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Borna Kitzener suchen Ideen für geplante Umgestaltung des Rittergutsparkes
Region Borna Kitzener suchen Ideen für geplante Umgestaltung des Rittergutsparkes
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16:59 09.03.2016
Die Achse vom Körner-Denkmal zum Herrenhaus könnte im Zuge der Umgestaltung des Parks Barock-Elemente bekommen und damit den Bezug zur Historie herstellen. Quelle: Andreas Döring
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Pegau/Kitzen

Ein Areal für Kinder, eines für das traditionelle Pfingstbier und eine erwünschte Barock-Achse: Wie der Rittergutspark im Pegauer Ortsteil Kitzen umgestaltet werden soll, war am Dienstagabend Thema einer Bürgerversammlung. Die fand zwar wegen eines Stromausfalls fast eine Dreiviertelstunde lang im Dunkeln statt, war aber sowohl für die Anwohner, als auch für Planer und Ortschaftsräte ein Erfolg.

Bevor Planer Klaus Müller vom Büro Querkuss aus Halle einen Überblick über erste Ideen und Vorstellungen gab, erklärte Stadtratsmitglied und Besitzer des Inspektorenhauses, Carsten Iwan, zunächst einmal, dass der Rittergutspark durchaus als Schlosspark zu bezeichnen sei und auch das Herrenhaus als Schloss gelten könne. Er hatte während der umfangreichen Sanierungsarbeiten am Inspektorenhaus versucht, die Historie des Kulturhauses und des ganzen Areals an sich zu erforschen. Sein Ergebnis: das Kulturhaus, einst ein Herrenhaus, kann die Bezeichnung „Schloss“ zu Recht tragen, denn es gehörte dem adeligen Gutsbesitzer Casper von Hacke auf Kitzen. Dieser baute das Herrenhaus ab 1695 im Stil des Barock. „Und es würde Kitzen guttun, wenn wir das Kulturhaus zum Schloss machen würden“, sagte er mit Blick auf Pegaus Bürgermeister Frank Rösel (parteilos). Vielleicht sei es ja gar möglich, dort eine Außenstelle des Standesamtes der Stadt einzurichten.

Das Kitzener Herrenhaus, auch unter dem Namen Kulturhaus bekannt. Quelle: Andreas Döring

Ihm und ebenso der Ortschaftsrätin des Siedlervereins Kitzen Rodeland, Antje Müller, ist auch wegen dieses geschichtlichen Hintergrunds wichtig, Barock-Elemente im Park wieder zu entwickeln. Beide könnten sich eine Barock-Achse vorstellen, die vom Denkmal für den Dichter und Dramatiker Theodor Körner bis hin zum Herrenhaus reicht. Deutlich wurde, dass den Kitzenern der Erhalt des Denkmals am Herzen liegt, auch wenn es umfangreiche Verschönerungsmaßnahmen nötig hätte.

Planer Müller war dankbar für die zahlreichen Hinweise und Vorstellungen, die die Anwohner einbrachten. „Der heutige Abend ist ja erst einmal dazu da, erste Schritte für die Umgestaltung zu entwickeln.“ Seine bisherige gartenhistorische Recherche fiel nach eigenen Angaben eher mau aus. „Es ist kaum was zu finden – weder Karten noch Beschreibungen, wie der Park einst ausgesehen hat“, sagte er. Auf Zeichnungen sei aber gut erkennbar, dass es früher große Obstgärten und Plantagen gegeben haben muss. Zudem seien noch Überbleibsel eines Wasserlaufs und eines Grabens erkennbar. Über die damalige Funktion könne nur spekuliert werden. Müller geht aber davon aus – unter Betrachtung ähnlicher Anlagen –, dass der Park dem Repräsentieren des Reichtums und des Standes der Gutsbesitzer diente.

Was bei den Zuhörern gut ankam, war der Vorschlag, den Teich mit einem Wasserspiel wieder zu beleben. Er schlug außerdem vor, dem bisherigen Weg eine neue Decke zu verpassen und weitere Wege anzulegen – allerdings Rasenwege. So wäre der Park das ganze Jahr über gut begehbar, zudem solle ein Aufenthaltsbereich mit einer kleinen Pavillonkonstruktion geschaffen werden. Weitere Überlegungen sind die Aufwertung des Eingangsbereichs in den Park, das Anlegen von Blütenwiesen, ein Fußweg, der von der Ernst-Thälmann-Straße bis in die Straße Am Kulturhaus gezogen wird, die Verlängerung des Rodelbergs und die Schaffung von Stellflächen für das Pfingstbier mit Strom- und Wasseranschlüssen. Uwe Bartsch, stellvertretender Bürgermeister von Pegau regte an, die Terrasse vor dem Kulturhaus deutlich zu verkleinern. „Sie ist völlig fehl am Platze und passt als ganzes Element nicht zu dem Konzept“, erklärte er.

Viele Kitzener wünschen sich auch einen Bereich für die Kinder. Ein Spielplatz mit Geräten müsse es aber nicht sein. Der Planer schlägt von daher vor, vorhandene Bäume und noch zu pflanzende Hecken und Sträucher als Verstecke und zum Klettern zu nutzen.

Laut Pegaus Bauamtsleiter Gunther Grothe könne die Planung in diesem Jahr vollständig abgeschlossen werden, außerdem die Kostenaufstellung. Er hofft, dass die Stadt die Umgestaltung über das Leader-Programm teilweise gefördert bekommt und der Eigenanteil der Kommune in den Haushalt 2017 eingestellt wird, mit der Umsetzung sei dann im kommenden Jahr zu rechnen.

Von Julia Tonne

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