Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Kitzen drängt auf eigene Grundschule
Region Borna Kitzen drängt auf eigene Grundschule
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:33 09.06.2018
Hier wurde früher unterrichtet (Ansicht von 2001): Kitzen musste 2002 die Grund- und 2003 die Mittelschule schließen. Nun fordern die Bürger eine neue Grundschule. Quelle: Uwe Pullwitt
Anzeige
Pegau/Kitzen

Den Nerv der Einwohner voll getroffen haben die Themen der Ortschaftsratssitzung mit Bürgerversammlung in Kitzen. Mehr als 100 Besucher waren am Dienstagabend im Sitzungszimmer des Kulturhauses begierig auf die Informationen des Pegauer Bürgermeisters Frank Rösel (parteilos). Und setzten ihm anschließend mit Fragen und Meinungen gehörig zu. Die nicht ausreichenden Busverbindungen der Ortschaft im öffentlichen Nahverkehr hoben deutlich die Erregungskurve an, ehe diese in der erneuten Forderung nach einer eigenen Grundschule kulminierte.

Anfrage der Stadt abschlägig beschieden

„Diese Problematik bewegt die Ortsteile, und auch der Pegauer Stadtrat hat darüber gesprochen“, leitete Rösel den Tagesordnungspunkt ein. Die Stadt habe bereits eine Anfrage wegen der Errichtung einer Außenstelle der Grundschule im Hauptort Kitzen ans Kultusministerium geschickt. Die sei allerdings abschlägig beschieden worden.

„Dafür reichen die Kinderzahlen nicht aus, hieß es in der Anwort“, so der Bürgermeister. Es werden Mindestschülerzahlen von 15 Mädchen und Jungen für die 1. Klasse sowie je 14 für die anderen drei Stufen verlangt. „Damit sind wenigstens 57 Kinder in diesem Altersbereich für eine neue Schule erforderlich“, sagte Rösel. Das werde aber auch mit den inzwischen gestiegenen Geburtenzahlen nicht erreicht.

Kinderzahlen reichen nicht kontinuierlich

„Aber es sollen doch in diesem Jahr 15 Kinder aus unserer Ortschaft eingeschult werden“, wollte Vize-Ortsvorsteherin Antje Müller (Siedlerverein Kitzen-Rodeland) gehört haben. Von den Gästen kamen die Zurufe „zwölf“ und „14“.

Pegaus Bürgermeister hatte sich dafür mit Statistik bewaffnet – den Zahlen der aktuell in der Kommune wohnenden Kinder; er verteilte Ausdrucke. Mit Stand vom 31. Mai, also ganz frisch, gibt es demnach in diesem und dem nächsten Jahr je 14 Abc-Schützen. Dann steht für 2020 ein Ausreißer mit 26 in der Liste, ehe bis zur Einschulung 2024 zwölf, elf, 15 und zehn Kinder folgen.

Damit werde die Mindestforderung nicht kontinuierlich erreicht. Zumal einige Eltern ihren Nachwuchs an andere Schulen schicken: Schkorlopper gehen zum Teil nach Markranstädt, manche bevorzugen die Montessorischule Rüssen-Kleinstorkwitz (Stadt Zwenkau). Solche Ausnahmen müsse das Schulamt des Landkreises abnicken, bestätigte Rösel eine Frage aus dem Publikum.

Verweis auf 50 Bauplätze für Eigenheime

Carsten Iwan, für den Siedlerverein Kitzen-Rodeland Stadtrat in Pegau, verwies auf fast 50 Eigenheim-Bauplätze,die zum Großteil von jungen Leuten und Familien genutzt werden dürften. Er versprach: „Wir bleiben dran am Thema.“

Andere Besucher reagierten verärgert, als der Bürgermeister vom erfolgten Hort-Neubau und dem geplanten Bau einer Kindertagesstätte in der Kernstadt sprach sowie eine Erweiterung der Grundschule dort andeutete. „Alles nur in Pegau – was ist mit uns?“, wurde gefragt. „Wenn hier nichts passiert, kann ich meinem Freund den Zuzug nicht empfehlen.“ Die starke Auslastung von Kindergarten und Hort im Dorf wurden thematisiert.

Ärger über einstige Schulschließung

Und schließlich: „Warum wurde denn die Schule damals zugemacht? Die war doch erst frisch saniert.“ Kitzen, bis Ende 2011 eine eigenständige Gemeinde mit elf Ortsteilen, hatte Mitte 2002 die Grundschule schließen müssen. Zwölf Monate später waren auch in der Mittelschule die Lichter ausgegangen – nach insgesamt 460 Jahren. „Ihr habt nicht genug dafür gekämpft“, gab es nun Vorwürfe gegen Ortsvorsteher Wolfgang Körner (Freie Wählergemeinschaft Kitzen), damals Bürgermeister, und frühere Gemeinderäte.

Engagement von Eltern wichtig

Da alte Schuldzuweisungen nicht helfen, wurde auf erforderliches Engagement von Eltern hingewiesen: „Wir sollten eine Initiative anschieben, die unsere Forderung gegenüber dem Kultus vertritt“, wurde angeregt. Was durchaus auf Interesse stieß. Ortschaftsrat und Stadtrat Uwe Bartsch (Freie Wählergemeinschaft Kitzen) sagte volle Unterstützung zu. Bürgermeister und Stadt könnten nur Schreiben schicken.

Eltern hätten viel mehr Macht. Er erinnerte daran, dass vor Jahren auf diese Weise Pegauer, die nach Dresden zum Ministerium gefahren waren, schon zum Erhalt der Grundschule beigetragen hatten.

Von Olaf Krenz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bis November entsteht in der Bornaer Rudolf-Virchow-Straße an der Sana Klinik ein neues Parkhaus. Bauherr sind die Städtischen Werke. Kostenpunkt: rund 2,6 Millionen Euro. Der Spatenstich erfolgte am Mittwoch.

06.06.2018

Die Polizeidirektion Leipzig hat Ermittlungen zu einer möglichen Brandserie in und um Borna aufgenommen. In dem Zusammenhang wurde ein 31-jähriger polizeibekannter Mann vernommen, der in der Nähe der Brandorte gesehen wurde.

06.06.2018

Das Dorffest in Mölbis lockt am Wochenende mit viel Unterhaltung. Neben Live-Musik und Zauberei gibt es auch Spannendes zu sehen – unter anderem wie ein Übungscontainer für Feuerwehren funktioniert.

06.06.2018
Anzeige