser fünf aufs Wasser“, begründet er. „Da fährt kein Segel- oder Motorboot mehr raus.“

Für ihn als Betreiber hat die Sache allerdings noch einen weiteren Haken. Denn wenn die Landesdirektion die Ausnahme gestattet, würde es für ihn wahrscheinlich teuer. Dann muss auf dem See ein Korridor für die Wassersportler markiert werden, ähnlich wie jetzt schon für Wasserski. Die gelben Bojen, die dafür nötig sind, sagt Kapitza, kosten pro Stück 1000 Euro. Blauwasser hat in seinem Antrag auf einer Karte vier Bojen an den Ecken eingezeichnet. Schon jetzt ist aber klar: Die Landesdirektion würde deutlich mehr fordern.

Bevor die Behörde eine Entscheidung fällt, müssen noch mehrere Stellen eine Stellungnahme abgeben. Darunter das Landratsamt, die Seeanlieger Borna und Rötha, die LMBV, die Wasserschutzpolizei und der Tourismusverein Leipziger Neuseenland.

Der Gemeinderat von Neukieritzsch sprach sich bei vier Gegenstimmen und zwei Enthaltungen mehrheitlich für die Ausnahmegenehmigung aus.

Von André Neumann

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