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Borna Kitzscher: Zoff unter Nachbarn vor Gericht
Region Borna Kitzscher: Zoff unter Nachbarn vor Gericht
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15:50 19.05.2015

Ein Foto mit Würgemalen sollte das belegen. Doch nachdem der Angeklagte die Tat bestritt und seine Version der Geschichte lieferte, vertagte Richter Bernd Jähkel gestern die Verhandlung.

Die ursprünglich vorgesehene halbe Stunde, räumte der Richter ein, werde nicht ausreichen, um die Angelegenheit aufzuklären. Weitere Zeugen würden benötigt, wenigstens einer der Polizisten, die N. am Abend des 11. Februars dieses Jahres, Rosenmontag, gerufen hatte. Damals, gegen 21.15 Uhr, will Rolf N. von S. in seiner Garage am Hals gewürgt worden sein. Die Staatsanwaltschaft verfolgt den Fall als Körperverletzung. Einem Strafbefehl vom April hatte S. widersprochen, und auch jetzt blieb der verheiratete Vater eines Jungen bei seiner Aussage: Die Begegnung hat stattgefunden, das Würgen nicht: "Ich habe ihm nichts getan", versicherte S. gestern.

Als der 47-Jährige am Abend aus einer Gaststätte kam, ohne Alkohol getrunken zu haben, wie er sagte, sei er tatsächlich zu N. gegangen, der wieder einmal mit laufendem Motor in seinem Taxi gesessen habe. Jörg S. war wütend auf den Älteren. Hatte der doch angeblich am Morgen bei seinem Chef angerufen und behauptet, er, S., würde mit dem Firmenwagen Schwarzfahrten unternehmen. Der Chef hatte S. deswegen zur Rede gestellt. Möglicherweise verlängerte er später auch deswegen den Vertrag seines Mitarbeiters nicht, der jetzt arbeitslos ist. Das wusste S. am Abend des Rosenmontag noch nicht. Doch das Anschwärzen reichte ihm. Er habe sich in der Garage neben die offene Autotür gehockt, Rolf N. höchstens mit der Hand an den Brustkasten gefasst und ihn zur Rede gestellt, schilderte der Angeklagte. Man habe geredet, N. habe gesagt, er werde das nicht noch einmal tun. S. sei daraufhin gegangen. "Mehr habe ich nicht gemacht." Später am Abend klingelte die Polizei an der Tür der Familie. Die war schon zu Bett gegangen, als sie aufmachte, waren die Beamten schon gefahren.

Rolf N., Taxifahrer im Ruhestand und in Kitzscher offenbar kein Unbekannter, kam gestern im Gerichtssaal während der vertagten Verhandlung noch nicht zu Wort. Nur vor der Verhandlung. Da rief er in Richtung einiger Nachbarn auf den Besucherplätzen siegessicher und etwas höhnisch: Gut, dass du da bist. Vor der Tür sprach er mit Medienvertretern, denen er vorher schon selbst erzählt hatte, wie übel ihm mitgespielt werde, und die er zur Gerichtsverhandlung eingeladen hatte. Von Drohungen, Beleidigungen und Angriffen war die Rede, denen er ausgesetzt sei. Die Worte drangen bis in den Gerichtssaal und sorgten hier wiederum für entrüstetes Kopfschütteln. Denn die Nachbarn sind nicht gut auf N. zu sprechen. Hört man ihnen zu, dann geht der Zoff allein von ihm aus, der im Prozess als Nebenkläger auftritt. Fast jeder könne schon eine Geschichte erzählen ähnlich der mit dem Anruf beim Chef des jetzigen Angeklagten. Über Schmähungen, wunderliches Verhalten und Urinieren an Nachbargrundstücke. Der Zoff mit S. soll irgendwann vor zwei Jahren begonnen haben.

Richter Jähkel konnte den Fall gestern nicht aufklären, auch nicht die Herkunft der roten Flecken und der Schmerzen am Hals von Rolf N.. Im November, kündigte der Richter an, werde er sich dafür einen ganzen Nachmittag Zeit nehmen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.09.2013

Neumann, André

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