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Borna Kitzen will Dorf mit Zukunft werden
Region Borna Kitzen will Dorf mit Zukunft werden
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17:55 27.03.2017
Der Förderverein für den Erhalt der Kirche in Kitzen ist ein wesentlicher Punkt, der viele andere Initiativen ins Rollen gebracht hat. Quelle: Förderverein
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Pegau

Der Pegauer Ortsteil Kitzen hat Pläne, große Pläne. Der beschauliche Ort träumt von einem Sieg bei „Unser Dorf hat Zukunft“ auf Bundesebene. Doch wer hoch hinaus will, muss zunächst klein anfangen. Deshalb geht Kitzen – ohne seine eigenen Ortsteile – zunächst einmal auf Landkreisebene für den Wettbewerb ins Rennen. „Kitzen ist ganz einfach einzigartig“, begründet Carsten Iwan, Stadtrat und Bewohner des Rodelandes, den Vorstoß. Gemeinsam mit Antje Müller, stellvertretende Ortsvorsteherin, und Peter Kretschmer, Stadtrat und Ortschaftsrat, hat er die Bewerbung ausgearbeitet.

Bei der Antragstellung, so Iwan weiter, wurde bewusst auf die Beteiligung des Ortschaftsrates Kitzen verzichtet, weil dieser neben dem Dorf Kitzen auch die Dörfer Großschkorlopp, Kleinschkorlopp, Löben, Eisdorf, Scheidens, Peissen, Seegel, Werben, Sittel und Thesau vertritt. „Doch die Mehrheit der im Ortschaftsrat vertretenen Abgeordneten war der Meinung, dass Kitzen keine Zukunft hat und deshalb die kommunale Selbstständigkeit aufgegeben habe.“ Das genau sehen die drei Antragsteller anders. „Kitzen hat eine eigenständige Zukunft“, macht Iwan deutlich. Diese basiere besonders auf bürgerschaftlichen Initiativen.

Für den Rodeländer ist vor allem der Förderverein der Kreuzkirche Sankt Nikolei zu Hohenlohe-Kitzen der wesentliche Dominostein, der den Stein der positiven Entwicklung ins Rollen gebracht habe. Seit Jahren bemühen sich die Mitglieder um die Sanierung der Kirche (die LVZ berichtete)Mittlerweile wächst Kitzen wieder, viele Bewohner blieben, andere kamen hinzu. Das verdankt das Dorf auch anderen Initiativen. So wurden – und werden noch immer – Wohnungen geschaffen: im alten Rittergut, im ehemaligen Sozialgebäude des VEB Kreisbetriebes für Landtechnik, im Verwaltungsgebäude der Agrarprodukte Kitzen. Auch die Plätze im Wohngebiet Rodeland werden knapp, weshalb der Pegauer Stadtrat den Beschluss gefasst hatte, einen erweiterten Bebauungsplan aufzustellen.

Doch mit Wohnraum und Förderverein allein ist es nicht getan. Auch Vereine gehören zu einem Dorf mit Zukunft. Und davon hat Kitzen nun wahrlich mehr als genug zu bieten. Vom Sportverein , über Rassegeflügel- und Rassekaninchenzuchtverein, Siedlerverein bis hin zum Oldtimerverein: in Kitzen gibt es nichts, was es nicht gibt. Zwar fehlt eine Art Tante-Emma-Laden, einkaufen können die Dörfler aber dennoch. Back- und Wurstwaren werden genauso verkauft wie Milch – und die kommt aus dem Automaten. „Kitzen ist ein vitales Dorf, ist wie ein Tausendfüßler“, sagt Iwan. An allen Ecken und Ende entstehe etwas Neues, werde Altes erhalten. So zum Beispiel der Rittergutspark, für dessen Umgestaltung die Vorarbeiten bei der Stadtverwaltung Pegau begonnen haben.

Im Juli ist eine Kommission des Landkreises in Kitzen vor Ort, um zu bewerten, wie zukunftsfähig das Dorf ist. Iwan und seine Mitstreiter jedenfalls liefern bereits mit der Bewerbung mehr als genug Beispiele. „Allein das bürgerschaftliche Engagement ist ein Wegweiser für die nächsten Jahre.“ Er ist sich sicher, dass der kleine Ort alle Chancen hat, auf Landesebene anzutreten. Und vielleicht auch auf Bundesebene. „Träumen darf man ja wohl“, sagt Iwan.

Von Julia Tonne

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