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Kitzscher stellt Weichen für neuen Kindergarten

Kitzscher stellt Weichen für neuen Kindergarten

Knapp 20 Besucher auf einer Sitzung des Stadtrates von Kitzscher sind eine Seltenheit, üblich sind ein oder zwei. Doch für die Eltern der derzeit 17 Kinder in der privaten Kindertagesstätte "Rotbuche" in Hainichen ging es bei dieser Sitzung ums Eingemachte.

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Wenn alle Eltern ihren Anspruch auf einen Kita-Platz nutzen würden, dann reicht die städtische Einrichtung "Wirbelwind" nicht aus.

Quelle: Thomas Kube

Kitzscher. Um nichts weniger als die Frage, wer ihre Kinder betreut, wenn die Einrichtung im Kitzscheraner Ortsteil Mitte nächsten Jahres, wie berichtet, schließt. Deswegen wollten die Eltern aus erster Hand wissen, wie die Stadt mit dem Angebot eines privaten Investors, des Stadtrates und Autohändlers Jörg Heuter, umgeht, einen Kindergarten zu bauen und betreiben zu lassen.

Die Einrichtung in Hainichen darf maximal 22 Kinder betreuen, im Bedarfsplan der Stadt Kitzscher war sie nie enthalten. Fallen die Plätze weg, könnte es theoretisch eng werden. Denn Kitzscher verfügt dann nur noch über die öffentliche Kindertagesstätte "Wirbelwind" und über eine im Bedarfsplan enthaltene private Tagesmutti, die maximal fünf Kinder betreuen darf. Mit den verfügbaren Zahlen hat die Stadt den theoretischen Bedarf der nächsten Jahre bis 2018 und das Platzangebot gegenübergestellt. Schon jetzt würden die Krippenplätze nicht für alle Ein- bis Dreijährigen reichen, würden alle Eltern einen Platz in Kitzscher beanspruchen. Ein Jahr später läge die Lücke schon bei acht Plätzen. Würden alle 160 Kinder im Kindergartenalter einen Platz brauchen, würden die ohne die Einrichtung in Hainichen schon jetzt nicht reichen. Im nächsten Jahr könnte der Bedarf gerade so gedeckt werden.

Vor diesem Hintergrund empfahl die Verwaltung dem Stadtrat, per Beschluss 40 zusätzliche Plätze in die Bedarfsplanung aufzunehmen und beim Landratsamt anzumelden. Die Zahl rühre daher, dass der mögliche Betreiber sie als eine wirtschaftliche Größenordnung genannt habe.

Während die Stadträte sich über den Sinn eines Neubaus generell einig war, kamen seitens der Linken-Abgeordneten Zweifel an der Größenordnung. Bärbel Frommelt meinte, man solle nicht nur auf diesen einen Betreiber schauen, 30 Plätze würden auch reichen. Ihre Fraktionskollegin Ute Reuther meinte, es solle auch auf die Auslastung der städtischen Einrichtung geschaut werden, die mit viel Geld modernisiert worden sei. Frommelts Änderungsantrag, den zusätzlichen Bedarf im Beschluss von 40 auf 30 zu reduzieren, fand nur fünf Befürworter. Die CDU hielt komplett dagegen und verwies genau wie der einzige SPD-Abgeordnete Rainer Groß darauf, dass man in die Zukunft planen sollte. "Wir reden auch über Zuzüge und wir werden auch Asyl-Zuzüge bekommen", sagte Groß. Hartmut Harbich (CDU) wies darauf hin, dass in einem Neubau auch integrative Plätze für mobilitätseingeschränkte Kinder angeboten werden können, was derzeit in der städtischen Einrichtung nur bedingt möglich sei. Und Karl Hellriegel (CDU) aus Hainichen sprach den vielen Eltern aus dem Herzen, als er forderte: "Wenn wir jetzt nicht zum Beschluss kommen, einen Neubau zu planen, frage ich mich, warum wir hier sitzen!" Der Stadtrat votierte schließlich einstimmig für die Bedarfsanmeldung beim Landratsamt.

Womit nur ein erster Schritt getan ist. Das Landratsamt muss den Bedarf jetzt erst anerkennen. Nur wenn aus Borna grünes Licht kommt, können Fördermittel nach Kitzscher fließen. Der Kreisverwaltung, so verlautete aus dem Rathaus, sei die Dringlichkeit der Situation in Kitzscher bekannt. Darum wird es auch am 7. Oktober gehen, wenn sich Bürgermeister Maik Schramm (Freie Wähler) mit Eltern aus Hainichen trifft. Denn dass am 1. Juli schon ein neuer Kindergarten in Hainichen steht, ist kaum wahrscheinlich. Eltern und Kinder brauchen dann eine Übergangslösung.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.10.2014
Neumann, André

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